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Nordschwarzwald -  01.01.2021
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Die bewegte Geschichte des Schömberger Ortsteils Schwarzenberg

Schömberg-Schwarzenberg. „Es gab damals zwar auch kritische Stimmen, doch diesen waren in der Unterzahl“, so der Schwarzenberger Ortsvorsteher Andreas Ehnis über die Eingemeindung mit Schömberg am 1. Januar 1971. Die Entscheidung sei damals zwar keine Herzensangelegenheit aber eine rationale gewesen.

Blick auf das idyllische Schwarzenberg: Die Eingemeindung zu Schömberg vor 50 Jahren war eine rationale Entscheidung.
Blick auf das idyllische Schwarzenberg: Die Eingemeindung zu Schömberg vor 50 Jahren war eine rationale Entscheidung.

Die Eingemeindung mit Schömberg hatte bereits 1966 ihre Anfänge. Der Schömberger Bürgermeister Walter Brenner übernahm auch in Schwarzenberg die Rolle des Schultes. Ein weiterer Faktor war das „Kirchspiel“ mit Schömberg. Zudem gab es vom heutigen Berufsförderungswerk Schömberg eine Zweigstelle in Schwarzenberg und Vereine beider Gemeinden arbeiteten zusammen.

Eingemeindung im Eiltempo

Ende 1970 verlief die Eingemeindung im Eiltempo. Am 30. November wurde sie beschlossen, am 27. Dezember stimmten bei einer Bürgerversammlung 63,57 Prozent dafür und am nächsten Tag gab es vom Schömberger Gemeinderat grünes Licht. Zurück reicht die Geschichte von Schwarzenberg ins 11. oder 12. Jahrhundert. Zwar fand Schwarzenberg keine Erwähnung im „Codex hirsaugensis“, doch die Anlage des Dorfes spricht für den diesen Zeitraum. Der Name Schwarzenberg kann nach damaliger Bedeutung als unheimlicher, undurchdringlicher Berg übersetzt werden.

Dorf mit 16 Häusern

Eine erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1566. Zum damaligen Zeitpunkt hatte das Dorf 16 Häuser und nach historischen Maßstäben kann die Einwohnerzahl auf 80 geschätzt werden. Eine weitere Urkunde aus dem Jahr 1607 belegt, dass die Verwaltung Liebenzell um die Errichtung eine Sägmühle am Eulenbach bat. Während des 30-jährigen Krieges, davon ist auszugehen, wurde die Gegend um Schwarzenberg als Durchzugsland der Truppen genutzt. Im Bezirk Liebenzell sind zahlreiche Plünderungen unterschiedlicher Militärtruppen bekannt. Doch nicht nur mit den Wirren des Krieges hatten die Menschen zu kämpfen, sondern auch mit Krankheiten.

Lebhaftes Dorfgeschehen

In Langenbrand starben im Herbst 1622 in einem Monat 22 Menschen an Ruhr. Zum Ende des Krieges war die Hälfte der Häuser im Bezirk zerstört. 1721 wurden Kindern, wenn auch vorwiegend nur im Winter, erstmals unterrichtet. Bis 1819 war die Bewohnerzahl in Schwarzenberg auf 185 angestiegen. Neben der Landwirtschaft nahm das Sauerkraut aufgrund des Klimas einen wichtigen Stellenwert als Nahrungsmittel ein und wurde mit dem nahrhaften Filderkraut verglichen. Neben der Landwirtschaft nahmen Viehzucht und Holzhandel zu. Es entstand ein lebhafter Handel in benachbarten Ortschaften. Dagegen waren im Ort nur eine Schildwirtschaft und im Reichenbachtal eine Sägmühle zu finden.

Mit der Industrialisierung pendelten immer mehr Menschen nach Pforzheim und kehrten erst am späten Abend oder am Wochenende zurück. Gleichzeitig wurde das Dorfgeschehen lebhafter und es gründete sich 1909 der TSV Schwarzenberg. 1930 entstand eine Schule. Nur zwei Jahre nach der Grundsteinlegung wurde 1968 die Pauluskirche eröffnet.

Autor: Stefan Meister