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Höfen -  14.06.2026
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Bürgermeisterwahl in Höfen: Heiko Stieringer bleibt im Amt

Höfen an der Enz. Heiko Stieringer bleibt Bürgermeister von Höfen. Das ist wenig überraschend, schließlich war der Name des Amtsinhabers der einzige auf dem Wahlzettel. Spannend war allerdings, wie viele Höfener er am Sonntag für eine Stimmabgabe motivieren konnte. Von 1334 Wahlberechtigten machten schließlich 469 ihr Kreuzchen. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 35,16 Prozent. Dafür gab es im malerischen Innenhof des Rathauses verhaltenen Applaus.

Das Ergebnis wird verkündet - und dann wird gratuliert.
Das Ergebnis wird verkündet - und dann wird gratuliert. Foto: Yvonne Dast-Kunadt

Doch trotz der eher geringen Beteiligung zeigte sich der bisherige und künftige Rathauschef, der auch ohne Gegenkandidaten einen engagierten Wahlkampf geführt hatte, zufrieden: „Mit dieser Wahlbeteiligung habe ich mein Ziel erreicht. Ich verspreche, dass ich in den kommenden acht Jahren 100 Prozent geben werde.“

Seine restlichen Dankesworte gingen dann fast im Vorfreude-Lärm der Deutschland-Fans unter, die in Trikots und fahnenschwenkend zum Public Viewing in den Kursaal einzogen. Kurz vor Anpfiff hatte Stieringer aber dann doch noch die Gelegenheit, taktstockschwingend den Musikverein Höfen zu dirigieren, ehe mit Sekt angestoßen wurde, den der Bürgermeister spendiert hatte. Die kleine Feier zu Ehren Stieringers ging schließlich nahtlos in ein gemeinsames Public Viewing über.

Eigentlich wäre noch genug Zeit gewesen, die Wahl zu würdigen. Ausgezählt waren die Stimmen schnell. Insgesamt zehn Wahlhelfer waren im Einsatz. Dass es schließlich doch 45 Minuten dauerte, bis das Ergebnis verkündet werden konnte, lag an einem nicht funktionierenden Drucker. Und so stieg die Nervosität Stieringers, der am Morgen noch gelassen in den Tag gestartet war, dann doch an. Die Wartezeit konnte er mit den Bürgermeistern Christoph Schaack (Dobel) und Matthias Stepan (Schömberg), mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Carl-Christian Hirsch sowie mit seiner Frau Karin Goll und deren Tochter Sarah Goll überbrücken. Sie zählten neben vielen Höfener Bürgern zu den ersten Gratulanten.

Und wie geht es für Stieringer nun weiter? Welche Themen packt er in den nächsten acht Jahren an? Jetzt sei endlich Zeit, sich um die Feier zum 650-jährigen Gemeindejubiläum zu kümmern, sagt er und fügt hinzu: „Es kommen neue acht Jahre. Man hat natürlich seine Pläne, aber welche Störfeuer von außen es geben wird, lässt sich nicht planen.“

Eines sei jedoch sicher: Er werde nicht abheben. „Dafür werde ich schon sorgen“, wirft Lebensgefährtin Karin Goll augenzwinkernd ein. Lob kommt auch aus der Landespolitik. Stieringer sei ein verbindlicher Typ mit einer klaren Sprache, sagt der Abgeordnete Carl-Christian Hirsch.

Die Höfener, die gekommen waren, um ihrem Bürgermeister zu gratulieren, sind jedenfalls zufrieden mit ihrem Rathauschef und freuen sich, dass er sie in die Zukunft führen wird.

Stimmen zur Bürgermeisterwahl: Waldfreibad und Zustand der Gemeindestraßen sind Themen

Nur Minuten nach Verkündung seines Wahlsiegs im Innenhof des Höfener Rathauses griff er zum Taktstock und dirigierte sichtbar gut gelaunt den Musikverein Höfen. Ein Bild, das zum Tenor des Wahlabends passte: Der alte und neue Rathauschef gab den Takt vor – und der Ort spielte mit.

Der offizielle Teil war da fast schon Nebensache. Stieringer war wiedergewählt, der Applaus war groß, die Sektgläser standen bereit. Dazu gab es Bier aus der kleinen Höfener Privatbrauerei von Dirk Imhof aus der Schönklingstraße, und im Rathaus lief später das Deutschlandspiel auf der Großleinwand. Als das erste Tor fiel, jubelte Höfen gleich noch einmal.

Gekommen waren viele: aktive und frühere Gemeinderäte, Vereinsleute, Bürger, Bürgermeisterkollegen. Schömbergs Bürgermeister Matthias Stepan gratulierte seinem Amtskollegen und beschrieb Stieringer als anpackenden und pragmatischen Kommunalpolitiker. „In den ersten Monaten meiner eigenen Amtszeit habe ich ihn als verlässlichen Partner kennengelernt“, so Stepan.

Auch Dobels Bürgermeister Christoph Schaack kam nicht nur als Kollege. Er sprach von einem „sehr freundschaftlichen Verhältnis“, das über das Kollegiale hinausgehe. Man tausche sich aus, „wenn der Schuh drückt“. Schaack sah zwischen Dobel und Höfen viele Gemeinsamkeiten: kleine Verwaltungen, ähnliche Strukturen, ähnliche Herausforderungen. Dass Stieringer ein gutes Ergebnis eingefahren hat, habe ihn nicht überrascht.

Die Wünsche des Abends waren bodenständig. Ur-Höfenerin Beate Schmied hatte vor allem ein Herzensthema: das Freibad. „Das ist echt ein wichtiges Ding“, sagte sie. Für Familien, Kinder, Jugendliche und Vereine müsse es erhalten bleiben.

Hartmut Koch, aktiver Gemeinderat, nannte das Parken und den Zustand der Gemeindestraßen als Aufgaben, die ihm insbesondere am Herzen lägen und die nun weiter angegangen werden müssten.

Einig waren sich am Ende jedenfalls alle: Das Wahlergebnis ist angesichts fehlender Gegenkandidatur ein starkes Signal für Stieringer. Und so wurde aus einer Bürgermeisterwahl  ein Abend mit vielen Stimmen, mit Musik, Höfener Bier, Fußball und einer ganzen Liste an Wünschen. Yvonne Dast-Kunadt

Das sagt PZ-Redakteurin Nicole Biesinger zur Wahl

Vom Neuling zur festen Größe

Vom unbeschriebenen Blatt vor acht Jahren zum Bürgermeister mit Rückhalt: Heiko Stieringer hat es als Quereinsteiger mit seinem pragmatischen Stil geschafft, sich das Vertrauen vieler Bürger zu erarbeiten. Dass bei seiner Wiederwahl kein Gegenkandidat antrat, spricht für die Anerkennung, die er sich in Höfen erworben hat. Er gilt als bodenständig, lösungsorientiert und hat dabei stets die Interessen von Höfen im Blick – eine Mischung, die bei den Bürgern ankommt. Die geringe Wahlbeteiligung muss ihn nicht grämen. Amtsinhaber ohne Gegenkandidaten haben es schwer, Wähler an die Urnen zu bringen. Bleibt zu hoffen, dass sich Stieringer auch in den kommenden Jahren nicht von den Herausforderungen aufreiben lässt, vor denen Bürgermeister in Zeiten knapper kommunaler Kassen und vielfältiger Krisen stehen.

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