Dialog zum geplanten Campus bleibt sachlich: Anwohner fürchten das Buckenberger Verkehrschaos
Pforzheim. Wie zu erwarten, beschäftigt vor allem Verkehr und Parkdruck die Zuhörer der Bürgerinformation zum geplanten Buckenberg-Campus.
Das Wichtigste zuerst: Der Dialog am Freitagabend im Bürgerhaus Buckenberg/Haidach zum geplanten Buckenberg-Campus blieb sachlich und friedlich. Das ist beileibe nicht selbstverständlich, wie zuletzt die Diskussion um die Feuerwache Ost in Eutingen zeigte. Unter den rund 170 Anwesenden waren vor allem Anwohner, die Fragen zu dem baulichen Großprojekt am Strietweg hatten. Die drängendste: Wie stark würden Verkehr und Parkdruck zunehmen, wenn dort drei Schulen auf einem gemeinsamen Campus zusammengeführt würden?
Noch ist nichts beschlossen
Eines betonten die Verantwortlichen von Stadt Pforzheim und Enzkreis von Anfang an: Das Projekt sei bislang nur eine Idee. „Nichts ist in Stein gemeißelt“, sagte Oberbürgermeister Peter Boch zur Begrüßung.
Doch der Bedarf ist groß. Das machten die drei anwesenden Schulleitungen deutlich: Überall fehle es an Platz. Die Buckenbergschule habe eine zu kleine Turnhalle, die Bohrainschule müsse ihre Klassen auf zwei Standorte verteilen. Die Gustav-Heinemann-Schule benötige wegen der besonderen Bedürfnisse ihrer körperbehinderten Schüler besonders viel Raum. Ein gemeinsamer Campus solle die Raumnot lindern und die Zusammenarbeit erleichtern. Es seien die oft beschworenen „Synergieeffekte“, die hier zum Tragen kommen sollen, wie Sozialbürgermeister Frank Fillbrunn betonte.
Wird es zu eng am Strietweg?
Die größte Sorge der Anwohner galt jedoch dem Verkehr. „Es ist genug für den Stadtteil Buckenberg, was alles hier oben gebaut wurde. Irgendwann ist Feierabend!“, empörte sich eine Anwohnerin und erntete Applaus. Baubürgermeister Tobias Volle schien auf die Reaktionen vorbereitet zu sein. „Wir wissen, das Thema Verkehr beschäftigt Sie am meisten.“ Laut den bisherigen Verkehrszählungen gebe es rund um den Strietweg derzeit keine größeren Überlastungen. Auch künftig solle das Straßennetz den zusätzlichen Verkehr bewältigen können.
Das bezweifelten mehrere Bürger in ihren Wortbeiträgen. Ein Anwohner bezeichnete die Situation schon heute als „prekär“. Andere befürchteten einen Verdrängungswettbewerb um die wenigen Parkplätze an der Straße. Bereits jetzt herrsche im Bereich des Einkaufszentrums am Strietweg teilweise „Chaos ohne Ende“, berichtete eine Anwohnerin.
Volle verwies auf mögliche Lösungen: Eine größere Tiefgarage sei vorgesehen, außerdem würden dichtere Bustakte geprüft. Man nehme die „neuralgischen Punkte“ genau in den Blick. Auch die Tiefenbronner Straße komme als mögliche Zufahrt ins Quartier infrage. Zusätzliche Flächen für Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule brächten, seien ebenfalls angedacht.
Dreistellige Millionensumme
Auch die Kosten des Großprojekts sorgten für Nachfragen. Laut Frank Stephan, Kämmerer des Enzkreises, gehe die Machbarkeitsstudie von 130 bis 140 Millionen Euro aus. Stadt und Kreis hofften auf 50 bis 60 Millionen Euro Landesförderung. Damit müssten sie voraussichtlich 80 bis 90 Millionen Euro selbst tragen. Eine „enorme Kraftanstrengung“, räumte Fillbrunn ein. Nach einer mehrjährigen Planungsphase könnte frühestens 2030 oder 2031 mit dem Bau begonnen werden.
Neben den kritischen Stimmen meldeten sich auch Befürworter zu Wort. Eine Mutter eines behinderten Kindes etwa erklärte, sie könne es „kaum erwarten, bis diese Schule da steht“.
