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Bad Wildbad -  23.09.2019
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Aus fürs Sommerberg-Kombiticket: Bad Wildbader Angebot ist an seine Grenzen gestoßen

Bad Wildbad. Der Versuch, eine Eintrittskarte für alle Attraktionen auf dem Bad Wildbader Sommerberg anzubieten, ist gescheitert. Vor wenigen Wochen wurde das Kombiticket aus dem Programm genommen.

Die Ausflügler müssen jetzt für Sommerbergbahn, Hängebrücke, Baumwipfelpfad und Abenteuerwald jeweils einzeln bezahlen. Die Kombiticket-Vergünstigungen entfallen. Lediglich beim Besuch von Baumwipfelpfad und Abenteuerwald am selben Tag gibt es einen Euro Preisnachlass. So manchem Besucher stößt die Änderung sauer auf. Die „Pforzheimer Zeitung“ hat bei der Geschäftsführerin der Touristik Bad Wildbad GmbH, Stefanie Dickgiesser und beim kaufmännischen Betriebsleiter der Sommbergbahn, Peter Buhl, nachgefragt.

„Mit dem Kombiticket war ein immens hoher Beratungsaufwand verbunden“, erklärt Dickgiesser. Sie hat ausgerechnet, dass es für die verschiedenen Tarife und Angebote der einzelnen Attraktionen über 60 Varianten gibt. Familien-, Jahres- oder Gruppenkarten, mit Gästekarte, mit Fahrrad, mit Hund – jeder Anbieter auf dem Sommerberg hat sein eigenes Tarifsystem. Für das Kassenpersonal an der Talstation der Bergbahn sei die zeitintensive Beratung nicht mehr machbar gewesen. Lange Schlangen am Eingang zur Bergbahn auf dem Uhlandplatz und unzufriedene Kunden waren die Folge.

„Je größer die Auswahl, desto zeitintensiver die Beratung“, pflichtet ihr Buhl bei. Das Kassenpersonal der Bergbahn müsse aber in erster Linie dafür sorgen, dass die Leute zügig auf den Berg kommen. Der Wegfall des Kombitickets sei für alle Beteiligten nun die beste Lösung, so Buhl, der darauf verweist, dass der Durchfluss an der Bergstation nun wieder zügiger laufe. Außerdem war es nach Aussage des Bergbahn-Betriebsleiters schwierig, im Tal, fernab der Attraktionen, Eintrittskarten zu verkaufen. „Die Leute tun sich schwer, für etwas zu bezahlen, das sie visuell nicht wahrnehmen können“, hat er festgestellt. Mehrfach sei es beispielsweise vorgekommen, dass Ausflügler eine Kombikarte für Bergbahn und Hängebrücke gekauft hätten, an der „Wild Line“ jedoch feststellen mussten, dass sie sich nicht über die schwankende hohe Brücke trauen. Am Ende wollten sie an der Bergbahn-Station das Geld zurück. „Das war eine Kugelfuhr“, so Buhl. Auch die Witterungsverhältnisse hätten mehrfach für Irritationen gesorgt.

Weht im Tal ein laues Lüftchen, kann sich dieses auf dem Berg zu einem Sturm entwickeln. Hängebrücke und Baumwipfelpfad schließen in solchen Fällen. An der Bergbahn-Talstation wurden aber weiterhin Eintrittskarten für die Attraktionen verkauft, berichtet Dickgiesser.

Um die Gäste schon vor der Fahrt mit der Bergbahn ausführlich über Eintrittspreise und Öffnungszeiten zu informieren, hat die Touristik vor der Talstation auf dem Uhlandplatz nun auffällige Hinweisschilder installiert. Dort werden die Besucher über sämtliche Tarife und Öffnungszeiten aufgeklärt.

Dass es irgendwann wieder ein Kombiticket geben wird, scheint im Moment eher unwahrscheinlich. Dabei bieten die Attraktionen die besten Voraussetzungen dafür: Alle haben inzwischen ein einheitliches Kassensystem.

Am Ende der Saison, im Spätherbst, wollen sich die Vertreter von Baumwipfelpfad, Hängebrücke, Bergbahn und Touristik zusammensetzen und ein Resümee ziehen, kündigt Dickgiesser an.

Autor: Nicole Biesinger