Schömberg
Schömberg -  12.02.2026
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Kommen noch zwei Windräder dazu? Unternehmen will bei Schömberg wieder bauen

Schömberg. Am Ende konnten die Windpark-Vertreter zufrieden zurück in die Zentrale nach München fahren. Im Schömberger Gemeinderat hatten sie vor knapp zwei Wochen den Pachtvertrag für zwei weitere Windräder bei Langenbrand unter Dach und Fach gebracht. Damit hat das Unternehmen „BayWa r.e.“ eine erste wichtige Hürde genommen, um den bereits bestehenden Windpark mit vier Anlagen zu erweitern.

Die vier Windräder bei Langenbrand – von Engelsbrand aus gesehen – stehen schon seit 2024. Ganz rechts ist auch der Windpark Straubenhardt zu sehen.
Die vier Windräder bei Langenbrand – von Engelsbrand aus gesehen – stehen schon seit 2024. Ganz rechts ist auch der Windpark Straubenhardt zu sehen. Foto: Kaiser

Doch in Stein gemeißelt ist noch nichts. Die geplanten beiden Windräder müssen noch ein aufwendiges Genehmigungsverfahren bestehen. „BayWa r.e.“ nennt trotzdem schon ein Datum, an dem noch mehr Strom auf der Langenbrander Höhe produziert werden soll.

Wie geht es nach der Abstimmung im Schömberger Gemeinderat weiter?

Vier der Gemeinderäte stimmten vor rund zwei Wochen gegen den ausgehandelten Pachtvertrag. Unter anderem weil die Windräder weniger als 1500 Meter vom nächsten Wohnhaus in Langenbrand entfernt und weithin sichtbar seien. Die Mehrheit war jedoch für eine Signatur von Bürgermeister Matthias Leyn. Und so kann Projektleiter Luke Kelly auf PZ-Anfrage nun auch folgenden Zeitplan skizzieren: „Nach heutigem Stand ist der nächste Schritt die Unterzeichnung des Pachtvertrags zwischen der ,BayWa r.e.‘ und der Gemeinde Schömberg. Im Anschluss daran werden die Gutachten für die geänderten Standorte überarbeitet und an die neuen Standorte angepasst.“ Ursprünglich sollten drei Windräder im zweiten Teil gebaut werden. Auf eines soll nun aber verzichtet werden, weil es nach aktuellen Berechnungen 20 Prozent weniger Strom geliefert hätte und damit unwirtschaftlich gewesen wäre. Und auch am Standort einer Anlage haben die Planer des Unternehmens noch einmal etwas verändert. Die Anlage mit der Bezeichnung WEA10 sei um 20 Meter verschoben worden, erklärte Projektleiter Luke Kelly in der Sitzung des Gemeinderats.

Welche Schritte sind dann noch nötig?

„BayWa r.e.“ muss mit seinen beiden anvisierten Windrädern ein sogenanntes immissionsschutzrechtliches Genehmigungsverfahren durchlaufen. Dabei prüft das Landratsamt – laut Kelly in diesem Fall des Enzkreises – die Auswirkungen beispielsweise auf Natur, Umwelt und Mensch. „Die Einreichung der Unterlagen für das Verfahren ist für den späten Sommer dieses Jahres vorgesehen“, so der Projektleiter weiter. „Derzeit sehen wir keine Hürden im Genehmigungsverfahren.“ Durch den Bau der bereits bestehenden vier Windräder liege eine sehr gute Übersicht über die Fläche vor. Daher rechnet das Unternehmen mit Sitz in München, dass der Enzkreis innerhalb von rund sieben Monaten eine Genehmigung erteilt.

Wann sollen die beiden geplanten Windräder gebaut und wann schlussendlich ans Netz gehen?

„Nach heutigem Stand ist ein Baubeginn im Jahr 2028 vorgesehen“, so Kelly. Dann könnten wieder Schwertransporte durch das Obere Enztal und dann hinauf auf die Langenbrander Höhe rollen – wie beim Bau des ersten Abschnitts. „Die Inbetriebnahme ist für 2029 geplant.“ Also fünf Jahre nach den bereits vier gebauten Windrädern, die im Sommer 2024 ans Netz gingen.