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Ispringen -  12.10.2026
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Das Erkämpfte steht auf dem Spiel: IG Metall Pforzheim findet deutliche Worte zur aktuellen Situation

Immer wieder brandet Beifall auf. Etwa, als Tom Wolters sagt: „Steuergeld darf nicht dazu dienen, Stellen abzubauen oder Produktion zu verlagern.“ Der Erste Bevollmächtigte der Pforzheimer IG Metall findet deutliche Worte und formuliert klare Forderungen, aber auch viel Lob. Denn er spricht vor denen, die die Gewerkschaft in der Region über Jahrzehnte geprägt und getragen haben: verdiente Mitglieder, die bereits seit 40, 50, 60, 70 und 75 Jahren dabei sind.

Der Erste Bevollmächtigte Tom Wolters (links) und seine Stellvertreterin Martina Walter (rechts) gratulieren den langjährigen Mitgliedern der IG Metall.
Der Erste Bevollmächtigte Tom Wolters (links) und seine Stellvertreterin Martina Walter (rechts) gratulieren den langjährigen Mitgliedern der IG Metall. Foto: Nico Roller

In einem würdigen Rahmen erhalten sie in der Ispringer Festhalle eine Ehrung, begleitet von gutem Essen, handgemachter Musik und klaren Statements zur aktuellen Lage.

Wolters weiß, dass die Jubilarfeier in einer Zeit stattfindet, in der viele Menschen mit großer Unsicherheit auf ihre Arbeit, ihr Leben und ihre Zukunft blicken. Der Erste Bevollmächtigte spricht von einer konjunkturellen und strukturellen Krise der Industrie, die in Pforzheim und im Enzkreis nach Einschätzung der IG Metall dazu geführt hat, dass in einem Jahr rund 3500 Industriearbeitsplätze weggefallen sind. „Hinter diesen Zahlen stehen Menschen, Familien und Lebensentwürfe.“

Laut Wolters liegt auf der Hand, was es jetzt braucht: Er nennt Investitionen in Standorte und Zukunftsprodukte, bezahlbare Energie, Qualifizierung und eine aktive Industriepolitik. Aus seiner Sicht müssen sich Unternehmen zu Beschäftigung, Tarifbindung und Wertschöpfung in der Region verpflichten, wenn sie öffentliche Förderungen oder Subventionen erhalten. Für Wolters geht es um gute Einkommen, sichere Beschäftigung, starke Standorte und verbindliche Zukunftsperspektiven.

Die Lasten der Krise dürften weder bei den Beschäftigten abgeladen werden noch bei den Rentnern und den Menschen, die das Land am Laufen halten. Kritisch bewertet er auch Reformvorhaben, die aus seiner Sicht neue Belastungen für Arbeitnehmer bringen könnten, etwa bei Rente, Gesundheit und Pflege. „Wer den Sozialstaat schwächt, verschärft die Unsicherheit und treibt die gesellschaftlichen Gräben weiter auseinander.“

Auch Claudia Peter weiß, dass jede Zeit ihre Herausforderungen hat. Die ehemalige Erste Bevollmächtigte der IG Metall Gaggenau betont, dass jedes einzelne Mitglied dazu beiträgt, eine bessere Lebens- und Arbeitswelt zu schaffen. „Wir bauen heute auf das, was unsere Vorfahren jahrzehntelang aufgebaut haben.“ In ihrer Laudatio auf die Jubilare blickt Peters zurück auf Erfolge, die die IG Metall erreicht hat, etwa auf die Einführung der 35-Stunden-Woche.

Für Martina Walter steht fest: „Wir dürfen nicht zulassen, dass die Beschäftigten am Ende diejenigen sind, die die Rechnung bezahlen.“ Viele Unternehmen stünden unter Druck. „Aber Transformation darf nicht einfach heißen: Standort schließen, Produktion verlagern, Arbeitsplätze abbauen“, sagt die Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Pforzheim. Sie fordert stattdessen Investitionen, neue Produkte und Technologien, Qualifizierung, Perspektiven und ein klares Bekenntnis, industrielle Beschäftigung in der Region und in Deutschland zu halten.