Unterreichenbach
Unterreichenbach -  17.03.2021
Artikel teilen: Facebook Twitter Whatsapp

Umstrittener Standort: Unterreichenbachs Gemeinderat kämpft für Blitzer-Verlegung

Unterreichenbach. Unterreichenbach wünscht sich einen neuen Standort für die Verkehrsüberwachung im Teilort Dennjächt. Auch ein Ausbau der B463 spielt bei der Diskussion eine Rolle.

Eine Stuttgarter Energieberatung wurde beauftragt, um das Rathaus in Unterreichenbach, die zwei Kindergärten der Gemeinde, die Turn- und Festhalle, die Tannbergschule und das Feuerwehrgerätehaus in Kapfenhardt auf das Thema Energie hin genau zu untersuchen. Foto: Dast-Kundt (Symbolbild)
Eine Stuttgarter Energieberatung wurde beauftragt, um das Rathaus in Unterreichenbach, die zwei Kindergärten der Gemeinde, die Turn- und Festhalle, die Tannbergschule und das Feuerwehrgerätehaus in Kapfenhardt auf das Thema Energie hin genau zu untersuchen. Foto: Dast-Kundt (Symbolbild)

Im Unterreichenbacher Teilort Dennjächt soll demnächst die alte Verkehrsüberwachung durch eine neue Blitzersäule ersetzt werden. Eigentlich eine gute Nachricht, ist der alte Blitzer laut Bürgermeister Carsten Lachenauer doch einer der Ältesten, wenn nicht sogar der Älteste im Kreis Calw. Ungetrübt ist die Freude von Verwaltungsspitze und Gemeinderat trotzdem nicht. Sie wollen eine Verlegung zum Ortsausgang hin in Richtung Bad Liebenzell.

„Der aktuelle Standort ist hoch umstritten“, so Lachenauer. Die alte Anlage befindet sich direkt neben dem einzigen Zebrastreifen der Ortschaft im Nagoldtal, durch die die Bundesstraße 463 führt. „Das ist nicht ungefährlich“, sagt auch Gemeinderat Sven Credé. Oftmals konzentrierten sich die Autofahrer eher auf den Blitzer, als auf den Zebrastreifen. „Das hat schon mehrfach zu sehr ungünstigen Situationen für Fußgänger geführt“, so Credé. Und der Bürgermeister zählt auf: „Dort sind zwei Bushaltestellen, ein Gasthof mit Parkplatz, die Grundschüler queren hier die Straße und Radfahrer, die auf dem Nagoldtalradweg unterwegs sind, müssen hier ebenfalls kreuzen.“

Einstimmig hat sich das Gremium daher dafür ausgesprochen, die Blitzanlage zu verlegen. Doch das Landratsamt Calw hat schon im Vorfeld signalisiert, dass man von einer Verlegung nichts halte. Eine Blitzsäule müsse mindestens 150 Meter vom Ortsschild entfernt aufgestellt werden, zitierte Lachenauer die Kreisverwaltung. Und ergänzte: „Aber diese Regelung gibt es so eigentlich nicht mehr.“

Hinzu kommt noch ein zweiter Punkt, der nach Meinung des Gemeinderates und der Gemeindeverwaltung für eine Verlegung zum Ortsausgang hin spricht: „Es gibt erste Überlegungen und Kontakte zu einem geplanten dreispurigen Ausbau der B463 zwischen Dennjächt und der Monbachkurve“, so der Bürgermeister auf PZ-Nachfrage. Die Befürchtung: Mit einem Ausbau werde es künftig noch höhere Geschwindigkeiten am Ortseingang geben. „Wir werden eine Verschlechterung der Situation für unsere Bevölkerung in Dennjächt nicht akzeptieren“, so Lachenauer. Ein Blitzer direkt am Ortsein- und ausgang müsse dem entgegenwirken – „ob der Ausbau nun kommt oder nicht.“

Autor: Yvonne Dast-Kunadt