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Schömberg -  02.07.2026
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Gemeinde Schömberg hat drei Optionen: Was wird aus diesem Haus in Schwarzenberg?

Schömberg. Schömberg. Das ehemalige Lehrerhaus in Schwarzenberg steht seit Oktober leer. Was tun mit dem Gebäude, das direkt neben dem Kindergarten liegt? Abreisen, wenig oder viel sanieren? Die Eigentümerin, die Gemeinde, hat drei Optionen auf den Tisch gelegt. Doch Bürgermeister Matthias Stepan überraschte die Gemeinderäte in der jüngsten Sitzung mit einer neuen Idee: einer Hausarztpraxis.

Das Haus in der Münchner Straße steht seit Oktober leer. Im Keller gibt es laut Verwaltung großen Schimmelbefall.
Das Haus in der Münchner Straße steht seit Oktober leer. Im Keller gibt es laut Verwaltung großen Schimmelbefall. Foto: Röhr

Am Ende wollte aber niemand eine Entscheidung übers Knie brechen – nur der Bürgermeister hatte etwas gegen eine Vertagung.

„Wir unterbrechen die Sitzung für zehn Minuten“, sagte Stepan irgendwann. Die MUZ-Fraktion hatte dies in der Diskussion kurz zuvor beantragt, um die neue Lage noch einmal intern und in Ruhe besprechen zu können. Also zogen sich die drei Gemeinderatsfraktionen und die Verwaltung zurück. Als alle wieder am Ratstisch saßen, war schnell klar: Heute wird keine Entscheidung zum ehemaligen Lehrerhaus in der Münchner Straße fallen.

Eine Tendenz hat sich trotzdem herauskristallisiert. Das Gebäude aus dem Jahr 1953 könnte Schwarzenberg erhalten bleiben. Denn viele Gemeinderäte hatten sich für eine erweiterte Sanierung (Variante 3) ausgesprochen – mit Dämmung der Fassade, des Dachs und eventuell einer Photovoltaikanlage. Die Kosten von mindestens 125.000 Euro sollen dabei mit dem Verkauf eines Nachbargrundstücks gegenfinanziert werden. Dafür war unter anderem Steffen Linder (UWV), zugleich Ortsvorsteher in Schwarzenberg. Der Ortschaftsrat habe im Mai ebenfalls dafür gestimmt. In dem Gebäude könne bezahlbarer Wohnraum entstehen, so Linder. Das Rathaus rechnet mit einem Quadratmeterpreis von acht Euro. Die Neuigkeit des Bürgermeisters bezeichnete der Schwarzenberger als „noch besser“.

Stepan hatte die Ansiedlung eines Hausarztes kurzfristig ins Spiel gebracht. Er habe die Immobilie bereits mit einem Interessenten besichtigt. Diese sei „ideal“ für eine Praxis. „Der Zuschnitt würde passen, sie ist leicht zu finden und in einer ruhigen Lage und es gibt gute Parkmöglichkeiten“, sagte der Bürgermeister. Außerdem könnte es mit einer Ansiedlung eines Mediziners Zuschüsse geben.

Auch Udo Bertsch, Vorsitzender der größten Fraktion (UWV), war von der Arzt-Nachricht begeistert. Er mahnte nur an, die Sanierungskosten im Zaum zu halten. Tino Bayer, Jahrzehnte Wohnimmobilienverwalter, sagte: „Das rechnet sich wahrscheinlich nicht. Nur ein bisschen sanieren, wird nicht reichen. Zwischen 200.000 und 300.000 Euro werden sich die Kosten bewegen.“ Christoph Eck (CDU) brachte einen vierten Vorschlag ins Spiel, der allerdings kein Gehör fand: „Die Dorfmitte ist viel zu wichtig, um sie als Bauplatz zu verkaufen.“ Eck dachte laut über eine Neugestaltung des Areals nach. Angesichts der neuen Konstellation mit Hausarzt und den schwer zu beziffernden Kosten beantragte sein Fraktionsvorsitzender Friedbert Stahl, die Entscheidung zu vertagen.

Und so kam es dann auch. Nach der Sitzungsunterbrechung einigten sich die Räte auf Folgendes: Die Sanierungskosten sollen konkret und verlässlich beziffert werden – auch in Bezug auf eine mögliche Vermietung an einen Hausarzt. Die Verwaltung soll die Möglichkeit von Fördermitteln ausloten. Und von dem Mediziner, den Stepan an Land gezogen hat, soll zur Sicherheit eine schriftliche Interessensbekundung unterzeichnet werden. Nur der Bürgermeister stimmte gegen diesen Beschluss. „Die medizinische Versorgung ist mit eines der höchsten Güter“, argumentierte er. Und er sei vom Gemeinderat angehalten schnell zu reagieren und auch einmal in Risiko zu gehen.

Was aus dem ehemaligen Lehrerhaus werden soll, wird sich nun also erst in zwei, drei Monaten entscheiden.