Aktuelles Baustellen-Update: Immer neue Überraschungen im Schwanner Untergrund
Straubenhardt. Welche Überraschungen hält der Schwanner Untergrund bereit? Viele, wenn man die Großbaustelle entlang der Ortsdurchfahrt als Basis nimmt, denn auch der vierte Bauabschnitt an der Dobler Straße – zwischen den Einmündungen Marktstraße und Mähfeld-/Murgstraße – hatte es unter der alten Asphaltdecke in sich.
Waren es zu Beginn vor allem die ursprünglich verlegten Leitungen und der bisherige Unterbau, so ging es jetzt in den harten Fels. Und der bringt, wie der zuständige Bauingenieur Harald Kreutz vom Ingenieurbüro Fröhlich schon in der April-Gemeinderatssitzung anmerkte, einige Herausforderungen mit sich.
Durch dreieinhalb Meter Sandstein musste sich Polier Tuncay Besel vom Bad Liebenzeller Bauunternehmen Hirschberger & Kuster etwa im Bereich der imposanten Rotbuche am evangelischen Gemeindebüro fräsen. In dieser Tiefe werden die neuen Wasserleitungen verlegt. Der Zeitaufwand dafür sei entsprechend groß, denn es können immer nur 20 bis 30 Zentimeter abgefräst werden, dann muss der Schutt abgetragen. Heißt für Besel und seine Kollegen konkret: Den Fels auf rund drei Meter Länge fräsen, dann den Bagger von Fräse auf Schaufel umrüsten, den Schutt aus der Baugrube holen, den Bagger von Schaufel auf Fräse umrüsten und dann wieder von vorn – und das je nach Tiefe mehr als ein Dutzend Mal.
Aber genau an der Rotbuche zeigt sich laut Bauingenieur Kreutz eben auch, dass der Fels nicht unbedingt schlecht sein muss: „Die Wurzeln sind wegen des Felses nicht in Richtung der Straße gewachsen, sondern in den Garten hinein.“ Das hätte vermutlich zu anderen Probleme geführt, zumal der Baum unter Schutz steht. So mussten wegen des Lichtraumprofils nur eine Handvoll kleinere Äste entfernt werden.
Dennoch: Das langsamere Fräsen in den Fels ist nötig, denn kaum einen Meter entfernt liegt der Mischwasserkanal, der das schnellere Meißeln verhindert. „Die Erschütterungen könnten die anderen Leitungen beschädigen.“ Glück hat man dahingegen bei der Gasleitung, die auf der anderen Seite der künftigen Rohre liegt. Diese befinde sich zwar im unteren Straßenbereich unter der Fahrbahndecke, mache dann aber einen Schlenker und verläuft unter dem bergauf rechten Gehweg. Das sei zwar sehr ungewöhnlich, beklagen will sich der Bauingenieur aber nicht.
Neue Umleitungen nötig
Der Laune an der Baustelle abträglich ist der Sandstein aber nicht, schließlich läuft die Großbaustelle abseits der missliebigen Überraschungen im Boden sehr gut. Das bestätigt an diesem Donnerstag auch der seitens des Regierungspräsidium Karlsruhe (RP) für die Bauüberwachung zuständige Frank Merten. Und auch der in Straubenhardt für den Tiefbau verantwortliche Markus Binder wirkt an diesem Mittwoch mit dem Baufortschritt zufrieden.
Aber wie ist der weitere Fahrplan? Bis August soll der Bauabschnitt abgeschlossen und mit einer Binderschicht asphaltiert werden. Ab September geht es weiter zur Schwanner Warte hinauf, die Dobler Straße ist dann auch zwischen Murg- und Mähfeldstraße nicht mehr passierbar. In diesem Abschnitt werden nicht nur der Straßenbelag und die Leitungen erneuert, sondern auch ein Radweg angelegt. Damit gehen laut Kreutz neue informelle Umleitungen aus und in Richtung Dennach über Allmend- und Dennacher Straße einher, die dafür bereits temporär verbreitert wurden. Ein Fahrversuch mit einem Linienbus ist für die kommenden Tage geplant. Die offizielle Umleitung seitens des RPs wird aber weiterhin weiträumig über Bundes-, Landes- und Kreisstraßen verlaufen.
Und wann will man mit allem fertig sein? Mitte 2027, vielleicht auch ein bisschen später. Also Spätsommer 2027? „Ja, das kann man so sagen“, sagt Kreutz. Nur, um unter allgemeinem Gelächter anzumerken, dass bei Bauarbeiten der Spätsommer auch mal an Weihnachten liegen könne. „Eis hätten wir dann sicher auch“, sagt RP-Bauleiterin Jule Merk.
