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Bauen -  22.03.2026
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Denkmalgeschütztes „Waldhorn“ bleibt: Halbzeit der Abrisse im Öschelbronner Ortskern

Niefern-Öschelbronn. Die Baustelle am „Waldhorn“-Quartier in Öschelbronn schreitet voran: Rund die Hälfte der zum Abbruch vorgesehenen Gebäude ist bereits beseitigt. Bis Ende März sollen die Abbrucharbeiten vollständig abgeschlossen sein, so der aktuelle Zeitplan der Bauherrin Palm Immobilien aus Schorndorf. Das einstige Gasthaus „Waldhorn“ selbst bleibt erhalten, ebenso der angrenzende Festsaal. „Beide Baukörper stehen unter Denkmalschutz und bilden den räumlichen Kern des Quartiers“, sagt Palm-Geschäftsführer Daniel Mudroh.

Schwierige Abrissarbeiten: Eine Fachfirma bricht rund um die frühere Wirtschaft „Waldhorn“ Gebäude ab, das denkmalgeschützte Gasthaus bleibt jedoch erhalten und wird aufwendig saniert.
Schwierige Abrissarbeiten: Eine Fachfirma bricht rund um die frühere Wirtschaft „Waldhorn“ Gebäude ab, das denkmalgeschützte Gasthaus bleibt jedoch erhalten und wird aufwendig saniert. Foto: Palm-Immobilien

Alle übrigen Gebäude werden derzeit abgebrochen. Genauer gesagt: Rund zwei Drittel des bisherigen Bestands weichen, ein Drittel bleibt erhalten.

Dass die Abbrucharbeiten länger dauern als geplant, hat einen Grund. „Wir sind inzwischen an Stellen angelangt, die das Denkmal berühren“, sagt Architektin Tanja Gerst. „Da muss man sehr sensibel vorgehen und schauen, dass man mit dem Bestandsgebäude so zärtlich wie möglich umgeht.“ Die an das „Waldhorn“ anschließenden Gebäude werden Stockwerk für Stockwerk abgetragen, bis man schließlich an der Gebäudekante zum Denkmal trennt, behutsam und ohne dessen Substanz zu gefährden.

Kaum Unterlagen

Erschwerend komme hinzu, dass kaum Planunterlagen aus der Entstehungszeit vorliegen. Wie die angebauten Gebäude an das „Waldhorn“ gegründet worden sind, sei nicht belegt. Besondere Vorsicht sei im Bereich der Gewölbekeller geboten, die sich unter dem Altbau befinden. „Je weiter man nach unten kommt, umso vorsichtiger muss man agieren“, so Gerst. Ein weiterer Zeitfaktor seien die Entsorgungsanforderungen. Die angrenzenden Bestandsgebäude stammen überwiegend aus den 1950er- und 1960er-Jahren und enthalten unterschiedliche Baustoffe. Diese müssen gemäß den Entsorgungsrichtlinien strikt voneinander getrennt werden, was teilweise Handarbeit erfordert. Das ausführende Unternehmen, die Firma Terralog aus Wimsheim, leiste dabei Vorarbeiten, bevor schweres Gerät zum Einsatz kommt.

Das „Waldhorn“ war über Generationen hinweg ein zentraler Treffpunkt für die Öschelbronner Bevölkerung. Die ehemalige Wirtschaft mit Metzgerei und Festsaal diente als großer Veranstaltungsort und als sozialer Mittelpunkt des Dorflebens. „Wir sanieren dieses denkmalgeschützte Gebäude unter größtmöglicher Sorgfalt, um es wieder zum Leben zu erwecken und seinen Symbolwert für den ganzen Ort wiederherzustellen – als wichtigen raumbildenden Bestandteil des Straßenzugs“, betont Geschäftsführer Mudroh.