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Bad Liebenzell -  31.08.2026
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61,1 Prozent im ersten Wahlgang: Bestattungsunternehmer Sebastian Kopp ist neuer Bürgermeister von Bad Liebenzell

Bad Liebenzell. Er hatte als seitheriger Bürgermeisterstellvertreter seinen Hut schon vor der offiziellen Ausschreibung der Stelle in den Ring geworfen. Kopp vereinte am Ende insgesamt 61,1 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen auf sich und tritt damit die Nachfolge von Roberto Chiari an. Dieser hatte sein Bürgermeisteramt aus gesundheitlichen Gründen seit Frühjahr 2025 ruhen lassen müssen. Ende Mai war er dann offiziell als Liebenzeller Rathauschef aus dem Amt geschieden. Daher war auch eine vorzeitige Bürgermeisterwahl erforderlich geworden.

Sebastian Kopp freut sich mit seiner Frau Stefanie Glaser über den deutlichen Wahlerfolg im ersten Wahlgang.
Sebastian Kopp freut sich mit seiner Frau Stefanie Glaser über den deutlichen Wahlerfolg im ersten Wahlgang. Foto: Recklies

Die Wahlbeteiligung lag mit 51,4 Prozent knapp über der letzten Schulteswahl von 2021. Damals hatten 49,59 Prozent der Liebenzeller Bürgerinnen und Bürger ihre Stimme abgegeben.

Bereits gegen 18.12 Uhr liegt das erste Teilergebnis vor. Am schnellsten waren im Ortsteil Beinberg die Stimmen ausgezählt worden. Bereits bei der ersten Ergebnispräsentation auf der Leinwand im Ratssaal führt Sebastian Kopp mit 53,3 Prozent. Oliver Maier liegt mit 32,5 Prozent auf Rang zwei. Medárd Haidtner hat in Beinberg 9,4 Prozent der Stimmen eingeheimst und Mazhar Ali Aslam verein 4,4 Prozent der Stimmen auf seiner Person.

Während Sebastian Kopp trotz des positiven Ergebnisses noch wenig Regung zeigt, „denn Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall“, so Kopps Kommentar, sehen andere Beobachter das Ergebnis bereits als positives Signal für den Ausgang. „Beinberg ist der konservativste Stadtteil“, so Katrin Heeskens im Rückblick auf die Ergebnisse von 2021. Sie hofft auch darauf, dass sich das Bild im Laufe des Abends nicht grundlegend verändert. Etwa zwei Dutzend Bürgerinnen und Bürgern verfolgen zu diesem Zeitpunkt im Bad Liebenzeller Ratssaal den Fortschritt der Stimmauszählung in den einzelnen Wahlbezirken. Neben dem stellvertretenden Landrat Frank Wiehe sind auch die Verwaltungschefs aus den Nachbarkommunen gekommen: Lukas Klingenberg aus Unterreichenbach, der Calwer Oberbürgermeister Florian Kling, Johannes Schaible aus Oberreichenbach sowie Udo Bertsch als stellvertretender Schömberger Bürgermeister. Der CDU-Landtagsabgeordnete Carl Christian Hirsch ist ebenfalls vor Ort.

Kurz nach 18.40 Uhr waren die in den Wahllokalen abgegebenen Stimmen ausgezählt, nur die Briefwahlbezirke fehlten da noch. Für Sebastian Kopp haben demnach in den Wahllokalen 58,8 Prozent der Wahlberechtigten gestimmt, für Oliver Maier haben 29,9 Prozent ihr Kreuzchen auf dem Wahlzettel gemacht.

Als das finale Ergebnis um 19.15 Uhr vorliegt steht fest: 51,4 Prozent der 7485 Wahlberechtigten haben ihre Stimme abgegeben, 99,8 Prozent davon sind gültig. 61,1 Prozent der Wahlberechtigten (2349 Stimmen) haben letzten Endes für Kopp gestimmt, Oliver Maier erhielt 27,9 Prozent (1071) der Stimmen. Medárd Haidtner hat 7,8 Prozent (299) der Stimmen erhalten und Mazhar Ali Aslam vereint am Ende 2,5 Prozent (95) der gültigen Stimmen auf sich.

Der Beifall, mit dem die meisten Anwesenden Kopp im Ratssaal gratulieren, berührt den neuen Liebenzeller Bürgermeister, die bis dahin deutlich Anspannung fällt von ihm ab. Katrin Heeskens ist als zweite stellvertretende Bürgermeisterin die erste, die Sebastian Kopp offiziell zu dessen Wahlerfolg gratuliert, die aber auch den anderen Mitbewerbern dafür dankt, dass sie sich der Wahl gestellt haben. Als Vertreter des Landkreises richtet auch Frank Wiehe Worte an den neuen Liebenzeller Schultes.

„Dies ist ein sehr, sehr wichtiger Tag für Bad Liebenzell“, so Wiehe, der ebenfalls unterstreicht, dass es wichtig gewesen ist, dass die Bürger mit vier Kandidaten eine echte Wahl gehabt haben – „denn das ist heute nicht immer so“. Auch im Calwer Landratsamt werde jetzt ein bisschen durchgeatmet. „Nicht wegen des Ergebnisses an sich“, so Wiehe, sondern weil man froh sei, dass die Bürgermeisterstelle nun wieder besetzt sei.