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Keltern -  30.07.2026
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1212 Unterschriften gesammelt: Bürgerinitiative Hofacker Weiler in Keltern will Wiese retten

Keltern. 1212 Unterschriften hat die Bürgerinitiative Hofacker Weiler in Keltern gesammelt, um die Errichtung eines Supermarkts auf der grünen Wiese zu verhindern.

Bei der Bürgerinitiative Hofacker Weiler ist man guten Mutes: Mit 1212 Unterschriften hat man mehr als doppelt so viele gesammelt, wie man benötigt hätte. Die BI will keine Bebauung der Hofacker-Wiesen durch einen Supermarkt. Im Bild von links: Stefanie Longin, Sigrun Ellenberger, Ina Leibeck und Elke Plass-Mackensen am Ortsrand von Weiler mit dem geplanten Standort im Hintergrund.
Bei der Bürgerinitiative Hofacker Weiler ist man guten Mutes: Mit 1212 Unterschriften hat man mehr als doppelt so viele gesammelt, wie man benötigt hätte. Die BI will keine Bebauung der Hofacker-Wiesen durch einen Supermarkt. Im Bild von links: Stefanie Longin, Sigrun Ellenberger, Ina Leibeck und Elke Plass-Mackensen am Ortsrand von Weiler mit dem geplanten Standort im Hintergrund. Foto: Marx

Die Stimmung bei der Bürgerinitiative ist gut: Dass man es geschafft hat, 1212 Unterschriften in Keltern zu sammeln, um das von Verwaltung und Gemeinderatsmehrheit gut geheißene Projekt eines Rewe-Vollsortimenters am Ortsrand von Weiler zu verhindern, lässt die Aktiven der BI aktuell mit breiten Schultern dastehen (PZ hat berichtet). Tatsächlich hätte die Protestbewegung aktuell lediglich rund 500 Unterschriften benötigt, in der Öffentlichkeit kursierte zwischenzeitlich auch die Zahl 700: Dass es nun weit über 1000 sind, lässt die Initiatoren des Protests hoffen, doch noch etwas erreichen zu können. Den ersten Schritt haben sie nun geschafft. Die Kelterner Verwaltung wird die Unterschriften akribisch prüfen. Mögliche Doppelungen werden ausgesondert. Und die Unterzeichner müssen wahlberechtigt in der Weinbaugemeinde sein.

Am Ende werden es dann womöglich weniger gültige Stimmen sein, aber, so Ina Leibeck von der BI: „Der Sicherheitspuffer ist gewaltig.“

Beim Treffen mit der BI geht es bei strahlendem Sonnenschein vom Friedhof über die Straße hinweg entlang der alten Ortsmauer zum geplanten Standort Hofacker. Dort weisen Sigrun Ellenberger, Elke Plass-Mackensen, Ina Leibeck und Stefanie Longin auf die aus ihrer Sicht schützenswerten Argumente zum Erhalt des Wiesenareals hin: Ein Dutzend Reiher bevölkerten regelmäßig die Wiese, jede Menge Kleinlebewesen im Untergrund gelte es zu schützen, der idyllische Dorfrandcharakter werde massiv gefährdet, ein wertvoller Kartoffelacker müsste weichen und nicht zuletzt diene ein Teil der Wiese der Tierhaltung.

Die BI spricht von einer „sehr wertvollen und fruchtbaren Fläche“ und befürchtet durch einen Markt auch noch „schädliche Lichtimmissionen“.

Klar wird im Gespräch vor Ort: Die BI will den Wiesenstandort grundsätzlich vor einer Bebauung retten. Zwar ist man ganz ausdrücklich gegen einen Rewe-Vollsortimenter für ganz Keltern mit einer Verkaufsfläche von 1300 bis 1400 Quadratmetern. Aber auch einen nur auf Weiler ausgelegten Markt mit 800 bis 900 Quadratmetern würde man an diesem Standort nicht haben wollen. Der, so die BI-Frauen im Gespräch mit der Redaktion, gehöre in den Ort. Dort würde man auch gerne einen Markt haben wollen – und zwar auf dem bislang nicht wieder bebauten Gelände des vormaligen Bauer-Walser-Areals an der Hauptstraße 22, sagt Elke Plass-Mackensen. Der Markt mache aus Sicht der BI dann einen Sinn, wenn er für ältere Mitbürger auch fußläufig erreichbar sei und nicht den Verkehr von ganz Keltern und darüber hinaus anziehe. Enttäuscht ist man bei der BI über den Gemeinderatsvertreter der Liste Wir in Weiler, Sven Helfrich. Selbiger habe den Aufstellungsbeschluss für den Rewe-Vollsortimenter unterstützt.

Man hofft auf Umschwenken

Hinsichtlich der Grünen-Fraktion hoffe man noch auf ein Umschwenken. Die Grünen hätten zwar gegen das große Projekt gestimmt, könnten sich aber, so der Vorwurf, wohl mit einem kleineren Markt auf der grünen Wiese anfreunden. Bei der BI könnte man sich eine deutliche Änderung der seitherigen Planungen für die freie Fläche an der Hauptstraße 22 vorstellen, um den Markt innerorts realisieren zu können. Dies hatte die Verwaltung erst jüngst als nicht zielführend zurückgewiesen. Ina Leibeck skizzierte den möglichen weiteren Fortgang der Aktion wie folgt: Zwei Monate nach der Unterschriftenabgabe sollte sich im September der Gemeinderat mit dem Anliegen der BI beschäftigen. Die notwendigen sieben Prozent der wahlberechtigten Kelterner Bürger habe man ja weit übertroffen. Entweder ziehe der Gemeinderat den Aufstellungsbeschluss freiwillig zurück oder es sei innerhalb von weiteren vier Monaten die Grundlage zur Ausrichtung eines Bürgerbegehrens zu schaffen. Das könnte dnn im Dezember/Januar der Fall sein. Es entscheidet die Mehrheit der gültigen Stimmen. Aber: Diese Mehrheit ist nur dann verbindlich, wenn sie mindestens 20 Prozent aller Stimmberechtigten erreicht (Zustimmungsquorum). Das erscheint möglich.

Dass die Stimmung im Ort und in ganz Keltern sehr wohl geteilt ist, es also auch viele Befürworter gibt, sieht man in den sozialen Medien. Auf Facebook bei der Gruppe „Dorfkind Keltern“ gab es jüngst ausdrücklich Unterstützung von Autoren. Man darf gespannt sein.