Große Panne bei Bürgermeisterwahl in Schömberg: Hopf verkürzt Abstand vor Stichwahl
Schömberg. Das Ergebnis war schon ungewöhnlich: In Schömberg und fast allen Ortsteilen holte Bürgermeisterkandidat Michael Hopf im ersten Wahlgang zwischen 27 und 47 Prozent. Nur in Bieselsberg lag er am Sonntag mit 12,1 Prozent vermeintlich weit abgeschlagen hinter seinem stärksten Konkurrenten Matthias Stepan, der mit insgesamt 47,4 Prozent in der Gesamtgemeinde ganz vorne landete. Selbst der drittplatzierte Steffen Hoffmann, der bei der Stichwahl am 22. März nicht mehr dabei ist, soll mit 34,5 Prozent in Bieselsberg mehr als Hopf gepunktet haben. Nun wird klar: Es ist ein eklatanter Fehler passiert – auf Kosten des Kreiskämmerers. Was falsch gelaufen ist, wie es dazu kam und wie die beiden Kandidaten in den verbleibenden Tagen auf Stimmenfang gehen möchten.
In Bieselsberg hat es eine Verwechslung gegeben. Denn es ist Hopf, der dort die 34,5 Prozent bekommen hat. Hoffmann ist der Kandidat, auf den am Sonntag lediglich die 12,1 Prozent der Stimmen entfielen. Der Fehler sei bei den Schnellmeldungen passiert, die am Sonntagabend nach der Auszählung in dem Wahllokal des Teilorts an das Rathaus in Schömberg übermittelt worden seien, teilt die Gemeinde mit. Hauptamtsleiter Daniel Schabbach spricht von einem „Zahlendreher“. Der Fehler sei nun korrigiert. In der schriftlichen Auswertung sei dagegen alles korrekt gewesen. Die Ergebnisse aus Bieselsberg waren am Wahlsonntag als letzte von allen Bezirken eingetroffen.
Das alles hat natürlich auch Auswirkungen auf das Gesamtergebnis. Bei Stepan bleibt mit 47,4 Prozent alles gleich. Hopf kommt dagegen nun auf 39,7 statt 37,4 Prozent und verkleinert den Abstand zu seinem Widersacher bei der Stichwahl. Hoffmann verliert folglich mehr als zwei Prozent und hat nun 12,2 Prozent. Das ist das amtliche Endergebnis, das der Wahlausschuss festgestellt hat.
„Natürlich ist das ärgerlich“, so Hopf zum Fehler am Dienstagvormittag.
Er sagt das ohne Groll und spricht das Thema auch erst nach einer Weile am Telefon an. „Was habe ich mit den Bieselsbergern gemacht“, habe er sich gefragt, nachdem er sein vermeintliches Ergebnis in dem Teilort gesehen habe. „Die 34,5 Prozent dort für mich passen besser ins Bild.“
„Ich bin gut drauf“, sagt er gleich zu Beginn. „Ich bin frohen Mutes und bin gespannt auf die nächste Wahl. Jetzt geht’s weiter.“ In den kommenden rund zehn Tagen wolle er weiter die Ärmel hochkrempeln und mit den Menschen ins Gespräch kommen. Am Montag war er schon wieder Flyer verteilen. Kurz nach dem Telefonat mit der PZ teilt er auf Social Media zwei Termine vor dem Edeka in Schömberg. An den beiden kommenden Samstagen ab 10 Uhr sei er dort. Den Wahlkampf müsse er quasi weiter nebenher bestreiten. Am Montag wird der Haushalt des Kreises Calw eingebracht. Als Kämmerer im Landratsamt ein Pflichttermin und die Tage und Wochen davor sicherlich kein Zuckerschlecken. „Nächste Woche nehme ich mir aber noch einmal für den Wahlkampf frei.“
Auch Stepan ist momentan stark eingebunden. Als Ortsvorsteher von Maisenbach-Zainen habe er am Sonntag viele Stunden bei der Landtagswahl geholfen. Bis 20.30 Uhr. Das erklärt auch, warum er als letzter der Kandidaten ziemlich spät bei der Verkündung des Ergebnisses in Schömberg auftauchte. „Am Montag ging es dann wieder früh nach Stuttgart.“ Die Arbeit als Referent im Wirtschaftsministerium ruft. Deshalb habe er sich erst am Abend auf Social Media für die Stimmen bedankt. Am Dienstagvormittag erreicht die PZ ihn im Homeoffice. Nächste Woche wolle er sich noch drei Tage freinehmen.
Am Donnerstag will der 43-Jährige Wahlkampf in Langenbrand auf der Boulebahn machen. „Ich möchte mit den Leuten ins Gespräch kommen“, sagt er. Diese Woche wolle er sich noch die Bibliothek anschauen, am Samstag zu einer Wanderung in Schwarzenberg und zum Konzert des Musikvereins, am Montag zum Ortschaftsrat in Bieselsberg und am Tag drauf in den Gemeinderat. „Es wird nicht langweilig.“
„Hopf hat als Jäger die bessere Position“, meint Stepan.
Der könne seine Anhänger besser mobilisieren. Bei einem solchen Vorsprung sei das für ihn schwerer, weil die Leute denken würden: Das ist doch schon erledigt. „Ich werde aber viel machen, damit mich meine bisherigen Unterstützer erneut wählen und ich ein paar weitere dazugewinne.“
