Schömberg
Schömberg -  19.07.2020
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Supertussi Rena Schwarz begeistert beim Kaffee-Gässle-Verein im Schömberger Kurhaus

Schömberg. Junge Leute hätten sich vermutlich irritiert gezeigt. Von was redet die Frau auf der Bühne überhaupt? Die trällert die Melodie des berühmtesten Delfins (Flipper) und reitet mit „Little Joe“ über die Bonanza-Steppe. Und dann zieht sie auch noch einen ganzen Haufen Plastikbehälter aus einem Stoffbeutel. Auf zur fröhlichen Tupperparty mit „Vergiss-mein-nicht“ für die halbe Pampelmuse (zum Aufhängen in der Kühlschranktür) und dem vierteiligen Wichtel-Set, mit dem sich auch ein Samenraub realisieren ließe. „Für jeden Nachbar eine andere Farbe.“ Wer es klar sichtbar deponiert, bescheinigt Schwarz: „Der muss Geld haben, dass er sich so einen Scheißdreck leisten kann.“

Am Ende eines amüsanten Abends: Rena Schwarz als Marlene Dietrich mit Brustimplantat. Foto: Roth
Am Ende eines amüsanten Abends: Rena Schwarz als Marlene Dietrich mit Brustimplantat. Foto: Roth

Kein Zweifel, die „Supertussi“ Rena Schwarz ist in Fahrt. Auch wenn da mal ein Witzchen unter die Gürtellinie rutscht, haut es das nicht mehr im jugendlichen Alter sich befindende Publikum am Samstagabend im Kurhaus Schömberg nicht von den in großem Abstand aufgestellten Stühlen. Im Gegenteil. Es quietscht nahezu fröhlich angesichts der Tussi-Rollen, in die Rena Schwarz mithilfe verschiedener Jacken schlüpft. Eine alte Bekannte übrigens in der Glücksgemeinde, dank spontaner Hilfestellung des Rathauses nun mitsamt dem Auftraggeber Kaffee-Gässle coronabedingt hier unter Dach und Fach. Und da geht’s richtig zur Sache. Da wird kein Feigenblatt vor den Mund genommen und auch fröhlich mit dem Publikum geflirtet. „Ihr seid verheiratet? Warum?“ Von der „Frauen-Gelüste-Befriedigungs-Party“ mit Tupper – dessen Besitz Frau übrigens einen klaren Vorteil auf dem Heiratsmarkt beschert – geht es direkt zur „Brei-Schrei-Kackeklecks-Messe“, wo die Turbo-Selbst-Entkoter-Pamper vorgestellt wird. Gut für würgende Väter an der Windelfront, gut für ihre Freundin, die gerade Baby Camelia auf die Welt gebracht hat.

Überhaupt die Sache mit den Vornamen. Weleda? Wisch mal den Boden! Mercedes? Fahr mal den Wagen vor. Auch in Mode: Babys nach dem Ort ihrer Entstehung zu benennen. Wer „Sonnige Waldlichtung im Mai“ heißt hat da ja noch Glück gehabt. Besser als „Rückbank vom Opel Astra“. Die nächste Super-Tussi steht keine Minute still: Gesundheitsapostelin Petra joggt auf der Stelle, dreht das Joghurt mal links, dann rechts und gerät schließlich in einen Astral-Strudel vor lauter auyrvedischer Konzentration.

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Und dann kommt die Minute, in der ihr besonderer Gast auftritt: Super-Tussi Angela Merkel packt aus. Samt Hände-Raute und hängenden Mundwinkeln – „Meine Oma sagt immer, mach das nicht so lang, sonst bleibt das.“ Die Kanzlerin besucht die Partnerstadt der Türkei. Köln habe sich deshalb angeboten, weil dort „so viele Türken leben wie in der Türkei“. Beim Blick aus dem Fenster ihres Hauses sieht die Politikerin aber etwas, was ihr nicht gefällt: drei Arbeitslose, biertrinkend auf einer Parkbank. „Mutti, reg dich nicht auf, das sind nur drei Ich-AGs im Außendienst-Seminar.“

Die nächste Seh(e)-Bühne-Veranstaltung findet am 8. August, 20 Uhr im Kurhaus statt: Das Puderdose-Duo spielt „Tschuldigung, war Absicht“.

Autor: Susanne Roth