Gemeinden der Region
Enzkreis -  21.01.2020
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Ausbau von A8, B10 und des Breitbandnetzes: Diese Themen bestimmen 2020 die Region - Teil IV

In loser Folge hat die PZ die Themen vorgestellt, die 2020 in der Region aller Voraussicht nach für Aufsehen und Schlagzeilen sorgen werden. Im letzten Teil der vierteiligen Prognose geht es um den Ausbau von A8, B10, Wasserversorgung und Breitbandnetz.

Nervendes Nadelöhr: Heute sorgt die enge A8 durchs Enztal ständig für Stau. Der Ausbau ist heiß ersehnt. Im März 2019 wurde er mit Rodungen vorbereitet, ehe sich alles verzögerte. Im Spätjahr soll es jetzt ernst werden. Foto: PZ-Archiv/Ketterl
Nervendes Nadelöhr: Heute sorgt die enge A8 durchs Enztal ständig für Stau. Der Ausbau ist heiß ersehnt. Im März 2019 wurde er mit Rodungen vorbereitet, ehe sich alles verzögerte. Im Spätjahr soll es jetzt ernst werden. Foto: PZ-Archiv/Ketterl

Breitbandausbau:

Filme streamen? In Heimarbeit größere Datenmengen hin- und herschicken? Für viele Bürger im Enzkreis ein Geduldsspiel, das zunehmend nervt. Oft werden vielerorts erst mal Gewerbegebiete angeschlossen. Bis Privathaushalte dran sind, dauert es. Wenn sich überhaupt jemand für den Ausbau findet. Im Enzkreis will ein Zweckverband die Lücken schließen. Doch auch wenn er Vollgas gibt, werden noch Jahre vergehen, bis tatsächlich jeder, der will, Zugang zum schnellen Internet bekommt. Erst mal muss die Glasfaserleitung in die Gemeinden gelegt werden. Dann zu den Häusern.

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Heute besteht ein Flickenteppich – nicht nur im Großen. Da reicht es mitunter, auf der falschen Straßenseite zu wohnen. Während der Nachbar auf der Datenautobahn flott dahinsurft, kriecht man selbst im Schneckentempo auf der Kupferspur. Das sorgt für Frust. Bisherige Anbieter wie die Telekom bessern inzwischen ihr Angebot auf – freilich auch wieder nur stellenweise. Und sie machen eher das Nötigste statt das technisch Mögliche. In ersten Gemeinden wie Engelsbrand wollen jetzt andere Unternehmen an den Start gehen, um Glasfaser zu verlegen – vorausgesetzt, es binden sich genügend Kunden. Sollte das der Fall sein, will die Firma BBV in nur einem Jahr Bauzeit Engelsbrand vollständig mit schnellen Glasfaserleitungen versorgen. Da steckt Sprengstoff auch für den Zweckverband drin. Der musste schließlich erst einmal einen Generalunternehmer als Betreiber des noch zu bauenden eigenen Netzes finden. Vodafone machte das Rennen. Und der Verband muss für eigene Investitionen erst mal nachweisen, dass kein Unternehmen ein Ausbauinteresse hat. Den Kunden dürfte egal sein, wer sie versorgt. Hauptsache Preis und Geschwindigkeit stimmen.

Trinkwasserversorgung:

Sechs Kommunen rund um Straubenhardt hängen unter anderem an der Mannenbach-Wasserversorgung. Der Verband schlägt wegen niedriger Quellstände in den Sommermonaten seit einigen Jahren Alarm. Im Eyachtal sollen daher neue Brunnen Wasser liefern, Naturschützer und auch die Behörden haben bislang jedoch Einwände. Die Mannenbach-Wasserversorgung hat ihre Pläne für eine weitere Wasserentnahme bereits abgespeckt, hält jedoch grundsätzlich an ihrem Plan fest. Verbandsvorsitzender Martin Steiner will bei der nächsten Versammlung der Mitglieder im kommenden Frühjahr Ergebnisse liefern, wie er der PZ kürzlich sagte. Gleichzeitig hat der Bürgermeister von Birkenfeld seine Fühler in Richtung Pforzheim ausgestreckt. Die Stadtwerke der Goldstadt könnten Wasser liefern, um die drohenden Versorgungsprobleme, wie sie der Versorger befürchtet, in den Griff zu bekommen.

A8-Ausbau und B10 im Enztal:

Der Baubeginn für künftig sechs Autobahnspuren auch im Enzkreis, die Beseitigung des letzten stauträchtigen Nadelöhrs der A8 in der Region – das war schon ein ganz wichtiges Jahresthema für 2019. Doch dann im vergangenen Sommer die Ernüchterung: Ein Planungsfehler hat das wichtigste Verkehrsprojekt der nächsten Jahre ausgebremst. Für rund ein Jahr. Dafür müsste man nun von Seiten der Planer im Frühjahr gründlichst ausgearbeitete Ausschreibungsunterlagen aus der Schublade ziehen können. Dann würde es im Spätjahr 2020 tatsächlich ernst mit der Riesenbaustelle im Enztal bei Niefern und Eutingen. Fünf bis sechs Jahre lang werden diese komplizierten Arbeiten den Verkehr beeinflussen – mit engem Baustellenverkehr und von vielen befürchteten Dauerstaus. Wie von der PZ berichtet, haben die Verkehrsplaner für die Zeit nach Fertigstellung der A8 auch die viel befahrene B10 zwischen Niefern und Eutingen im Blick. Um nicht zuviel Zeit zu verlieren, will das Regierungspräsidium Karlsruhe zumindest einen Teil des Bundesstraßenprojekts schon dieses Jahr anpacken. Der B10-Ausbau braucht nämlich entsprechend breite Enzbrücken. Und so soll neben der altersschwachen aktuellen Brücke dieses Jahr schon mal eine neue gebaut werden. Wird es ernst mit dem Aubau, kann man den Verkehr dann auf dieses Bauwerk verlegen, die alte Brücke abreißen und durch eine weitere neue ersetzen.

Autor: Sven Bernhagen, Dennis Krivec und Alexander Heilemann