Deponie Hamberg bei Maulbronn bekommt einen grünen Deckel
Maulbronn. Vier von fünf Abschnitten des Schuttabladeplatzes sollen versiegelt werden. Doch bevor es soweit ist, stand nun ein Termin an, in dem sich rund 30 Vertreterinnen und Vertreter von Regierungspräsidium und Landratsamt über die Umweltverträglichkeit des Projekts unterhalten haben.
Auf die Deponie Hamberg bei Maulbronn kommt der Deckel drauf: Vier von fünf Abschnitte sind komplett verfüllt und sollen nun oberflächenversiegelt werden. Doch bevor es so weit ist, fand nun im Maulbronner Feuerwehrhaus ein sogenannter Scoping-Termin statt. Was ist damit gemeint? Rund 30 Vertreterinnen und Vertreter von Regierungspräsidium, Landratsamt, Planungsbüros und der Stadt Maulbronn erörterten, welche Auswirkungen das Projekt auf verschiedene Bereiche der Umwelt hat und vor allem: Welche Beschaffenheit die Versiegelung der Deponie denn nun haben soll. Eines vorweg: Der Deckel wird mehrschichtig und ganz oben begrünt.
Uta Faist vom Ingenierbüro Weber erklärte, dass es, um die Deponie abzudichten, verschiedene Komponenten brauche, darunter zwei Entwässerungsschichten aus Kunststoff. Eine Rekultivierungsschicht wird den Abschluss bilden. Der Deckel wird also begrünt, voraussichtlich mit Trockenmagerrasen und Hecken, die jedoch regelmäßig geschnitten werden müssen. Bäume auf den Deponieberg zu pflanzen, so machte es Friederike Hübner vom Regierungspräsidium Karlsruhe deutlich, sei nicht möglich, da es zu verhindern gelte, dass Wurzeln die Versiegelungsschicht durchstechen und somit beschädigen. Diese Aussage schmeckte jedoch nicht jedem im Saal.
Deponie ist seit 1972 in Betrieb
Mit Versiegelungsverfahren werden die Abschnitte der Deponie, die seit 1972 in Betrieb ist, endgültig stillgelegt. Wann jedoch mit den Arbeiten begonnen wird, darüber wurde am Montagnachmittag in Maulbronn nicht gesprochen. Regierungsdirektorin Karen Hemmes Schmitt erklärte, dass man mit dem Scoping-Termin erst ganz am Anfang stehe. Mit der Umweltverträglichkeitsprüfung lege man fest, welche Informationen der Enzkreis zusammentragen müsse. Gleichwohl betonte sie die Bedeutung des Scoping-Termins, da dieser das Verfahren hin zu einer Planfeststellung beschleunigen würde. Wie der Abfall-Dezernent des Enzkreises und einer der Geschäftsführer der Hamberg-Deponie-Gesellschaft, Frank Stephan, erläuterte, ist man gerade dabei, die letzten beiden Teile des fünften Abschnittes zu verfüllen. Seiner Schätzung nach, wird der vorhandene Deponieraum noch zwei bis fünf Jahre vorhalten. Das Restvolumen sei relativ gering. Aktuell werden noch 15.000 Tonnen Material pro Jahr – Bauschutt und Asbest – angeliefert. Als die Deponie noch voll in Betrieb war, seien durchschnittlich 50.000 bis 60.000 Tonnen Material jährlich angeliefert worden. Die Deponiefüllfläche ist 14,5 Hektar groß und hat ein Gesamtvolumen von rund 1,9 Millionen Kubikmeter.
Auch der Recyclinghof, der sich auf dem Gelände der Schutthalde befindet, muss im Zuge der Versiegelung weichen. Er wird, wenn das Projekt abgeschlossen ist, auf dem Rücken der Deponie zu finden sein. Deswegen, so Uta Faist, weiche man in diesem Bereich von der Kunststoffentwässerungsschicht ab und bringe dort eine mineralische Schicht ein.
Kommt Photovoltaik-Anlage?
Wie der Maulbronner Bürgermeister Aaron Treut am Ende des Termins sagte, ist die Klosterstadt im Austausch mit dem Betreiber der Deponie, der Hamberg-Deponie-Gesellschaft, wegen der möglichen Errichtung einer Freiflächen-Photovoltaikanlage. Laut Treut komme die Umsetzung einer solchen Idee aber erst als zweiter oder dritter Schritt.
Die Dezernate des Landratsamts zeigten sich zufrieden mit dem Bericht von Friederike Hübner über die verschiedenen Schutzgebiete. Der Forstamtsleiter des Enzkreises, Andreas Roth, erklärte, im Bericht müsse dargelegt werden, warum eine Wiederbewaldung der Fläche nicht möglich sei. Auch seitens der Entwässerung wird sich laut Landratsamt Enzkreis nicht viel ändern. Man geht davon aus, dass durch die Versiegelung wieder mehr Wasser in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt wird. Wolfgang Bader vom Enzkreis sagte, man müsste die Entwässerung in Richtung Rossweiher noch analysieren. Er rechnet aber nicht mit Überraschungen. Auch das Kloster als Unesco-Welterbe wurde berücksichtigt – eine Stellungnahme des Landesdenkmalamts in Stuttgart wurde verlesen. Die Deponie liegt nahe des Hamberg-Grabens, der Teil des Klosters ist. Das Vorhaben sei aber unbedenklich.
