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Remchingen -  23.04.2026
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100 Jahre für den Notfall: Das DRK Remchingen blickt auf lange Historie zurück

Remchingen. Herzinfarkt, Knochenbruch, Verkehrsunfall: Rund 150 Mal im Jahr – im Schnitt jeden zweiten Tag – schrillt der Alarm bei der Helfer-vor-Ort-Gruppe des DRK Remchingen. Dann zählt jede Minute. Denn ein Großteil der Einsätze sind akute medizinische Notfälle in der Gemeinde. Oft treffen die Ehrenamtlichen als Erste ein und nutzen die Zeit für eine schnelle Erstversorgung bis zur Übergabe an den Rettungsdienst. Den langen Weg bis zu diesem eingespielten System, bei dem Ehren- und Hauptamt Hand in Hand arbeiten, zeigt ein Blick in die 100-jährige Geschichte.

Nicht mehr wegzudenken sind die Einsätze der ehrenamtlichen Helfer-vor-Ort-Gruppe, hier im Januar 2026.
Nicht mehr wegzudenken sind die Einsätze der ehrenamtlichen Helfer-vor-Ort-Gruppe, hier im Januar 2026. Foto: Zachmann

Dieses Jubiläum feiert der Ortsverein am Samstag mit einem öffentlichen Abend in der Kulturhalle.

Am 6. Oktober 1926 gründete eine Männerrunde auf Initiative des Wilferdinger Bürgermeisters Wilhelm Friedrich Schäfer eine Sanitätsgruppe, deren Vorsitz er übernahm. Schon bald war sie stark gefordert: Bei einem Gauturnfest im Ort wurden laut Chronik 123 Einsätze geleistet, darunter fünf Schwer- und 24 Mittelverletzte. Die Ausstattung war über Jahre hinweg dürftig – mit Rädertragen oder Pferdegespannen ging es ins Pforzheimer Siloah-Krankenhaus. Schulspeisungen, Suchdienste und erste Unfallhilfestellen im Zuge des zunehmenden Autoverkehrs kamen hinzu.

„In den Siebzigern hat man bei den Bereitschaftsabenden noch mehr über Landwirtschaft als über Fachliches gesprochen“, erinnert sich Walter Schneider an seine Anfangszeit. Der Ortsverein war 1973 der erste in Remchingen. „Die Leitstelle rief zu Hause an, und man ging mit der Ledertasche los. Bindenwickeln und stabile Seitenlage waren das höchste der Gefühle, an Reanimation war nicht zu denken – das war dem Doktor vorbehalten.“ Unter Karl Kirchenbauer und Werner Engel entwickelte sich der Verein weiter. 1991 übernahm Schneider den Vorsitz, 2013 folgte Dieter Farr.

Viele engagierte Mitglieder machten das DRK zu einer festen Größe, die nicht nur in Notlagen hilft, sondern auch Gemeinschaft pflegt. Aus dem gemeinsamen ärztlichen Bereitschaftsdienst im Söllinger Feuerwehrhaus entstand Mitte der Neunziger die Helfer-vor-Ort-Gruppe. 2018 verzeichnete sie fast 300 Einsätze. Entlastung brachte im selben Jahr die Einrichtung einer hauptamtlichen Rettungswache für den westlichen Enzkreis, zunächst im Wilferdinger Feuerwehrhaus.

Neben einem aktiven Jugendrotkreuz unter der Leitung von Larissa Istvan und zahlreichen Sanitätsdiensten – etwa bei Faschingsumzügen, Festivals, Reitturnieren oder im Freibad – gehören Blutspenden und Seniorenarbeit zum festen Programm. Erste-Hilfe-Kurse sichern Nachwuchs und bereiten die Bevölkerung auf Notfälle vor. So stand etwa im Dezember 1993 wegen Hochwassers beinahe die Evakuierung eines Altenheims an. Während der Corona-Pandemie koordinierte das DRK ein ehrenamtliches Testzentrum. Um Fahrzeuge und Ausstattung zu finanzieren, leisten neben Spenden auch jährlich gesammelte Altkleider einen wichtigen Beitrag – auch wenn Müllablagerungen immer wieder Probleme bereiten.

Ein Wunsch bleibt jedoch bis heute unerfüllt: „Seit Jahrzehnten ist die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten unser Sorgenkind“, sagt Vorsitzender Dieter Farr. Übungsräume, Lager und Garagen sind auf mehrere Standorte verteilt. „Doch wir geben die Hoffnung auf einen pragmatischen Neubau nicht auf.“ Kaum hat er das gesagt, ruft der Piepser – der nächste Einsatz.

Das Festprogramm

Am Samstag, 25. April, feiert das DRK Remchingen mit allen Interessierten sein Jubiläum in der Kulturhalle. Einlass mit Bewirtung und Sektempfang ist ab 18 Uhr, das Programm mit zahlreichen heiteren Beiträgen Remchinger Vereine beginnt um 19.30 Uhr.