10 Jahre Inklusions-Abteilung des 1. CfR Pforzheim: Eine Erfolgsgeschichte mit Herz
Pforzheim. Was mit acht Fußballern begann, ist heute Deutschlands größte Inklusions-Abteilung – der CfR feiert im Jahr 2026 ein Doppeljubiläum.
Was für eine Erfolgsgeschichte – und sie wird mit großer Leidenschaft immer weitergeschrieben. Vor 25 Jahren nahmen erstmals acht Menschen mit Handicap von der Lebenshilfe Pforzheim an einem Turnier teil. Vor zehn Jahren folgte der nächste Meilenstein: Beim 1. CfR Pforzheim wurde die Inklusions-Abteilung gegründet. Heute ist sie mit 50 aktiven Fußballern und Fußballerinnen sowie 30 passiven Mitgliedern die größte Inklusions-Abteilung Deutschlands. Doch nicht nur in der Größe setzt die Abteilung Maßstäbe. Sportlich gehört das Team des 1.CfR Pforzheim zu den besten in Nordbaden und stellt seine Klasse regelmäßig bei Spielen um die baden-württembergische Meisterschaft unter Beweis. Das Doppeljubiläum wurde kürzlich im Clubhaus des CfR in der Kramski-Arena gefeiert.
„Die Inklusions-Abteilung ist eine großartige Erfolgsgeschichte für unseren Verein“,
sagt Markus Geiser.
„Was als kleine Fußballgruppe begann, ist heute Deutschlands größte Inklusions-Abteilung – diese Fahne halten wir gerne hoch.“ Die Spielerinnen und Spieler würden einfach begeistern. „Ihre Unverbissenheit ist ansteckend. Sie setzen sich nicht unter Druck, sie haben Freude am Spiel – und genau das macht es so besonders. Zudem ist die Abteilung von Betreuerseite her hervorragend aufgestellt“, betont der Vorstandsvorsitzende des CfR.
Inzwischen kümmern sich sieben Trainer und Trainerinnen um die 50 Fußballer, die einmal pro Woche in unterschiedlichen Leistungsklassen trainieren. Alle haben eine geistige Behinderung, das Alter ist bunt gemischt. Was das Besondere an der Mannschaft sei? Abteilungsleiter und Coach Steffen Bähr, der die Gruppe im März 2000 gründete und sie seither mit außergewöhnlichem Engagement und viel Herzblut begleitet, muss nicht lange überlegen: „Es macht einfach Spaß mit den Jungen und Mädchen. Wir begegnen uns auf Augenhöhe und freuen uns, mit wie viel Einsatz und Leidenschaft alle bei der Sache sind.“
Die Mitglieder kommen aus Pforzheim und dem Enzkreis – und ihr sportlicher Ehrgeiz ist wahrlich beeindruckend. In den vergangenen Jahren ging es kontinuierlich bergauf, zahlreiche Turniersiege und Titel konnten gefeiert werden.
Bei der Jubiläumsfeier kürzlich im Clubhaus wurde auch an diese Erfolge erinnert. Steffen Bähr hatte rund 300 Bilder sowie zahlreiche Videos aus 25 Jahren zusammengestellt.
Alle bislang gewonnenen Pokale wurden zudem an der Feier unter den Kickern verlost. Ein besonderer Dank galt den ehemaligen und aktuellen Trainerinnen und Trainern. Fünf Trophäen bleiben jedoch dauerhaft im Clubhaus, darunter der Meisterpokal von 2023. Ebenso behalten der große Wanderpokal des Sportvergleichswettkampfes der Regionen, der nach zehn Siegen endgültig an den CfR ging, die Pokale der selbst ausgerichteten Turniere sowie die Auszeichnung von der Sepp-Herberger-Stiftung aus dem Jahr 2024 ihren Ehrenplatz im Clubhaus.
„Geht nicht nur um Bratwurst“
Steffen Bähr ist mächtig stolz auf seine Mannschaft und das Betreuerteam. Der Spaß bei Spielen und Turnieren stehe zwar im Vordergrund, „aber es geht nicht nur um die Bratwurst. Wir wollen uns mit anderen Teams messen und dabei auch erfolgreich sein“, sagt der 48-Jährige.
Den Blick richtet er deshalb schon nach vorne: Neben zahlreichen Turnieren steht vor allem der eigene SWP-Cup am Samstag, 13. Juni, im Fokus. Im vergangenen Jahr nahmen 30 Mannschaften aus vier Bundesländern teil. Zudem sind Starts bei Unified-Turnieren in Musberg und Hoffenheim geplant.
Große Unterstützung
Dass der SWP-Cup in der Kramski-Arena jedes Jahr zu einem großen Fest wird, ist auch der Unterstützung vieler Mitglieder aus anderen CfR-Abteilungen zu verdanken. Dafür bedankte sich Steffen Bähr beim Jubiläumsabend ausdrücklich. Die Inklusions-Abteilung „revanchiere“ sich dann auf vielfältige Weise: bei Hilfsaktionen im Stadion, beim Grillen bei Veranstaltungen, als begeisterte Dauerkarteninhaber, als Co-Trainer in Jugendteams oder als Teil der Fangruppe „Illes Erben – Block 1“, die die Oberligamannschaft des CfR auch zu Auswärtsspielen begleitet. Die Verbindung zum Verein geht quasi unter die Haut: Ein Spieler hat sich sogar die Buchstaben „CfR“ tätowieren lassen.
All das ist gelebte Inklusion – und genau dafür wurde der 1. CfR Pforzheim 2024 in Berlin mit dem ersten Platz der Sepp-Herberger-Stiftung des Deutschen Fußball-Bundes in der Kategorie Inklusion ausgezeichnet.
