Barrierefreiheit hat ihren Preis: Umbau der Würmer Ortsverwaltung wird dreimal so teuer wie kalkuliert
Würm. Die Stadt Pforzheim will die Ortsverwaltung Würm bis Juni 2028 für insgesamt 1,3 Millionen Euro barrierefrei umbauen und brandschutztechnisch sanieren. Gegenüber der bisherigen Haushaltsplanung steigen die Kosten damit um 861.400 Euro. Grund dafür sind umfangreiche zusätzliche Arbeiten, die sich erst bei der vertieften Planung ergeben haben. Das Vorhaben wird im Bauausschuss an diesem Mittwoch vorgestellt.
Demnach war ursprünglich lediglich vorgesehen, das Gebäude mit einem Plattformlift oder einem außenliegenden Aufzug sowie einer behindertengerechten Toilette auszustatten. Bei den weiteren Untersuchungen stellte sich jedoch heraus, dass das Rathaus auch erhebliche Mängel beim Brandschutz aufweist. Insbesondere fehlt ein zweiter baulicher Rettungsweg.
Zugleich soll der Umbau genutzt werden, um die Ortsverwaltung bürgerfreundlicher zu gestalten. Bislang befinden sich die Verwaltungsräume im ersten Obergeschoss und sind nur über eine enge Innentreppe erreichbar. Künftig sollen Teile der Büros ins Erdgeschoss verlegt werden. Dort entsteht ein leichter zugängliches Bürgerbüro, das insbesondere Menschen mit eingeschränkter Mobilität den Besuch erleichtert.
Die Planungen sehen außerdem einen innenliegenden Plattformlift zur Erschließung der Stockwerke, eine barrierefreie Toilette im zweiten Obergeschoss sowie neue Sanitäranlagen im Erdgeschoss vor. Eine Außentreppe soll künftig als zweiter Rettungsweg dienen. Auch der straßenseitige Eingang wird barrierefrei umgestaltet und durch einen Behindertenparkplatz ergänzt.
Für das Vorhaben waren bislang lediglich 438.600 Euro eingeplant. Die nun errechneten Gesamtkosten von 1,3 Millionen Euro schließen auch städtische Eigenleistungen ein. Nach Darstellung der Verwaltung rechtfertigen die zusätzlichen Anforderungen beim Brandschutz und die langfristigen Verbesserungen für Bürger und Beschäftigte den erheblichen Mehraufwand.
Die Finanzierung soll über mehrere Haushaltsjahre verteilt werden. Für 2026 sind zusätzliche 88.000 Euro vorgesehen, für 2027 weitere 658.000 Euro. Im Doppelhaushalt 2028/2029 sollen nochmals 337.000 Euro bereitgestellt werden. Die jährlichen Folgekosten werden mit 67.500 Euro angegeben.
Der Umbau soll so organisiert werden, dass die Ortsverwaltung während der Bauarbeiten uneingeschränkt geöffnet bleiben kann. Dafür wird zunächst das neue Bürgerbüro im Erdgeschoss eingerichtet. Anschließend können die Beschäftigten aus dem Obergeschoss dorthin umziehen, bevor die Arbeiten in den oberen Stockwerken fortgesetzt werden.
Da das Gebäude unter Denkmalschutz steht, ist außerdem eine entsprechende Genehmigung erforderlich. Nach Angaben der Verwaltung hat das Landesamt für Denkmalpflege bereits grundsätzlich Zustimmung signalisiert. Die schriftliche Bestätigung steht allerdings noch aus. Mit dem Vorhaben soll das Würmer Rathaus langfristig als moderne und für alle Bürger zugängliche Verwaltungsstelle erhalten bleiben.
