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Bad Wildbad -  24.06.2026
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Das sind die Gründe für das Bikepark-Aus in Bad Wildbad

Bad Wildbad. Jetzt ist es amtlich: Der Bad Wildbader Bikepark, der zu den bekanntesten Downhill-Strecken Deutschlands gehörte, ist Geschichte. In seiner Sitzung am Dienstagabend besiegelte der Gemeinderat mit deutlicher Mehrheit das Aus des einstigen Publikumsmagneten. Einigen Stadträten fiel diese Entscheidung sichtlich schwer. Wie kam es zu dem Votum? Und warum hält die Stadtverwaltung den Rückbau der Anlage für alternativlos?

Mountainbikes auf illegalen Wegen
Waghalsige Sprünge und rasante Abfahrten prägten auch den Bad Wildbader Bikepark auf dem Sommerberg. Nach dem Beschluss des Gemeinderats sollen die Strecken nun rückgebaut werden. Symbolbild: picture alliance/dpa | Hauke-Christian Dittrich Foto: picture alliance/dpa

Anfang des Jahres gab es noch Hoffnung, dass der Bikepark trotz des Rückzugs des bisherigen Betreibers mit neuem Leben gefüllt werden könnte. Die Stadt wollte verschiedene Optionen prüfen, darunter auch eine erneute Ausschreibung. Obwohl sich die Stadt und der bisherige Betreiber nicht im Guten getrennt hatten und erhebliche Außenstände im Raum standen, war ein Rückbau damals nur eine von mehreren Möglichkeiten.

Doch je länger die Diskussionen andauerten, desto deutlicher wurde: Dem Bikepark fehlt eine wirtschaftliche Grundlage. Hinzu kommen erhebliche Sicherheitsbedenken. Die Strecken zu sanieren kann und will sich die Stadt nicht leisten, neue Strecken lassen die naturschutzrechtlichen Vorgaben kaum zu. Zudem hatte es in der Vergangenheit immer wieder Probleme mit den Pächtern der Waldflächen auf dem Sommerberg gegeben. Für die Verwaltung blieb deshalb am Ende nur eine Konsequenz: der Rückbau der Downhill-Strecken.

Die Geschäftsführerin der Touristik Bad Wildbad GmbH, Stefanie Bott, warb in der Sitzung für den Verwaltungsvorschlag und fasste die Argumente zusammen. Die meist jungen Nutzer des Bikeparks würden nur eine vergleichsweise geringe Wertschöpfung im Ort hinterlassen. Die Strecken kreuzten beliebte Wanderwege, wodurch es bereits zu Unfällen mit Fußgängern gekommen sei. Ein externer Sachverständiger habe zudem festgestellt, dass sich die Anlage in einem prekären Zustand befinde und die Strecken teilweise gefährlich zu befahren seien. Durch den hohen Schwierigkeitsgrad werde lediglich eine kleine Zielgruppe angesprochen. Selbst mögliche Fördermittel würden nichts am grundlegenden Betreiberproblem ändern. Klar sei auch: Die Stadt wolle nicht selbst die Verantwortung für ein solches Angebot übernehmen.

Bürgermeister Marco Gauger betonte, dass sich die Diskussion ausschließlich um den Bikepark drehe. Fahrradfahrer und Mountainbiker seien auf dem Sommerberg weiterhin willkommen und fänden dort ein großes Netz an Wegen und Tourenmöglichkeiten vor. Auch Stadtförster Andreas Wacker sprach sich für den Verwaltungsvorschlag aus. Der Bikepark sei vor 25 Jahren unter völlig anderen rechtlichen Rahmenbedingungen entstanden. Viele Vorschriften hätten sich seither verändert. Ohne Betreiber liege die Verkehrssicherungspflicht für die Strecken bei der Stadt.

Mit elf Ja-Stimmen bei vier Gegenstimmen folgte der Gemeinderat schließlich der Empfehlung der Verwaltung. Für etwas Beruhigung sorgte dabei die Aussicht auf ein neues, niederschwelligeres Mountainbike- Angebot. Denkbar sei, einzelne Elemente in das bestehende Radwegenetz zu integrieren. Mit dem bisherigen Downhill-Angebot hätte das allerdings nur noch wenig gemeinsam.

„Ich tue mich sehr schwer mit dieser Entscheidung. Im Grunde tragen wir heute den Bikepark zu Grabe. Ich schaffe es nicht, dem zuzustimmen“, begründete Stadtrat Jochen Borg (CDU) sein Nein.

Es hätte der Stadt nicht geschadet, die Anlage zunächst auszuschreiben und mögliche Interessenten abzuwarten. Ähnlich äußerte sich Wilko Rochow-Borg (CDU): „Wir sollten uns alle Optionen offenhalten.“

Jürgen Schrumpf (SPD) erinnerte dagegen an die Glanzzeiten der Anlage, die zeitweise sogar als möglicher Austragungsort im Rahmen der Olympiabewerbung Stuttgarts gehandelt wurde. „Fachleute sagen, es handelt sich in Bad Wildbad um die schwierigsten Strecken Deutschlands. Wir sollten endlich aufhören zu träumen. Der Bikepark ist nur etwas für Spezialisten“, sagte Schrumpf.

Nach Jahren der Diskussionen, Betreiberwechsel und wirtschaftlichen Schwierigkeiten hat der Gemeinderat nun einen Schlussstrich gezogen. Ob an anderer Stelle ein neues Mountainbike-Angebot entsteht, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.

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