Baumhäuser und mehr: „Brauhaus“-Chef Wolfgang Scheidtweiler plant großes Hotelprojekt auf dem Sommerberg
Bad Wildbad. Dass sich der Pforzheimer Unternehmer Wolfgang Scheidtweiler auf dem Bad Wildbader Sommerberg engagieren will, hat sich abgezeichnet. Schließlich übernahm er im Jahr 2017 die Hans-Fuld-Hütte vom Skiclub Pforzheim, um sie zu einer bewirtschafteten Wanderhütte auszubauen. Doch wie jetzt bekannt wurde, reichen die Pläne des Geschäftsführers der Brauhaus Pforzheim GmbH, der mit einer Investorengruppe auch das Pforzheimer Parkhotel sowie mehrere weitere Hotels in ganz Deutschland betreibt, noch viel weiter. Rund um die Hütte soll ein Urlaubsdorf entstehen.
Rund um das im Volksmund auch „Pforzheimer Skihütte“ genannte Objekt, soll ein „naturverträgliches Hotelprojekt“ entstehen. „Wir denken dabei an Baumhäuser, oder an ein Hotel in Form eines Holzhauses“, berichtet Scheidtweiler im Gespräch mit der „Pforzheimer Zeitung“. Wie genau der Beherbergungsbetrieb aussehen soll, wird in den kommenden Monaten entschieden. „Bis zum Winter wollen wir die Pläne für das Projekt vorlegen“, so der Geschäftsmann, der sich wegen dieser Sache schon seit längerem in Gesprächen mit dem Landratsamt Calw und der Stadt Bad Wildbad befindet. Er hofft, dass das Objekt an diesem ungewöhnlichen Standort mitten im Wald an Ostern 2022 eröffnet werden kann.
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„Das gibt kein klassisches Hotel. Die Urlauber werden dort den Wald erleben“, verspricht der Geschäftsmann, zu dessen Erfolgsprojekten auch der Gasometer in Pforzheim gehört. Schließlich steht die Pforzheimer Skihütte rund eineinhalb Kilometer von der Sommerbergbahnstation entfernt auf einer kleinen Waldlichtung, nahe der Saustallhütte. Sie ist nur fußläufig zu erreichen, wobei es erste Überlegungen für einen Shuttleverkehr für die Übernachtungsgäste gibt.
Hütten-Charakter bewahren
Die Hans-Fuld-Hütte soll im Zentrum des Neubaus stehen. Scheidtweiler möchte den Charakter der im Jahr 1922 von den Mitgliedern des Pforzheimer Skiclubs in Eigenleistung erbauten Hütte unbedingt erhalten. Wanderer sollen dort in Zukunft einkehren, aber auch übernachten können. Bisher gibt es weder Strom noch fließendes Wasser. Es sei aber möglich, die notwendigen Versorgungsleitungen bis an die Waldlichtung zu verlegen, weiß Scheidtweiler.
„Das ist für Bad Wildbad und den Sommerberg ein echter Glücksfall“, schwärmte Bürgermeister Klaus Mack schon im April 2017, als sich Vertreter der Stadt als Grundstücksbesitzer und des Skiclubs Pforzheim mit Scheidtweiler an der Hans-Fuld-Hütte trafen. Momentan befindet sich der Rathauschef im Urlaub. Mit der Wildbader Skihütte, der Grünhütte und der Hans-Fuld-Hütte werde das Gebiet Sommerberg-Kaltenbronn für Wanderer noch attraktiver, so Mack damals. Nachdem klar war, dass die Hans-Fuld-Hütte aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt werden soll, wurde sie in die Wegeführung des Märchenwegs „Das kalte Herz“ auf dem Sommerberg eingebunden.
Wenig Einkehrmöglichkeiten am Sommerberg
Doch lange Zeit schien es so, als würde das Projekt nicht so richtig Fahrt aufnehmen. Nach dem Treffen der Vertragspartner tat sich zunächst nicht viel. Inzwischen schreitet die touristische Entwicklung des Sommerbergs rasant fort. Die Hängebrücke „Wildline“, der Baumwipfelpfad, diverse Grillplätze und der Märchenweg locken immer mehr Besucher auf den Wildbader Hausberg. Nach der Schließung des Hotel-Restaurants „Auerhahn“ – „am ‚Auerhahn‘ bin ich nicht interessiert“, sagt Scheidtweiler – mangelt es auf dem Sommerberg an Einkehrmöglichkeiten.
„Wir sind fleißig in der Ideensammlung und werden uns in den nächsten Wochen mit unseren Architekten besprechen“, kündigt Scheidtweiler nun an. Eines sei jedoch jetzt schon klar: „Das wird etwas ganz Besonderes, denn nullachtfünfzehn ist nichts für mich“.
Das ist die Hans-Fuld-Hütte
Wer sich von der Grillplatzanlage auf demSommerberg ein paar Meter entfernt, landet auf einer kleinen Waldlichtung und traut seinen Augen kaum: Wie die kleine Schwester der Grünhütte sieht sie aus, die Hans-Fuld-Hütte, die vor fast 100 Jahren vom Skiclub Pforzheim erbaut wurde und von Selbstversorgern gemietet werden konnte. Insgesamt 21 Schlafplätze stehen dort zur Verfügung. Die Ausstattung ist einfach: Kein Strom, kein fließendes Wasser. Die Wasserentnahmestelle liegt 150 Meter entfernt, geheizt wird mit Holz, Kühlmöglichkeiten gibt es keine. Eigentümer des Grundstücks ist die Stadt Bad Wildbad. Dem Verein wurde seinerzeit ein Nießbrauchrecht für 99 Jahre zugestanden.
