Schömberg
Schömberg -  04.09.2021
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Reines Wasser, mehr Platz für Schüler: Diese Bauprojekte stehen in Schömberg auf der Tagesordnung

Schömberg. Vieles läuft im Verborgenen. Wie aktuell gerade auch in Schömberg. Dort werden momentan Teile der örtlichen Wasserversorgung auf eine nächste Sicherheitsstufe gehoben und die Ludwig-Uhland-Schule fit für die Zukunft gemacht. Die Verwaltung hat der PZ an den Orten des Geschehens jeweils Einblicke gegeben.

Dennis Herter und Ulrich Kornhaas von Alwin Eppler zeigen Wassermeister Siegfried Bodamer, Ortsbaumeister Martin Dittler und Bürgermeister Matthias Leyn (von links) die Funktionsweise der Ultrafiltrationsanlage im Hochbehälter Bühlhof. Dort wird das Wasser durch 14 Module mit Filtermembranen fließen. Eine davon war Anfang der Woche schon installiert (schwarzes Rohr unten in der Bildmitte). Foto: Krivec
Dennis Herter und Ulrich Kornhaas von Alwin Eppler zeigen Wassermeister Siegfried Bodamer, Ortsbaumeister Martin Dittler und Bürgermeister Matthias Leyn (von links) die Funktionsweise der Ultrafiltrationsanlage im Hochbehälter Bühlhof. Dort wird das Wasser durch 14 Module mit Filtermembranen fließen. Eine davon war Anfang der Woche schon installiert (schwarzes Rohr unten in der Bildmitte). Foto: Krivec

Wasserversorgung: Im Juni 2018 mussten die Schömberger und Langenbrander ihr Trinkwasser vor Gebrauch zehn Minuten abkochen. Der Wassermeister setzte zudem Chlor ein. Starke Regenfälle hatten zu einer starken Trübung geführt, wodurch sich Colibakterien vermehrten. Eine Situation, die sich so bald nicht mehr wiederholen dürfte. In den Hochbehältern Bühlhof in Schömberg und Bernhardsäcker in Langenbrand werden aktuell sogenannte Ultrafiltrationsanlagen aufgebaut.

„Das ist der neueste Stand der Technik. In den nächsten Jahrzehnten wird es keine Probleme mehr geben“, sagte Ulrich Kornhaas, Geschäftsführer des beauftragten Ingenieurbüros Alwin Epller, im Hochbehälter Bühlhof. Die dortige, bisherige UV-Technik habe bei Eintrübungen nicht mehr funktioniert. Doch gerade im Schwarzwald, wo meist Oberflächenwasser genutzt werde, komme das häufig vor.

"Seit dem Orkan Lothar haben wir vermehrt mit Trübungen zu kämpfen",

so Siegfried Bodamer, Wassermeister der Gemeinde Schömberg.

Die neuen Anlagen filtern laut Kornhaas zudem 99,99 Prozent der Viren und Bakterien aus dem Trinkwasser. Deren Membrane seien wie in Form gepresste Kaffeefilter – „nur besser“.

„Nächste Woche werden die Elektrokabel angeschlossen“, erzählte Dennis Herter, Ingenieur bei Alwin und Eppler. Dann starte der Probebetrieb. Mitte September rauschen dann insgesamt 22 Liter Trinkwasser pro Sekunde durch die neuen Anlagen in beiden Hochbehältern. Insgesamt nimmt Schömberg dafür 400.000 Euro in die Hand. Der Gemeinderat hatte sich zunächst gegen die Ultrafiltrationsanlagen entschieden, bis Kliniken und Mediziner Alarm schlugen.

Ludwig-Uhland-Schule: In der Ludwig-Uhland-Schule (LUS) in Schömberg werden künftig mehr Kinder und Jugendliche unterrichtet als momentan (rund 400). Davon geht Hauptamtsleiterin Lea Miene aus und beruft sich dabei unter anderem auf die steigenden Betreuungszahlen der örtlichen Kindergärten. Hinzu kämen auch zwei neue Baugebiete und damit neue Einwohner, so Bürgermeister Matthias Leyn vor Ort. Um dem Bedarf gerecht zu werden, lässt die Gemeinde aktuell drei neue Klassenzimmer realisieren. Von außen sieht der Anbau schon fertig aus. Im Inneren ist aber noch einiges zu tun, wie Rainer Benz vom Architekturbüro Dorner und Partner aus Altensteig erklärt. In den kommenden Tagen sei mit den Elektro-, Heizungs- und Sanitärarbeiten noch einiges zu tun. „Bis Mittwoch muss das fertig sein, dann ist der Trockenbau an der Reihe“, so Benz.

Anfang Dezember sollen die ersten Schüler im rund 300 Quadratmeter großen Anbau unterrichtet werden. Im ersten Quartal 2022 gehen die Arbeiten im knapp 5700 Quadratmeter großen Bestand der LUS weiter. Dort werden dann der Brandschutz, die Barrierefreiheit und Digitalisierung auf Vordermann gebracht, sagte Leyn. „Wir müssen in alle Räume rein. Das wird organisatorisch sehr aufwendig. Wir müssen uns sehr eng mit der Schulleitung abstimmen“, so Architekt Benz. Die drei neuen Klassenzimmer seien in dieser Zeit als Ausweichfläche gedacht, erläuterte Miene.

Luftfilter in der Schule und Kitas?

Um diese Frage zu klären, prüfe das Bauamt momentan, welche Räume in den einzelnen Einrichtungen nicht belüftet werden können, so Bürgermeister Matthias Leyn. Denn das sei Grundvoraussetzung für einen Zuschuss: dass ein Zimmer nicht richtig gelüftet werden kann. „Wir denken, dass das nicht auf viele Räume zutrifft“, so Leyn weiter. Einfach so Geräte zur Reinigung der Luft anzuschaffen, sei mjedenfalls „ein bissschen zu teuer“. Laut Hauptamtsleiterin Lea Miene gibt es in den Einrichtungen schon Geräte, die den CO2-Gehalt in den Räumen messen.