Unterreichenbach
Unterreichenbach -  25.11.2018
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Ringen um Dachformen

Unterreichenbach. Unterreichenbach sucht händeringend freie Bauflächen. Gemeinderat billigt Planänderungen trotz Gegenwehr.

Uneinigkeit herrscht derzeit im Unterreichenbacher Gemeinderat. Sowohl der Bebauungsplan Hausäcker II, als auch der Bebauungsplan Hausäcker-Erweiterung im Unterreichenbacher Teilort Kapfenhardt sollen geändert werden. „Beide Bebauungspläne stammen aus den 1960er Jahren und werden den heutigen Bauwünschen nicht mehr gerecht“, erläuterte Bürgermeister Carsten Lachenauer. Ziel sei es, im Zuge der Innenentwicklung junge Familien in den Ort zu holen. „In beiden Baugebieten haben wir etliche freie Grundstücke“, so Lachenauer. So sollen künftig verschiedene Baustile und -formen wie Sattel-, Flach- oder Pultdach möglich sein.

Zudem seien die Grundstücke für sich genommen sehr groß, weshalb künftig eine Grundstücksteilung möglich sein soll. Damit könnte etwa ein Doppelhaus auf einem Grundstück errichtet oder eine Grundstücksgrenze mit einem Mehrfamilienhaus überbaut werden. Im geänderten Bebauungsplan soll lediglich die überbaubare Fläche gekennzeichnet werden. Innerhalb dieser Fläche kann man dann bauen – „unter Berücksichtigung geltender Regeln“, so Lachenauer. So sollen maximal 40 Prozent der gesamten Grundstücksfläche überbaut werden dürfen. Hinzu kommt die Garagenfläche. Auch ist ein Grenzabstand von 2,5 Metern zum Nachbarn einzuhalten.

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„Das finde ich sehr heftig“, meldete sich ein Kapfenhardter zu Wort. Früher sei dieses Baugebiet durch Weite und Offenheit gekennzeichnet gewesen. Mit der Planänderung verfalle man ins Gegenteil. Auch die Gemeinderäte Martin Stähle, Jörg Killinger und Walter Hauff äußerten heftige Kritik an den Plänen der Gemeinde. „Ich bin dagegen, dass auch Flachdächer zugelassen sein sollen“, so Stähle. Killinger forderte, die Gemeinde solle endlich Geld für ein Baugebiet auf der grünen Wiese in die Hand nehmen.

Lachenauer entgegnete, dass Unterreichenbach keine Flächen für ein Neubaugebiet zur Verfügung habe und dass das Landratsamt keine Einzelbefreiungen für Baugesuche in diesen Gebieten wolle. Daher sei die Planänderung dringend. Bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung billigte das Gremium schließlich die Bebauungsplanänderung.

Autor: Yvonne Dast-Kunadt