50 Jahre Gesamtwehr mit Fahnenweihe gefeiert: Wildbader Feuerwehr setzt Zeichen der Gemeinschaft
Bad Wildbad. 50 Jahre Feuerwehr Bad Wildbad – das ist nicht nur ein Grund zum Feiern, sondern auch ein Anlass, auf bewegte Jahrzehnte zurückzublicken. Bei der feierlichen Weihe der neuen Fahne wurde deutlich, was die vier Abteilungen seit einem halben Jahrhundert verbindet: Zusammenhalt, gegenseitiges Vertrauen und die Bereitschaft, für andere Menschen einzustehen. Mit einem weißen Tuch verhüllt wird die neue Fahne der Bad Wildbader Feuerwehr bei den Jubiläumsfeierlichkeiten am Wochenende in Aichelberg ins Festzelt getragen.
Zu „Also sprach Zarathustra“, gespielt von der Stadtkapelle Bad Wildbad, wird sie schließlich enthüllt. Viele Fahnenabordnungen aus der Region zogen zuvor ins Festzelt und ins Gerätehaus ein – gemeinsam wird Fahnenweihe gefeiert.
Die Patenwehr Neuweiler und „Fahnenmutter“ Jessica Fox halten die Patenbitten, danach heften alle vier Abteilungen der Feuerwehr Bad Wildbad kunstvoll verzierte Bänder an die neue Fahne. Anschließend findet Pfarrer Maximilian Schiek zur Segnung der Fahne geistliche Worte.
Michael Rentschler, Gesamtkommandant der Feuerwehr Bad Wildbad erinnert an bewegende und bewegte fünf Jahrzehnte der Feuerwehr Bad Wildbad, die aus den Abteilungen Calmbach, Sprollenhaus, Aichelberg/Hünerberg/Meistern sowie Wildbad besteht. In seinem Rückblick streift er die Chronik und Geschichte der Bad Wildbader Feuerwehr – es gab auch einige dramatische Ereignisse, zu denen die Feuerwehrleute ausrücken mussten. Zuletzt etwa der schwere Großbrand in Meistern – hier brannte das Haus total ab, da zu wenig Löschwasser vorhanden war.
Auch 1989 war zu wenig Löschwasser auf dem Aichelberg vorhanden, als dort ein Gebäude brannte – ein Mensch starb damals. In beiden Ortsteilen Bad Wildbads werden explizit aus diesen Erfahrungen heraus neue Löschwasserbehälter gebaut, um für die Zukunft bei etwaigen Bränden gewappnet zu sein.
1988 entging Calmbach nur knapp einer Katastrophe, als ein britische Jagdbomber in der Nähe des Sportplatzes abstürzte und dabei die Hochspannungsleitung durchtrennte. Auf dem Sportplatz fanden damals die Bundesjugendspiele statt – aber keines der Kinder wurde verletzt. Doch der Pilot verlor sein Leben. Und: Egal ob Jahrhunderthochwasser wie 1990 und 1993, oder Orkane wie Wiebke und Lothar, bei dem im Kleinenztal ein Todesopfer zu beklagen war – immer waren die Feuerwehrleute im Einsatz.
Katastrophen gemeistert
Nur mit Zusammenhalt und gebündelten Kräften konnte man diese Katastrophen meistern. Gegenseitiges Vertrauen und Zusammenhalt seien wichtige Werte der Feuerwehr, betonte Rentschler. Der feste Wille, füreinander einzustehen und gemeinsam im Ernstfall anderen Menschen zu helfen, vereine die Wehr. So sei auch die neue Fahne der Bad Wildbader Feuerwehr weit mehr als nur kunstvoll gestalteter Stoff – sie erzähle eine Geschichte, stehe für gemeinsame Werte und mache letztlich sichtbar, was Menschen miteinander verbindet. „Für die Gesamtfeuerwehr Bad Wildbad ist die neue Fahne deshalb nicht nur ein Zeichen des Jubiläums, sondern auch ein Bekenntnis zur Gemeinschaft.“
Bei großen Einsätzen wie etwa dem Tornado im Enz- und Eyachtal vor 40 Jahren habe sich der Zusammenschluss der vier Wehren bewährt – gemeinsam konnte man die Herausforderungen bewältigen. Als dann 1996 der Meisterntunnel eröffnet wurde, kamen neue Aufgaben auf die Feuerwehr zu. Langzeit-Pressluftatmer waren für die knapp 1,7 Kilometer lange Strecke des Meisterntunnels notwendig geworden, ebenso auch neue Einsatzkonzepte.
„Trotz moderner Technik – entscheidend bleiben die Menschen“, erklärte Kommandant Rentschler. Diesen Grundgedanken der Feuerwehr lebe die Wehr jeden Tag aufs Neue.
