Corona bremst den Badespaß: Darum haben die Freibäder in Knittlingen, Ötisheim und Sternenfels noch geschlossen
Knittlingen/Ötisheim/Sternenfels. Die Sonne scheint, der Sommer ist da, die Lust auf eine Abkühlung im Freibad ist geweckt. Das jedoch ist im Mühlacker Raum derzeit nur in der Senderstadt selbst oder eben im Tiefen See in Maulbronn möglich. Die übrigen Freibäder in der Region sind noch geschlossen. Offenbar machen die großflächige Reinigung und die höheren Kosten, die durch die neue Hygieneverordnung entstehen, einigen zu schaffen.
Nicht genügend Personal in Knittlingen
In Knittlingen zum Beispiel hat die Verwaltung große Probleme, genügend Personal zu finden, das das Bad während des Betriebs im Schichtbetrieb beaufsichtigt, reinigt und desinfiziert. Das erwähnten Bürgermeister Heinz-Peter Hopp und Bauamtsleiter Kai Uwe Lang kürzlich gegenüber der PZ. Es gebe aber Gespräche, ob und wie man die Ehrenamtlichen des Freibadfördervereins einbeziehen könnte, sagt der Vorsitzende Ralf Schwarzien, der außerdem Mitglied des Knittlinger Gemeinderats ist (Parteilose Wählervereinigung). Das sei aber gar nicht so einfach: Eine Badeaufsicht zum Beispiel müsse entsprechend geschult sein. Und das könnten die Vereinsmitglieder leider nicht leisten. Ende der Woche würde aber eine weitere Sitzung stattfinden, weshalb es schon bald eine Klärung geben könnte, so Schwarzien.
Gemeinderat entscheidet in Ötisheim
In Ötisheim habe man zwar genügend Personal, auch sei für eine Öffnung alles vorbereitet. Die Entscheidung, ob und wann das Bad geöffnet werde, hänge aber noch vom Gemeinderat ab, berichtet Hauptamtsleiterin Lizandra Ströhle. Es gehe um die Abwägung verschiedener Interessen und um die Kosten. In einer Mitteilung der Gemeinde heißt es: „Durch die uns auferlegten Regelungen wird das Freibad in diesem Jahr noch mehr wie üblich von der Gemeinde subventioniert werden müssen.“ Ströhle ergänzt: „Es ist eine politische Entscheidung, die in der nächsten Sitzung des Gemeinderats am 7. Juli getroffen werden soll.“ Sollte das Freibad öffnen, wird der Betrieb nur mit Einschränkungen möglich sein: Spielplatz, Saisonschränke, Duschen, Sprungturm und Rutsche bleiben geschlossen. Die einzelnen Besuchsabschnitte sind wie folgt geplant: 10 bis 13 Uhr, 14 bis 17 Uhr und 18 bis 20 Uhr. Dazwischen muss das Bad für die Reinigung geräumt werden.
Reparaturen in Sternenfels
In Sternenfels hat das Freibad, für dessen Betrieb im Gegensatz zu Knittlingen der örtliche Förderverein zuständig ist, ebenfalls noch zu. Grund dafür sind jedoch nicht nur die Auswirkungen der Pandemie, wodurch die Ehrenamtlichen lange keine Arbeitseinsätze durchführen konnten. Vor allem sind Reparaturarbeiten die Ursache. Wie Gemeindekämmerer und Bauamtsleiter Markus Klein berichtet, verzeichnete man im vergangenen Jahr einen hohen Wasserverlust, woraufhin das Leck zunächst gesucht und dann beseitigt werden musste. Dies sei inzwischen geschehen. Doch ob das Problem tatsächlich gelöst ist, könne man erst wissen, wenn das Becken wieder gefüllt ist, ergänzt Meike Schlotterbeck, Vorsitzende des Vereins. Zuvor müssten noch Ersatzteile eingebaut werden. „Bis Mitte Juli werden wir öffnen“, ist Klein zuversichtlich. Dank des Freibadvereins werden voraussichtlich genügend Helfer zur Verfügung stehen, die die neuen Hygienemaßnahmen umsetzen können. „Da haben wir als Gemeinde großes Glück“, so Klein.
