Schömberg
Schömberg -  22.03.2026
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Stepan siegt in Schömberg: So verlief der Wahlabend, dann will der neue Bürgermeister anfangen

Schömberg.Noch fehlt das Ergebnis von einem der neun Wahlbezirke. Doch Michael Hopf weiß schon, dass er den klaren Vorsprung seines Konkurrenten nicht mehr aufholen kann. Im Moment der Niederlage geht er zu Matthias Stepan und gratuliert ihm zum Wahlerfolg. Der 43-jährige Maisenbach-Zainer ist neuer Schömberger Bürgermeister. Fünf Minuten später ist es dann auch amtlich: 63,9 Prozent zu 36,1 Prozent heißt es um 18.50 Uhr.

Stichwahl Bürgermeister Schömberg
Der Wahlausschuss-Vorsitzende Udo Bertsch (rechts) darf dem Sieger als Erstes gratulieren. Foto: Meyer

Langer Applaus für den Sieger. Im Ratssaal stehen die Zuschauer dicht gedrängt. Aktuelle und ehemalige Gemeinderäte sind da, Mitarbeiter der Verwaltung, Feuerwehrkommandant Rainer Zillinger, Vertreter aus der Wirtschaft und Gesellschaft, Bürgermeister aus umliegenden Kommunen, Landrats-Vize Frank Wiehe, der neu gewählte CDU-Landtagsabgeordnete Carl Christian Hirsch. Stepan zeigt in seiner ersten Rede als designierter Rathauschef gleich, wie der gesamte Wahlkampf verlaufen ist: fair. Er bedankt sich bei Hopf für das Duell in der Nachspielzeit – beide mussten nach dem ersten Wahlgang vor zwei Wochen in die Stichwahl an diesem Sonntag. Sie hatten in den vergangenen Tagen noch einmal intensiven Wahlkampf geführt. Nur auf Facebook war der Ton zwischen den Lagern der beiden Kandidaten in den vergangenen Tagen etwas rauer geworden.

„Ich dachte, das Ergebnis fällt enger aus“, so der 43-Jährige. Siegessicher sei er keineswegs gewesen, erzählt er später im Gespräch mit der PZ. Er sei von einem Kopf-an-Kopf-Rennen ausgegangen.

„Es gibt viel zu tun“, sagt Stepan im vollen Ratssaal. Er spricht den tiefroten Haushalt an, kündigt einen Vereinsabend, eine Gewerbeschau und ein Konzept für den Aussichtsturm an. Auch die Aussegnungshalle in Bieselsberg reißt er an, die in dieser Woche für Furore im Teilort und Gemeinderat gesorgt hat. „Meine erste Maßnahme ist eine Bürgersprechstunde“, kündigt er an. In welcher Form sei noch unklar – ob bei ihm im Büro oder draußen vor Ort. „Wenn Sie Ideen haben, kommen Sie auf mich zu. Ich werde Sie nicht enttäuschen.“

Der Maisenbach-Zainer dankt seiner Familie, seinen Eltern und seinem „Wing-Team“ aus Freunden, Bekannten und Unterstützern. „Ich freue mich auf die nächsten acht Jahre in Schömberg.“

An diesem Montag hat der Wahlsieger Urlaub genommen. Dann geht‘s wieder ins Wirtschaftsministerium nach Stuttgart, wo er als Referent arbeitet. „Ich werde meinen Dienst im April antreten. An welchem Tag genau, kann ich noch nicht sagen“, sagt er in seiner Rede. Im Gespräch mit der PZ geht er davon aus, dass er die Gemeinderatssitzung Ende April bereits leiten wird. „Mein Start als Bürgermeister wird sicherlich schon davor sein.“ Auch für die Vorbereitung. Schon diese Woche will Stepan in der Glücksgemeinde präsent sein. Bei der Jahreshauptversammlung von Menschen helfen Menschen und der Waldputzete. Letztere beiße sich auch nicht mit der gleichen Veranstaltung in seinem Heimatort, wo er Ortsvorsteher ist. Dieses Amt will er im Sommer geordnet an einen Nachfolger übergeben. Um 20.30 Uhr verlässt Stepan den Ratssaal in Richtung Kurhausrestaurant. Er ist einer der letzten.

Hopf zurück ins Landratsamt

Und Hopf? Auch der bekommt Anerkennung und Applaus für seinen engagierten und fairen Wahlkampf. „Ich kann nicht sagen, woran es gelegen hat“, sagt er am Rande der Feier. „Vielleicht habe ich meine Wähler nicht alle erreicht.“ Er bedankt sich bei seinen Unterstützern. Wie viele sei auch er selbst von einem Kopf-an-Kopf-Rennen ausgegangen. „Ich habe mein Bestes gegeben und habe sehr gute Gespräche geführt.“ Er wünscht Stepan viel Kraft und gute Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern. Für ihn heißt es nun erst einmal Kraft tanken. Der 44-jährige Schömberger hat Urlaub. „Dann geht es normal weiter. Im Landratsamt gibt es genug Aufgaben“, so der Kreiskämmerer. Der noch amtierende Bürgermeister Matthias Leyn war am Sonntagabend nicht im Rathaus – wie nach dem ersten Wahlgang. Er war im November nach nur zweieinhalb Jahren in seiner zweiten Amtszeit überraschend zurückgetreten. Der 49-Jährige hatte dies mit verlorener Kraft, Energie und Begeisterungsfähigkeit begründet. Leyns Amtszeit endet offiziell am 31. März. Verabschiedet worden ist er in kleiner Runde im Gemeinderat am vergangenen Dienstag. Im April wartet dort dann die offizielle Amtseinführung Stepans.