Achtung: Brütende Greifvögel
Remchingen. In Neuhausen und Remchingen ist es zu Angriffen auf Menschen gekommen.
Schnell und tief fliegt ein großer Vogel auf einen Passanten zu. „Das macht schon Eindruck“, weiß die Wildtierbeauftragte des Enzkreises, Sofie Bloß. Gleich in zwei Gemeinden haben Greifvögel jüngst solche „Scheinangriffe“ – wie Bloß sie nennt – geflogen: in Neuhausen und in Remchingen. Der Hintergrund: Die Tiere brüten derzeit und bewachen ihren Horst und das umliegende Brutgebiet, in dem sie versuchen, Eindringlinge zu vertreiben.
Im Wald zwischen Singen und Kleinsteinbach – im Bereich Hagsweg – sei es bereits zu Attacken gekommen, schreibt die Gemeinde Remchingen auf Instagram. In Neuhausen ist laut Bloß das Waldgebiet „Wiesplätzle“ zwischen Neuhausen und Lehningen – bei der Lehninger Straße/K4577 – betroffen. In beiden Arealen sollen nun Plakate die Fußgänger, Jogger und Radfahrer auf den Wegen warnen – und zum Umkehren bewegen. Sie würde es freuen, wenn sich die Menschen in der Brutzeit dazu entscheiden, „den Tieren den Vortritt zu lassen“, sagt Bloß. Ende Juli kehre dann wahrscheinlich auch wieder Ruhe ein, kündigt sie an. Denn dann sind die Jungtiere der Vögel aus dem Gröbsten raus.
Rückweg antreten
Wenn der Angriff eines Greifvogels – meist sind es Bussarde – überraschend komme, könne es helfen, einen Stock über den Kopf zu halten. „Die Vögel greifen den höchsten Punkt an – und das ist eben der Kopf“, sagt Bloß. Dann solle man im besten Fall den Rückweg antreten – und auf keinen Fall auf das Tier einschlagen.
Schon im vergangenen Jahr hatte es in der Region Angriffe von Greifvögeln auf Passanten gegeben – damals zwischen Niefern und Kieselbronn. Eine Joggerin aus Niefern hatte von der Begegnung sogar blutige Kratzer davongetragen. Die Angriffe seien kein Massenphänomen, sagt Bloß. „Aber es kommt doch immer mal wieder vor.“
