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Nordschwarzwald -  15.06.2020
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Bundesbankvorstand zu Gast bei der IHK Nordschwarzwald: Regionale Unternehmer fordern Entlastung

Pforzheim. Bei einem wirtschaftspolitischen Austausch sprach Joachim Wuermeling, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, mit Vertretern der lokalen Unternehmerschaft – insbesondere aus dem Rechts- und Steuerausschuss der IHK – über Instrumentarien zur Krisenbewältigung. Neben Vertretern der Wirtschaft und des Bankenwesens nahm auch der Pforzheimer CDU-Bundestagsabgeordnete Gunther Krichbaum teil, der Wuermeling als Gesprächspartner vermittelt hatte, teilte die IHK Nordschwarzwald mit.

Wirtschaftspolitischer Austausch: Gunther Krichbaum, Joachim Wuermeling und IHK Hauptgeschäftsführer Martin Keppler (von links). Foto: Privat
Wirtschaftspolitischer Austausch: Gunther Krichbaum, Joachim Wuermeling und IHK Hauptgeschäftsführer Martin Keppler (von links). Foto: Privat

In der Diskussion forderten die Unternehmer demnach eine Modernisierung des Unternehmenssteuerrechts. Im ersten Schritt sollen Investitionsimpulse gesetzt werden, indem die degressive Abschreibung wiedereingeführt und die Wertobergrenze für geringwertige Wirtschaftsgüter auf 5000 Euro erhöht wird. In einem zweiten Schritt soll dann die nominale Steuerbelastung für einbehaltene Gewinne von derzeit 30 Prozent auf höchstens 25 Prozent gesenkt werden, „um die internationale Konkurrenzfähigkeit deutscher Unternehmen zu sichern“, heißt es weiter.

Zu Beginn des Austauschs stellte Wuermeling klar:

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„Sowohl Deutschland als auch die Eurozone befanden sich zu Beginn der Corona-Krise in einer wesentlich besseren Ausgangslage als vor der Finanzkrise 2008/09.“

Die oft als lästig empfundenen regulatorischen Auflagen für Kreditinstitute, die seit der Finanzkrise eingeführt wurden, hätten sich im aktuellen Stress bewährt. Die Banken und Sparkassen verfügten über ausreichend Kapitalpuffer, um Unternehmen mit der nötigen Liquidität zu versorgen, machte Wuermeling deutlich.

Auch Krichbaum betonte: „Neben gezielten Konjunkturmaßnahmen innerhalb der Bundesrepublik, muss der Fokus vor allem auf der Stabilisierung des europäischen Binnenmarktes liegen. Der Corona-Hilfsfonds, wie er von Frankreich und Deutschland vorgeschlagen wurde, ist in diesem Sinne wichtig und richtig.“

Autor: pm