Schömberg
Schömberg -  29.01.2020
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Schömberger „Himmelsglück“ führt in luftige Höhen bei den Kosten

Schömberg. Mit großer Einigkeit und ohne Gegenstimmen oder Enthaltungen hat der Gemeinderat Schömberg in seiner jüngsten Sitzung die Erdbau-, Stahlbeton-, Holzbau-, Stahlbau- und Aufzugs- sowie Elektroarbeiten für den Neubau des Aussichtsturms „Himmelsglück“ im Schömberger Teilort Oberlengenhardt vergeben.

Kostensteigerung beim Aussichtsturm Himmelsglück: Erst im Herbst hatte sich Schömbergs Bürgermeister Matthias Leyn (rechts) über Fördergelder in Höhe von 1,235 Millionen Euro gefreut. Landtagsabgeordneter Thomas Blenke und Tourismusminister Guido Wolf (von links) lobten damals das Projekt. Foto: PZ-Archiv/Dast-Kunadt
Kostensteigerung beim Aussichtsturm Himmelsglück: Erst im Herbst hatte sich Schömbergs Bürgermeister Matthias Leyn (rechts) über Fördergelder in Höhe von 1,235 Millionen Euro gefreut. Landtagsabgeordneter Thomas Blenke und Tourismusminister Guido Wolf (von links) lobten damals das Projekt. Foto: PZ-Archiv/Dast-Kunadt

Insgesamt liegen die Arbeiten fast 750.000 Euro über der Kalkulation. Die Gesamtbaukosten betragen damit nun rund 3,25 Millionen Euro gegenüber den geplanten 2,5 Millionen Euro. Darin nicht enthalten ist die Baukostenbeteiligung des privaten Investors in Höhe von 480.000 Euro. „Der Markt spielt zur Zeit verrückt“, sagte Bürgermeister Matthias Leyn. Auch bei anderen Projekten der Gemeinde seien bereits erhebliche Kostensteigerungen hinzunehmen gewesen. So etwa beim Kreisverkehr, der Kita Eulenbächle, voraussichtlich auch beim Erweiterungsbau und bei der Sanierung der Ludwig-Uhland-Schule und sicher auch beim Bau der Sporthalle, so der Bürgermeister.

„Wir haben Glück, dass wir einen Investor gefunden haben, der sehr viel Geld in die Hand nimmt“, so Leyn. Auch der Investor habe Kostensteigerungen zu tragen. Daher appellierte er eindringlich an das Gremium: „Das ist der Schömberger Weg.“ Das Gremium habe sich jahrelang mit dem Thema eingehend auseinandergesetzt. „Unser Weg ist ein Besonderer – alle schauen auf uns“, sagte er weiter. Nur deshalb habe Schömberg einen so großen Zuschuss aus einem nicht allzu großen Fördertopf bekommen. „Nun müssen wir Mut haben diese Mehrkosten zu akzeptieren“. Dem schloss sich das Gremium uneingeschränkt an.

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Insbesondere Gemeinderatsmitglieder, die beruflich mit der Baubranche zu tun haben, bestätigten, dass alle Angebote durchweg realistisch und nicht utopisch kalkuliert worden seien. „Natürlich sind wir nicht in Jubel ausgebrochen“, bestätigte der UWV-Fraktionsvorsitzende Gerold Kraft. Aber die Kosten liefen derzeit überall davon. „Jetzt die Reißleine zu ziehen, ist keine Option“, sagte er. Dann brauche Schömberg sich beim Kreis oder dem Land nie wieder blicken zu lassen, um Unterstützung für ein Projekt zu erhalten.

Auch MUZ-Gemeinderat Andreas Karcher bestätigte: „Tatsächlich sind wir mit einem blauen Auge davongekommen.“ Das Infrastrukturpaket stehe ja noch aus. Er wünsche sich, dass wenigstens das in einem vertretbaren Rahmen bleibe. „Die eigentliche Arbeit kommt ja erst noch, wenn der Turm steht“, so Karcher weiter. Dann müsse das Projekt zum Erfolg geführt werden.

Autor: Yvonne Dast-Kunadt