Stellungnahme macht Hoffnung: Hat diese alte Schömberger Villa endlich wieder eine Zukunft?
Schömberg. Klappt es im zweiten Anlauf endlich? Wird das alte Pfarrhaus in Langenbrand bald wieder aus dem Dornröschenschlaf geholt und mit Leben gefüllt? Von einem Durchbruch beim Verkauf des denkmalgeschützten Gebäudes schräg gegenüber der Kirche zu sprechen, ist noch etwas verfrüht. Doch die kurze Stellungnahme des Besitzers macht Hoffnung.
Bis Ende Juli hatten Interessenten Zeit, mithilfe eines vorbereiteten Antrags ein Höchstgebot abzugeben: mindestens 270.000 Euro, wobei in der Immobilienanzeige 480.000 Euro standen. Seither hat das Land, das der Immobilie aus dem Jahr 1914 gehört, die Qual der Wahl, ob, wann und an wen diese zu welchen Bedingungen veräußert wird. Eventuell seien ein Nachgebot und Finanzierungsnachweis nötig. Hieß es vor der Deadline im Juli.
Die Antwort, die nun vom Amt für Vermögen und Bau Pforzheim kommt, das den Verkauf für das Land steuert, klingt optimistisch: „Wir freuen uns, dass die Ausschreibung auf Interesse gestoßen ist und der Verkaufsprozess nun weiter voranschreiten kann. Er ist noch nicht abgeschlossen“, schreibt der stellvertretende Leiter Benedikt Köster. Wie viele Angebote eingegangen sind und wie es nun weitergeht? Auf diese Fragen geht er nicht ein.
Immerhin ist das Amt einen Schritt weiter als beim ersten Verkaufsversuch im Mai. Damals wurden die eingegangenen Angebote intern geprüft und das alte Pfarrhaus anschließend erneut zum Verkauf angeboten. Heißt: In der ersten Runde war nichts Ordentliches dabei. Auch damals wollte sich das zuständige Amt nicht zu der Zahl der abgegebenen Angebote und deren Inhalt äußern.
Viele Details gab es dagegen bei beiden Verkaufsanläufen in der Annonce: „Charmantes frei stehendes Wohngebäude mit großzügigem Grundstück und Sanierungspotenzial“ stand über dem Immobilien-Exposé. Ein Blick hinein verriet: Das Grundstück ist fast 1200 Quadratmeter groß, die Wohnfläche nahezu 500 Quadratmeter. Aufgeteilt in Keller, Erd-, Ober- und Dachgeschoss. 480.200 Euro verlangte das Land Baden-Württemberg dafür.
So sieht es im Inneren aus
Wer den Zuschlag erhält, muss sicherlich einiges investieren. Schon von außen wird sichtbar: Einige der gelben Schindel haben sich schon von der Fassade verabschiedet. An manchen Stellen stopfen Bretter vermutlich größere Löcher. Wesentlich renoviert worden sei zuletzt in den 1970er-Jahren, steht im Exposé. Küche, Sanitäranlagen, Elektroinstallationen, Fenster und Heizungsanlage stammten im Wesentlichen aus dieser Zeit. „Sowohl die bauliche Substanz als auch die technische Ausstattung sind altersbedingt renovierungsbedürftig.“ Eine Prüfung des Zustands obliege dem potenziellen Käufer.
Der investiere aber auch in ein „Gebäude mit herrschaftlichem Charakter“ und „repräsentativer Grundrissstruktur“, so das Land. In der Annonce wurden in dem Zug die Erker, der Treppenhausturm mit Glockendach, „großzügige Raumzuschnitte und überdurchschnittliche Raumhöhen“ genannt. Darüber hinaus seien in Teilen noch Holzböden, Vertäfelungen und Kassettentüren, Zargen und Fenster aus der Zeit des Baus vorhanden.
Über das denkmalgeschützte Haus wird in Langenbrand und Schömberg schon lange diskutiert. Im vergangenen Sommer hatte Gemeinderat Tino Bayer (MUZ) vor einer „Charlottenhöhe 2.0“ gewarnt und von einem „Schandfleck“ gesprochen. Das Land überlasse das alte Pfarrhaus dem Verfall, kritisierte er. Als vor ein paar Monaten klar wurde, dass es verkauft werden soll, jubelte Bayer. Das sei angesichts mangelnden Wohnraums und der aktuellen Finanzlage der öffentlichen Hand eine gute Nachricht.
Doch ganz so euphorisch sind längst nicht alle.
Langenbrands Ortsvorsteher Reiner Keppler zum Beispiel: „Wir wissen nicht, wer der Käufer ist und was er damit vor hat. Das Einzige, was feststeht, ist, dass viel saniert werden muss. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz“, sagte er im Februar zur Verkaufsnachricht.
Es bleibt spannend, ob das alte Pfarrhaus einen neuen Besitzer findet und was dieser mit dem ortsprägenden Gebäude vor hat.
