Albtal Plus und Tourismus GmbH nördlicher Schwarzwald fusionieren: Budget soll fast eine Million Euro betragen
Schwarzwald. Ein zukunftsweisender und tiefgreifender Wandel zeichnet sich für den Tourismus im Nordschwarzwald ab. Mit der geplanten Fusion der beiden Tourismusgemeinschaften Albtal Plus e.V. und der Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald entsteht zum 1. Januar 2027 unter der Federführung einer gemeinsamen Tourismus GmbH Nordschwarzwald eine neue, schlagkräftige Organisation. Künftig bündelt dieser Zusammenschluss die Kräfte von 20 Kommunen über drei Landkreise hinweg. Das neue touristische Schwergewicht vereint ein Potenzial von rund 1,8 Millionen Übernachtungen, 14.500 Betten sowie 200 Betrieben und zielt darauf ab, den Nordschwarzwald im Wettbewerb der Destinationen noch sichtbarer und attraktiver zu positionieren.
Für Helmut Riegger, Landrat des Landkreises Calw, ist dieser Schritt ein historisches Aufbruchsignal für die gesamte Region und die Fusion ein logischer Schritt einer Entwicklung, die er selbst bereits vor einem Jahrzehnt maßgeblich geprägt hat. „Damals ist es uns gelungen, die einzelnen touristischen Destinationen in der Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald zu vereinen“, so Riegger. Die einstige Neustrukturierung wertet er als erfolgreiches Vorbild für das aktuelle Großprojekt, bei dem zu den bisherigen 14 Gemeinden des Landkreises Calw nun sechs weitere Kommunen der Albtal-Region hinzugewonnen werden konnten. Riegger hebt hervor: „Die neue Tourismusregion geht dann von Nagold bis nach Ettlingen und bietet eine Vielfalt, die so nirgendwo sonst anzutreffen ist.“
Wege der Finanzierung
Die Finanzierung der Gesellschaft wird von den Gesellschaftern, also den beteiligten Kommunen sowie dem Landkreis Calw, getragen. Zusätzlich will die Gesellschaft weitere Finanzierungsmittel über Marketingkooperationen, Fördermittel und Projektbeteiligungen einwerben, um so „das jährliche Budget der Gesellschaft bis zum Jahr 2029 auf 960.000 Euro zu entwickeln“, berichtet Riegger.
Auch Johannes Arnold, Oberbürgermeister der Stadt Ettlingen, bewertet den Zusammenschluss als einen entscheidenden Schritt nach vorne. Er sieht in der neuen Gesellschaft vor allem handfeste Vorteile für die touristische Praxis und die Betriebe vor Ort. „Der Zusammenschluss ist ein weiterer Meilenstein im Tourismus unserer Region. Wir freuen uns darüber, dass zwei starke Partner zusammenkommen und dann eine noch stärkere Gesellschaft abbilden zum Vorteil der Leistungsträger in der Region. Ich bin zuversichtlich, dass wir in Baden-Württemberg als Tourismus Region eine wichtige Rolle spielen werden.“
Für Markus Wendel, Bürgermeister von Bad Teinach-Zavelstein, eröffnen sich mit der neuen, größeren Einheit der Tourismus GmbH Nordschwarzwald „Chancen für Stabilität in den Strukturen zur Entwicklung innovativer touristischer Projekte und die Erhöhung der Reichweite und Sichtbarkeit des touristischen Angebotes“.
Christian Stalf, Bürgermeister der Gemeinde Waldbronn, betont die inhaltliche Profilierung der Tourismusregion Nordschwarzwald, die sich auf vier zentrale Erlebnisprofile verständigt: „Natur erleben und aktiv sein“, „Durchatmen, loslassen und erfrischen“, „Regionalität und Genuss“ sowie „Kultur und Tradition“, die es zu entdecken gilt. „Die Aufgabe der Tourismus GmbH Nordschwarzwald wird es sein, aus diesem Angebot in den Profilen ganzheitliche Erlebnisse von der Unterkunft über die Gastronomie bis hin zum Ausflug, zur Wanderung und zu Veranstaltungen zu gestalten“, so Stalf.
Sandra Lahm, Geschäftsführerin von Albtal Plus, verweist auf das reiche kulturelle Fundament ihrer Region. Sie unterstreicht die kulturelle Identität, die Albtal Plus in die Waagschale wirft: „Die Kultur spielt im Albtal eine große Rolle, gerade durch die Schlossfestspiele, dazu kommt in Straubenhardt das Happiness Festival sowie das große Kultur-Life-Programm mit Museen.“
Die Vorbereitungen laufen
Für die operative Zusammenführung ist auch René Skiba, Geschäftsführer der Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald, verantwortlich. Zusammen mit Sandra Lahm arbeitet er bereits seit Monaten an den Vorbereitungen für den Start im Jahr 2027.
Den Impuls für die Fusion lieferte die Stadt Bad Herrenalb durch den Austritt aus Albtal Plus im März des vergangenen Jahres. Zum 1. Januar 2027 übernimmt dann die neue Tourismus GmbH Nordschwarzwald die Verantwortung für die Tourismusregion.
