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Tiefenbronn -  24.09.2026
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Bis zu 600 Grad im Brandcontainer: 104 Feuerwehrleute trainieren in Tiefenbronn für den Ernstfall

Tiefenbronn. Tiefenbronn. Plötzlich schlägt das Feuer unter der Decke zusammen. Die Temperatur steigt, dichter Rauch nimmt die Sicht, innerhalb kürzester Zeit entzündet sich der Raum vollständig. Was im mobilen Brandübungscontainer der Netze BW simuliert wird, gehört zu den gefährlichsten Situationen, auf die sich Feuerwehrleute vorbereiten müssen: ein Flash-Over, eine schlagartige Durchzündung der aufgeheizten Rauchgase. Für die Atemschutzgeräteträger ist das kein spektakuläres Schauspiel, sondern eine Übung für den Ernstfall.

Bis zu 14 Atemschutzgeräteträger durchlaufen noch bis Freitag die mobile Brandübungsanlage. Georg Kost
Bis zu 14 Atemschutzgeräteträger durchlaufen noch bis Freitag die mobile Brandübungsanlage. Georg Kost Foto: Georg Kost

Seit vergangenem Freitag steht die mobile Brandübungsanlage auf dem Gelände der Freiwilligen Feuerwehr Tiefenbronn und wird täglich intensiv genutzt. Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte haben Gelegenheit, unter Bedingungen zu trainieren, die sich bei einer gewöhnlichen Feuerwehrübung kaum darstellen lassen. Bis zu 14 Atemschutzgeräteträger durchlaufen die Anlage pro Abend, insgesamt sind es 104 Einsatzkräfte aus Tiefenbronn und benachbarten Feuerwehren.

Im Inneren des zweigeschossigen, knapp 20 Quadratmeter großen Containers wird es tatsächlich heiß. Je nach Übungsszenario erreichen die Temperaturen zwischen 300 und 600 Grad Celsius. Dunkelheit, dichter Rauch und offene Flammen erschweren die Orientierung. Eine „heiße Tür“ sowie Geräusch- und Rauchsimulatoren verstärken den realitätsnahen Eindruck. Simuliert werden unter anderem Zimmer- und Treppenbrände, Brände an Verteilerkästen, Transformatoren und Gasleitungen sowie die gefürchtete Rauchgasdurchzündung.

Gerade für jüngere Atemschutzgeräteträger ist die Erfahrung besonders wertvoll. Sie können hier unter kontrollierten Bedingungen erleben, wie sich ein Brand entwickelt und wie sich Hitze, Rauch und Flammen auf die eigene Wahrnehmung und das Arbeiten unter Atemschutz auswirken.

„Zunächst kostet es schon etwas Überwindung, zum ersten Mal in den Brandcontainer zu gehen“, schildert ein junger Atemschutzgeräteträger seine Erfahrung. Nach mehreren Durchgängen entwickle sich jedoch zunehmend ein Gespür dafür, worauf es ankomme. Genau diese Erfahrung ist einer der Gründe, weshalb die Feuerwehr auf solche Trainingsmöglichkeiten angewiesen ist.

Kontrollraum überwacht

Während sich die Einsatzkräfte im Container den Übungsszenarien stellen, wird jeder Durchgang aus dem Kontrollraum überwacht. Martin Stehle, Manuel Weiss, Sven Baumbach, Marcel Regelmann, Sebastian Fix und Sascha Burkard gehören zum Team, das bei Bedarf eingreift. Geleitet wird die Ausbildung von Julian Reinelt, Simon Gabler, Simon Jost, Michael Maurer und Kommandant Andreas Gerlich.

Für Letzteren ist die mobile Brandübungsanlage ein wichtiger Bestandteil der Aus- und Fortbildung. Die Einsatzbedingungen würden zunehmend anspruchsvoller, gleichzeitig seien Möglichkeiten, solche Situationen realitätsnah zu trainieren, begrenzt.

Die Netze BW stellt die Anlage für eine komplette Woche kostenlos zur Verfügung. Lediglich das für die Flammenerzeugung benötigte Gas muss von der Feuerwehr beziehungsweise der Gemeinde übernommen werden.

Fünf solcher Anlagen

Als Betreiber der Strom- und Gasverteilnetze hat die Netze BW ein besonderes Interesse daran, Feuerwehren auf Gefahren vorzubereiten, die mit Strom- und Gasanlagen verbunden sein können. Insgesamt stehen fünf solcher mobilen Brandübungsanlagen zur Verfügung. Für die Tiefenbronner Feuerwehr ist es deshalb keine Selbstverständlichkeit, eine der Anlagen für eine komplette Woche vor Ort einsetzen zu können.

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