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Schömberg -  02.01.2026
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Bürgermeisterwahl Schömberg: So will der erste Kandidat punkten

Schömberg. Dass Schömberg finanzielle Probleme hat, dürfte ihm bekannt sein. Auch was das in der Praxis bedeutet, wird er wissen. Schließlich hat Michael Hopf als Kämmerer des Kreises Calw mit ähnlichen Problemen zu kämpfen – und der 44-Jährige wohnt seit Jahren im Ort. Trotzdem will er Bürgermeister der Glücksgemeinde werden. Der erste Kandidat für die Wahl am 8. März hat auch schon einen Plan, wie er Schömberg wieder finanziell fit machen will – damit irgendwann wieder Investitionen wie eine Sporthalle möglich sind. 

Michael Hopf hat bei einem Neujahrsspaziergang seine Bewerbung eingeworfen.
Michael Hopf hat bei einem Neujahrsspaziergang seine Bewerbung eingeworfen. Foto: Hopf

„Die Wahlkampagne steht noch ganz am Anfang“, sagt Hopf am Telefon. Seine Bewerbung hat der Diplom-Verwaltungsökonom während seines Neujahrsspaziergangs in den Briefkasten des Rathauses eingeworfen. Die Konsolidierung der Finanzen sei ein wichtiger Punkt, macht er jetzt schon klar. „Wir müssen uns aus der Misere herausarbeiten. Dann erst können Projekte wie eine Mehrzweckhalle angegangen werden.“ Er spricht auch das ehemalige Wellenbad-Areal an, für das es mithilfe von Investoren Möglichkeiten gebe.

Schaffen will der 44-jährige Schömberger das so: Neue Wohngebiete erschließen, um wieder mehr Bürger und damit Einnahmen zu gewinnen. „Schömberg hat durch den neuen Zensus rund 500 Bürger verloren.“ Und gleichzeitig den Tourismus noch mehr stärken, um weitere Gäste anzulocken, damit das Gewerbe und den Einzelhandel stärken und somit mehr Geld einzunehmen. „Schömberg ist ein Heilklimatischer Kurort. Das gibt es nicht häufig.“ Dazu gehört für Hopf auch die Stärkung der Kliniken im Ort. Die Infrastruktur in der Gemeinde solle derweil instand gehalten werden, bis wieder Geld für Wunschprojekte da ist. „Schulden für Infrastruktur sind keine schlechten Schulden, sondern gut für die nachfolgenden Generationen.“

So will Hopf punkten

Um mit den Bürgerinnen und Bürgern in Kontakt zu kommen, kündigt er Ortsrundgänge und Veranstaltungen in jedem Teilort an. Um sich bekannter zu machen, will er demnächst auch Plakate aufstellen und sich auf Instagram und einer Homepage präsentieren. Den Gemeinderatsfraktionen der Unabhängigen Wählervereinigung (UWV) und der CDU habe er sich bereits vorgestellt. Mit der MUZ habe er telefoniert. Der Kreiskämmerer spricht von guten Gesprächen.

Auch mit dem scheidenden Bürgermeister habe er sich ausgetauscht. Hat ihn das nicht abgeschreckt? Schließlich tritt Matthias Leyn mitten in seiner zweiten Amtszeit zum 31. März zurück. „Nein, sonst würde ich mich nicht bewerben“, sagt Hopf. „Ich glaube, ich passe gut rein und es ist ein guter nächster Schritt für mich.“ Er wisse, dass es herausfordernd und anspruchsvoll werde. In seinen bisherigen Stationen habe er jedoch bereits viele Situationen gemeistert.

Im Landratsamt ist Hopf nicht nur Kämmerer, sondern unter anderem auch Kaufmännischer Geschäftsführer der Kreiskliniken und für die Finanzen der Hermann-Hesse-Bahn zuständig. 2018 war er als Leiter der Abteilung Finanzen und Beteiligungen nach Calw gekommen. Zuvor war er im Landesministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst tätig und neun Jahre Finanzleiter der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.

Der gebürtige Thüringer lebt mit seiner Frau seit 2017 in Schömberg. „Wir sind sehr naturverbunden. Darum sind wir hergezogen.“ Wenn er Freizeit habe, sei er daher beim Wandern oder Fahrradfahren anzutreffen, arbeite am Eigenheim oder gehe ins Theater.

Autor: pz/pm