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Verteidigung -  13.04.2026
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AfD-Verteidigungspolitiker Lucassen tritt zurück

Als langjähriger Bundeswehroffizier auch in gehobener Position vertrat er als führender Verteidigungspolitiker die AfD im Bundestag. Nach langem internen Streit gibt er seinen Posten ab.

AfD-Politiker Rüdiger Lucassen (Archivbild)
Der frühere Bundeswehroberst Rüdiger Lucassen tritt nach langen internen Querelen von seinem Amt als verteidigungspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion zurück. (Archivbild) Foto: Fabian Strauch/dpa

Disput geht weit über Wehrpflicht-Thema hinaus

Am Wochenende feuerte der 74-Jährige dann in einem ellenlangen Beitrag auf X bemerkenswerte Salven mit Vorwürfen gegen seinen Fraktionskollegen Torben Braga ab - einen Vertrauten Höckes im Bundestag. Dies wurde schon als Abschiedsbrief vom Amt gedeutet. 

Bei dem Konflikt geht es nicht nur um die Wehrpflicht, sondern um grundsätzlichere Fragen der Ausrichtung der AfD mit Blick auf das politische System der Bundesrepublik und auf die Bundeswehr. Lucassen wirft seinen Gegnern aus dem Höcke-Lager einen «Anti-BRD-Sound. Die Re-Etablierung des alten DDR-Kampfbegriffs» vor. «Leute wie ich werden von Euch dann als Vertreter des BRD-Establishments geschmäht. Als Vertreter eines Staates, der der mittlerweile älteste auf deutschem Boden ist», schreibt er bei X. 

Lucassen-Kritiker: Hat mit Höcke nichts zu tun

Die Lucassen-Kritiker im Arbeitskreis Verteidigung sagen, mit Höcke habe der ursprünglich geplante Misstrauensantrag nichts zu tun. Der AfD-Politiker Heinrich Koch, der sich selbst als klaren Transatlantiker bezeichnet, hatte den Führungsstil Lucassens verantwortlich gemacht. Nachfolger Nolte hatte mitgeteilt: «Weder der Arbeitskreis Verteidigung, noch die AfD ist aus Thüringen ferngesteuert.» Die Gründe für die Kritik hätten nichts mit Höcke, der Nato oder der Wehrpflicht zu tun, sondern mit dem Umgang gegenüber den Mitgliedern des Arbeitskreises, die sich übergangen und vor den Kopf gestoßen fühlten.

Kritisiert wurde etwa, dass Lucassen zur Münchner Sicherheitskonferenz ein Positionspapier zur Rolle der Bundeswehr veröffentlichte, das vorher nicht mit den Kollegen im Arbeitskreis abgestimmt gewesen sei.

© dpa-infocom, dpa:260413-930-940109/1

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