Am Sonntag ist Bürgermeisterwahl: Vier Kandidaten bewerben sich in Bad Liebenzell
Bad Liebenzell. In Bad Liebenzell steht an diesem Sonntag, 30. August, eine richtungsweisende Entscheidung an. Die Bürgerinnen und Bürger der Kurstadt wählen einen neuen Bürgermeister. Vier Kandidaten bewerben sich um die Nachfolge von Roberto Chiari, der Ende Mai krankheitsbedingt aus dem Amt ausgeschieden ist (die PZ berichtete). Bemerkenswert an der bevorstehenden Wahl ist, dass alle vier Bewerber aus Bad Liebenzell stammen. Mit Sebastian Kopp, Mazhar Ali Aslam, Medard Haidtner und Oliver Maier treten ausschließlich Kandidaten aus den eigenen Reihen an. Einen Bewerber von außerhalb gibt es bei dieser Wahl nicht.
Die Wahllokale in Bad Liebenzell sind am 30. August von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Gewählt ist, wer mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen auf sich vereinen kann. Sollte keiner der vier Bewerber die erforderliche absolute Mehrheit erreichen, kommt es zu einer Stichwahl. Diese würde am 13. September stattfinden. In diesem Fall würden die beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen aus dem ersten Wahlgang erneut gegeneinander antreten.
Wer die Wahl nicht vor Ort verfolgen kann, hat die Möglichkeit, die Ergebnisse live über die Internetseite der Stadt Bad Liebenzell abzurufen. Nach Angaben der Stadt wird das Wahlergebnis dort fortlaufend veröffentlicht. Parallel dazu werden die eingehenden Ergebnisse ab 18 Uhr auch im Sitzungssaal des Rathauses öffentlich übertragen.
Mit der Wahl entscheidet sich, wer künftig die Geschicke der Stadt lenken und die Verantwortung an der Spitze der Verwaltung übernehmen wird. Ob die Entscheidung bereits am ersten Wahlabend fällt oder die Bürgerinnen und Bürger zwei Wochen später erneut an die Wahlurnen gerufen werden, wird sich am 30. August zeigen.
Finanzen herausfordernd
Besonders herausfordernd für den neuen Rathauschef ist die finanzielle Lage von Bad Liebenzell. Erst im Juni hatte der Calwer Landrat Helmut Riegger heftige Kritik am Haushalt geübt und dabei deutlich gemacht, dass dieser nicht genehmigt werde (die PZ berichtete). Riegger meinte ferner, dass der Kommune die Zwangsverwaltung drohe, wenn der Gemeinderat nicht endlich mit der notwendigen Verantwortung agiere, die ihm „zum Wohle der Stadt“ übertragen ist. Aktuell liegt dort einiges im Argen: Es müsse Schluss sein mit den persönlichen Animositäten, mit Streit und der Befriedigung des eigenen Egos.
Chiari war im Oktober 2021 zum Bürgermeister gewählt worden. Damals setzte er sich gegen den langjährigen Amtsinhaber Dietmar Fischer durch. Die Neuwahl war notwendig geworden, nachdem Chiari sein Amt im Mai niedergelegt hatte. Die Diagnose: Erschöpfungssyndrom. Mittlerweile hat der 51-Jährige einen neuen Job als Projektmanager in Vollzeit bei der Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald.
