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Bauen -  21.01.2020
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Aldi-Pläne in Pforzheim: Verkehr wird im geplanten Areal zunehmen – Nachbarschaft sieht aber Vorteile

Pforzheim. Überwiegend positiv ist in den sozialen Netzwerken, aber auch bei benachbarten Händlern, am Dienstag auf die Nachricht reagiert worden, dass Aldi Süd das frühere Post-Areal an der Ecke Schwarzwaldstraße/Hohlstraße gekauft hat und dort bauen möchte. Auf dem Gelände sollen eine Aldi-Filiale mit einem Parkgeschoss, eine viergruppige Kita und ambulant betreutes Wohnen geschaffen werden. Vom Unternehmen selbst waren am Donnstag auf PZ-Nachfrage keine weiteren Informationen zu erhalten, auch keine Visualisierungen, Baupläne oder Ähnliches.

Bei der Stadtverwaltung befindet man sich ebenfalls noch ganz am Anfang. Als gesichert kann angesichts geplanter 64 Stellplätze für den neuen Discounter gelten, dass sich das Fahrzeugaufkommen rund um die geplante Aldi-Filiale erhöhen wird. In welchem Ausmaß aber der Verkehr in dem Quartier zunehmen wird, dazu gibt es noch keine Erkenntnisse. Bei den Straßen ringsum, der Bleichstraße, der Jahnstraße, aber auch der unteren Schwarzwaldstraße, handelt es sich heute bereits um vielbefahrene Verbindungen, großteils auch um Teile des Busliniennetzes.

Gutachten notwendig?

„Bislang liegt kein Verkehrsgutachten vor“, sagt der städtische Pressesprecher Philip Mukherjee. Das Verfahren zur beschleunigten Aufstellung eines Bebauungsplans solle ja erst am 5. Februar vom Planungs- und Umweltausschuss des Gemeinderats beschlossen werden. In diesem Verfahren werde dann bei Ämtern, Behörden und der Öffentlichkeit auch die Notwendigkeit weiterer Gutachten abgefragt.

Eher Stärkung als Konkurrenz

Im benachbarten Lebensmittel-Einzelhandel blickt man gelassen auf die geplante Aldi-Filiale am Fuß des gutbürgerlichen Rodrückens. Sorge wegen der Konkurrenz? Von wegen. „Das belebt das Geschäft“, sagt Günter Wachtler, der an der Postwiesenstraße einen Edeka-Supermarkt und am Dillweißensteiner Ludwigsplatz den „Nah-und-gut“-Markt betreibt. Ein Aldi in Dillweißenstein hätte seinem dortigen Geschäft zugesetzt, sagt er, aber für die Postwiesenstraße sei die geplante Discounter-Filiale, 800 Meter Luftline entfernt, kein Problem. Im Gegenteil. Wer bislang zu einem weiter entfernten Aldi fahre, um discountertypische Produkte dort einzukaufen, tue dies künftig womöglich in seinem Viertel und erledige den Rest der Einkäufe dann bei seinem Edeka, vermutet Wachtler.

Nuray Ucay betreibt direkt gegenüber der geplanten Aldi-Filiale seit 17 Jahren einen „größeren Tante-Emma-Laden“, wie sie sagt. Ihren neuen Nachbarn habe sie kritisch entgegengeblickt, als sie vor etwa einem halben Jahr von den Bauplänen erfuhr. Inzwischen sieht sie aber eher die Chancen.

„Wir hören zu“

„Ich bin sicher, dass wir unsere Stammkundschaft nicht verlieren. Viele von ihnen kennen wir sehr gut und schon sehr lange. Wir hören ihnen gern zu und haben – im Gegensatz zu einem Supermarkt wie Aldi – die Möglichkeit dazu.“ Sie plane, das Sortiment von Aldi durch ihres zu ergänzen und somit einen Teil des neuen Kundenstromes in ihren Laden zu bringen. Dass die Anwohner die Möglichkeit bekommen sollen, ohne lange Anfahrt zum Supermarkt zu gehen, begrüße sie sehr.

Autor: Marek Klimanski und Hannah Bordne