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Pforzheim -  04.05.2026
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Die Zukunft des Stadtbummels? Diese Neuerungen wird es im Pforzheimer Sedan-Quartier bald geben

Pforzheim. Der Stadtbummel muss zum Erlebnis werden! Immer wieder hört man landauf, landab diese Forderung, wenn es um die Zukunftsfähigkeit der Innenstädte geht. Ein aktuelles Projekt für Pforzheims Sedan-Quartier setzt diesen Ansatz konsequent um. Es handelt sich um eine in dieser Form vielleicht bislang einmalige Neuerung: einen begrünten, modularen „Möglichkeitsraum“. PZ-news erklärt, was sich dahinter verbirgt, welchen Nutzen er der Stadtgesellschaft bringen soll und wie Bürger das Vorhaben befördern und sich aktiv einbringen können.

Studio Panama Terrasse
Marleen Hecker will mit Gleichgesinnten dauerhaft Kunst und Kreativität imöffentlichen Straßenraum des Sedan-Quartiers etablieren. Foto: Meyer

Marleen Hecker, Inhaberin des „Studios Panama“ und Sprecherin der Geschäftsleute im Quartier, hat sich mitten auf der Dillsteiner Straße auf einen Stuhl gesetzt, ein Gemälde des Künstlers und Hochschuldozenten Eckhard Bausch in Händen. Das Setting passt wie gemalt zur Planung, die bereits auf Hochtouren läuft. Der Straßenzug soll schon bald unter freiem Himmel einen Ort der Begegnung und der kreativen Entfaltung erhalten. Mit dem Sitzmöbel, das aktuell vor dem „Studio Panama“ steht, hat diese Innovation eigentlich nur die Örtlichkeit gemein.

Der hölzerne, in die Jahre gekommene Freisitz wird weichen, um in ähnlichem Format – sechs auf zwei Meter – neue Welten zu eröffnen. Die Initiatorin spricht im übertragenen Sinn von einem „großen Ding“ und schwärmt: „Das wird total cool!“

PZ unter den Förderern

Mit ihrer Begeisterung hat sie bereits etliche Mitstreiter angesteckt. Die bisherigen maßgeblichen Förderer sind das Kulturamt, der städtische Eigenbetrieb Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP) über den Förderfonds für zukunftsfähige Innenstädte und Zentren sowie das PZ-Medienhaus. Ziel ist es aber, die Unterstützerriege möglichst breit aufzustellen. Schließlich soll der „Möglichkeitsraum“ später auch möglichst vielfältig genutzt und ausgestaltet werden.

Profaner könnte man von einer „Kulturterrasse“ sprechen, auch wenn Hecker dieser Begriff fast schon zu einengend ist. Denn die Möglichkeiten sind nahezu grenzenlos. Die Sitzflächen sind je nach Bedarf ein- und ausklappbar. Wände können in Position gerückt, Podeste geschaffen werden. Das ermöglicht die temporäre Hängung von Kunstwerken für Bilderausstellungen, die Präsentation von Skulpturen und anderen dreidimensionalen Werken, das Einbinden der Terrasse in Aktionen wie die „Spiel mich“-Reihe des WSP oder eine PZ-Lesersprechstunde. Lesungen und Workshops können inmitten des Viertels abgehalten, Schüler oder Studierende einbezogen werden. Hecker freut sich besonders darüber, dass schon jetzt eine Kooperation mit der Hochschule für deren kommendes Jubiläumsjahr vereinbart werden konnte.

Das Sedan-Quartier wie die gesamte Kernstadt sollen von diesem dauerhaften Aufenthaltsort profitieren, der zum Verweilen, zum Austausch und zu Begegnungen einlädt. Die Terrasse sei „ein sichtbares Signal für eine offene, lebendige und zugängliche Stadtkultur“, betont die Schmuckdesignerin, die das Projekt ersonnen hat und verantwortet.

Blumenpaten gesucht

Über ihr „Studio Panama“ – vor Ort und auf der Webseite – läuft auch das am Mittwoch, 13. Mai, startende Crowdfunding, also die Möglichkeit für jeden Einzelnen, mit kleinen Beiträgen Großes zu realisieren. Weitere Firmen und Institutionen können sich einbringen, aber auch Privatpersonen, indem sie etwa zu Blumenpaten werden. Denn natürlich soll die Terrasse hübsch herausgeputzt werden. Schon ab 35 Euro kann man sich engagieren. Als Dankeschön winken je nach Förderbetrag eine Mini-Blumenwiese für zu Hause, Vasen, Anstecknadeln, Urkunden, Goodie-Bags oder gar der an der Terrasse verewigte Name. Der größte Dank für alle Unterstützer ist aber sicher der Anblick eines rege genutzten und bespielten „Möglichkeitsraums“. Dessen feierliche Eröffnung ist für Freitag, 12. Juni, 9.30 Uhr, geplant.

Weitere Informationen zum Projekt und zum Crowdfunding ab Mittwoch, 13. Mai, im „Studio Panama“, Dillsteiner Straße 16, und auf www.studiopanama.de.

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