Schömberg
Schömberg -  30.08.2018
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Hörenswertes von den Dozenten: Serenaden-Konzert des 9. Kammermusikkurses

Schömberg. Genau 52 Jugendliche besuchen gegenwärtig den 9. Kammermusikkurs des Vereins „Musik auf der Höhe“. Die weitesten Anreisen führten drei von ihnen aus dem Kanton Aargau und aus Berlin nach Schömberg. Beim eröffnenden Serenaden-Konzert am Dienstagabend stellten die Musikschüler einen Teil des bunt gemischten Publikums vor der Kurmuschel.

Gemeinsames Musizieren in der Kurmuschel: Gerd-Uwe Klein, Renate Herr, Claudia Rink, Georg Noeldeke und David Raiser (von links). Foto: Frommer
Gemeinsames Musizieren in der Kurmuschel: Gerd-Uwe Klein, Renate Herr, Claudia Rink, Georg Noeldeke und David Raiser (von links). Foto: Frommer

Gerd-Uwe Klein (Künstlerischer Leiter, Violinen-Dozent und Erster Geiger des Kurses) meinte dazu: „Natürlich wollen die jungen Leute gleich zu Beginn wissen, was ihre Dozenten so drauf haben“. Gelegenheit hierzu gab es. Auf der luftigen Konzertbühne musizierten die sechs Dozenten des Kurses: Gerd-Uwe Klein und Renate Herr (beide Violine) Claudia Rink (Viola), Georg Noeldeke (Kontrabass), David Raiser (Cello) und Tobias Schabenberger (Piano).

Eröffnet wurde das seh- und hörenswerte Dozenten-Konzert mit Luigi Boccherinis Streichquintett „L’Uccelliera“ („Der Vogelkäfig“) – bei dem die Violinen, selbst die Bratsche, äußerst exakte, filigrane, feine Töne in ungeahnte Höhen zauberten. Tobias Schabenbergers Piano kam bei den 1887 komponierten Werken des tschechischen Komponisten Antonín Dvořák hinzu, dafür ruhte hier der Kontrabass Georg Noeldekes.

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Angeführt von der Bratsche, präsentierten beide Stücke den für Dvořák typischen Wechsel sehr schneller und langsam getragener Kompositionsteile. Mit der Uraufführung seines kammermusikalischen Werks „Ionisation II“ kehrte Noeldeke an seinen Kontrabass zurück und präsentierte sich dem Schömberger Publikum als Komponist. Die bei „Ionisation II“ eingesetzten Elemente – Verfremdung, Kanonbildung und Zersplitterung – erläuterte er bei seiner Anmoderation. Seine Kollegen demonstrierten den jeweiligen Effekt in einer Art musikalischem Vorher-Nachher-Vergleich.

Mit einem reichhaltigen Sextett des weitgereisten russischen Komponisten Michail Glinka (1804-1857) und kräftigem Beifall ging das Konzert auf die Zielgerade. Mit den ebenso schwungvoll wie auf den Punkt dargebotenen Quasi-Zugaben dem spanischen Paso Doble „El Relicario“ und der bekannten israelischen Volksweise „Hava Nagila“ klang es aus.

Organisatorin der Konzerte ist Judith Klein (28), die den Kammermusikkurs während ihres Bachelor-Studiums (Kulturmanagement) gegründet und damit das theoretisch Erlernte sofort in die Praxis umgesetzt hat. Zur Verlegung des am Samstag stattfindenden Abschlusskonzerts vom Johanneshaus in Niefern-Öschelbronn in die Musikschule Calw merkte ihr Vater, Gerd-Uwe Klein, an: „Die neue Leitung in Niefern-Öschelbronn fühlte sich nicht an mit ihrer Vorgängerin getroffenen Absprachen gebunden“.

Autor: Robin Daniel Frommer