Die Container stehen bereit: Bald Platz für 100 Geflüchtete in Calmbach
Bad Wildbad-Calmbach. Beim Bau der Flüchtlingsunterkunft im Calmbacher Gewerbegebiet Beermiß geht es voran. „Die mobilen Unterkünfte sind gestellt, die Innenausbauarbeiten der Firma sind fast abgeschlossen“, sagt Valerie Nußbaum, Sprecherin des Calwer Landratsamtes. Bis zu 100 geflüchtete Menschen kann der Landkreis Calw künftig dort unterbringen.
„Anfang Oktober erfolgt die Übergabe der Anlage“, so Nußbaum weiter. Danach gehe es an die Arbeiten für Wasser-, Abwasser- und Stromanschluss, genau so wie die Einrichtung mit Mobiliar.
„Die Unterkunft in der Beermiß ist Teil des Unterbringungskonzeptes für Herbst und Winter 2024“, erklärt Nußbaum.
Doch wann genau die Erschließungsarbeiten in diesem Jahr abgeschlossen sein werden, könne zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden. „Nach Abschluss sämtlicher Arbeiten und in Abhängigkeit der Zugangszahlen können die Container bezogen werden“, so die Pressesprecherin. Ursprünglich hätten bereits vor der Sommerpause die ersten Geflüchteten in die Container einziehen sollen.
96 Stück stehen in der Siedlung auf zwei Riegel verteilt. Beide sind zweistöckig und wie ein „L“ zueinander auf dem Grundstück der Stadt platziert. In jedem Container können zwei Menschen ein provisorisches Zuhause finden, auf etwas mehr als zwölf Quadratmetern. Ausgestattet sind sie mit Bett und Schrank. Wenn Familien einziehen, können auch mehrere Container zusammengelegt erden. Die Sanitäranlagen, Küchen und Gemeinschaftsräume bestehen aus mehreren Modulen.
Widerstand in Bevölkerung
Nachdem im April bekanntgeworden war, dass der Landkreis den Standort in Calmbach für die große Flüchtlingsunterkunft ausgesucht hat, hatte sich in dem Bad Wildbader Stadtteil Widerstand von verschiedenen Seiten geregt. Unter anderem gab es Sorge wegen des Naturschutzes. Diese Bedenken wurden von Stadt und Kreis allerdings ausgeräumt. Auch gab es Ängste wegen einer möglichen Lärmbelästigung sowie vor einem möglichen Sicherheitsrisiko für die Kinder, die dort auf dem Weg zur Schule vorbei laufen. Laut Stadt- und Kreisverwaltung soll es einen Sicherheitsdienst, einen Sozialdienst und einen Hausmeister geben, damit es in der Flüchtlingssiedlung ruhig bleibt.
Die bis zu 100 Menschen sollen zudem laut Bad Wildbads Bürgermeister Marco Gauger nicht alle auf einmal einziehen, sondern die Unterkunft soll, je nach Bedarf, nach und nach belegt werden.
Die Siedlung ist laut Bürgermeister Gauger für drei Jahre genehmigt mit der Option auf eine Verlängerung um weitere drei Jahre. Die Container dürfen also maximal sechs Jahre im Beermiß stehen.
