Oberderdingen
Oberderdingen -  04.02.2026
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B.Pro-Gruppe von Blanc & Fischer stellt Industriesparte Enoxx ein

Oberderdingen. Die zur Blanc & Fischer Group gehörende B.Pro-Gruppe wird sich auf die Transformation ihres strategischen Kerngeschäfts in der Speisenlogistik konzentrieren und ihre Industriesparte Enoxx im Lauf Jahres 2027 einstellen. Dies teilte Blanc & Fischer am Mittwoch mit. Bis zur Schließung im Jahr 2027 werde die Beschäftigung für rund 180 Beschäftigte staffelweise enden.

B.Pro konzentriert sich künftig auf sein Kerngeschäft in der Speisenlogistik und schließt seine Industriesparte Enoxx.
B.Pro konzentriert sich künftig auf sein Kerngeschäft in der Speisenlogistik und schließt seine Industriesparte Enoxx. Foto: Blanc & Fischer Group

Neben dem Kerngeschäft in der Speisenlogistik für Großküchenbetreiber habe B.Pro aus Auslastungsgründen unter der Marke Enoxx Edelstahlteile für die Industrie produziert. Diese Sparte ist laut Mitteilung seit geraumer Zeit nicht mehr rentabel. Vor allem das Geschäft mit der Automobilindustrie bringe für einen mittelständischen Betrieb viele Herausforderungen. Hinzu komme, dass im Maschinenpark altersbedingt die Gefahr von Ausfällen und damit verbundenen Haftungsforderungen stetig wachse. Eine Erneuerung der Maschinen sei mit einem Investitionsbedarf im zweistelligen Millionenbereich aus dem laufenden Geschäft von Enoxx und B.Pro nicht refinanzierbar.

Man habe mit Blick auf die verlustbringende Sparte in den vergangenen Jahren mehrere Lösungsansätze verfolgt. „Neben der Bündelung der B.Pro in einer eigenen, schlagkräftigen Einheit zählt dazu das Manufakturgeschäft mit Kleinstauflagen sowie die Auftragsmontage für die Küchengeräteindustrie“, sagt Frank Gfrörer, Sprecher des Vorstands der Blanc & Fischer Group. „Im vergangenen Jahr wurden ergebnisoffen weitere Szenarien geprüft und zuletzt auch intensiv nach Interessenten für eine Übernahme gesucht, um die Arbeitsplätze zu erhalten.“ Trotz Bereitschaft zu weitreichenden Zugeständnissen seien die Bemühungen aber nicht erfolgreich gewesen, so Gfrörer.

Das Unternehmen habe bereits Kontakt mit den Arbeitnehmervertretern und der IG Metall aufgenommen, um den Jobabbau so sozialverträglich wie möglich zu gestalten, so Gfrörer. „Im zweiten Quartal werden wir auf Grundlage der Produktionsplanung der Kundenprojekte absehen können, wann wie viel Beschäftigung entfällt.“ In einer Transformation wolle man das strategisch wichtige Kerngeschäft im Catering trotz derzeit schwacher Nachfrage nachhaltig auf Produktivität, wirtschaftliche Stabilität und sich bietende Marktchancen ausrichten, heißt es in der Mitteilung. Vor allem die Automatisierung der Speisenlogistik berge viel Potenzial.

Derzeit arbeiten rund 500 Personen bei B.Pro, davon 180 bei Enoxx in Oberderdingen, wo sie Edelstahlprodukte wie Türgriffe, Kühlergrills, Harnstofftanks und Kochfeldeinfassungen herstellen und vertreiben.

Autor: pm/pz