CDU-Fraktion greift Anregung eines Bürgers auf: Wo findet man in Mühlacker Schutz vor großer Hitze?
Mühlacker. Wohin können Menschen in Mühlacker ausweichen, wenn sich ihre Wohnung bei großer Hitze immer weiter aufheizt und auch nachts kaum noch Abkühlung eintritt? Mit dieser Frage hat sich der CDU-Fraktionsvorsitzende Günter Bächle an die Stadtverwaltung gewandt. Anlass war die Nachricht eines Bürgers, der angesichts der hohen Temperaturen konkrete Möglichkeiten für öffentliche Rückzugsorte vermisst hatte. Der Bürger schilderte Bächle, dass er zunächst auf die Idee gekommen sei, sich in ein klimatisiertes Café zurückzuziehen. Dieses habe jedoch wegen der Extremhitze geschlossen gehabt.
Für ihn selbst sei das lediglich ein „Luxusproblem“, schrieb er: Notfalls könne er in seinen Keller gehen. Zugleich stellte er die Frage, welche Möglichkeiten etwa Bewohner stark aufgeheizter Dachgeschosswohnungen oder Menschen ohne Wohnung hätten.
Konkret vermisste der Absender Informationen darüber, welche kühlen Orte in Mühlacker bei einer länger anhaltenden Hitzeperiode zugänglich sind. Als Beispiele nannte er Kirchen, Geschäfte, Tiefgaragen oder Schattenplätze. Auch auf der Internetseite der Stadt habe er keine entsprechenden Hinweise gefunden. Obwohl Mühlacker über ein Hitzeschutzkonzept verfüge, fehle es seiner Ansicht nach bei einer vorhersehbaren Extremhitzelage an konkreten Informationen für die Bevölkerung. Auch einen Hinweis auf die entsprechende App des Landes Baden-Württemberg vermisste er.
Eine Idee des Bürgers: Bei extremer Hitze könnte ein Stockwerk einer städtischen Tiefgarage für Autos gesperrt und vorübergehend als Hitzeschutzraum genutzt werden. Denkbar seien dort etwa Bodenschutzmatten, Feldbetten und die Ausgabe von Wasser. Dabei betonte der Verfasser selbst, nicht beurteilen zu können, welche seiner Vorschläge tatsächlich umsetzbar seien. Ihm gehe es darum, Schaden von den Menschen abzuwenden und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
Bächle griff die Anregung auf und bat die Verwaltung, die Vorschläge zeitnah zu prüfen. Er bezeichnete das Anliegen als „sicherlich berechtigt“ und bat um eine Rückmeldung dazu, was in diesem Sinne unternommen werden könne.
Oberbürgermeister Stephan Retter erteilte zumindest der Tiefgaragen-Idee eine Absage. Die Tiefgarage sei grundsätzlich und auch wegen ihres Sanierungsbedarfs für eine solche Nutzung nicht geeignet. Auf die Öffnung privater Räume, darunter auch Kirchen, habe die Stadtverwaltung zudem keinerlei rechtliche Handhabe. Offen bleibt dagegen die Frage nach einer Übersicht über geeignete Rückzugsorte. Die Stadt kündigte an, die „Ausweisung von kühlen Orten im Stadtgebiet“ zu prüfen. Damit könnte zumindest eine der Anregungen aufgegriffen werden: Bürgern bei künftigen Hitzeperioden leichter zugängliche Informationen darüber zu geben, wo sie in Mühlacker Abkühlung finden können.
