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Mühlacker -  22.01.2018
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„Doch lieber Single“ in Mühlacker erzählt Paartherapie-Geschichte

Mühlacker. Tja, das mit der Ehe ist eben so eine Sache. Da geht es um Liebe, um Nähe, um Transparenz, um Vertrauen und um das Gefühl, sich gegenseitig zum Leben zu brauchen. Heike Trinker, Alice von Lindenau, Maximilian Nowka, Rüdiger Rudolph und Heiko Senst können nicht nur ein Lied davon singen, sondern gleich mehrere. Und zwar in der Praxis von Paartherapeut Rüdiger Leid (gespielt von Rüdiger Rudolph), die bei der Inszenierung von „Doch lieber Single“ im Mühlacker Uhlandbau im Mittelpunkt des Geschehens steht.

Hier treffen am Freitagabend zwei Stunden lang zwei Paare aufeinander, die zwar verschiedener nicht sein könnten, aber das gleiche Problem teilen: Es läuft nicht mehr ganz rund in ihrer Ehe. Wolfgang (Heiko Senst) bringt es einfach nicht fertig, über seine Gefühle zu sprechen, obwohl Partnerin Vera (Heike Trinker) hundertprozentige Transparenz von ihm erwartet. Gabi (Alice von Lindenau) ist dagegen ständig im Stress und wünscht sich einen richtigen Mann. Nicht so einen Waschlappen wie Frank (Maximilian Nowka), der gerne kuschelt und sofort das Heulen anfängt. Ob da eine Tanz- und Musiktherapie helfen kann? Ausprobieren kann man es ja einmal. Allerdings darf man sich dann nicht wundern, wenn die inneren Konflikte in Form von überzogen wirkenden Tanzschritten wahlweise zu harten Rocknummern, deutschen Schlagern oder italienischen Schnulzen zutage treten. Die Lieder stammen unter anderem von Peter Schilling, Falco, Markus, Joachim Witt, James Brown und den Lassie Singers.

Heftige Gefühlsausbrüche

Und falls das nicht hilft oder nicht reicht, kann man sich ja immer noch gegenseitig den ganzen Körper kratzen, im Stehen zusammen kuscheln, sich aufeinanderlegen oder eng umschlungen Tango tanzen. Und siehe da: Es scheint tatsächlich etwas zu bringen, denn am Ende des Stücks steht nach einigen Gefühlsausbrüchen und therapeutischen Maßnahmen die Erkenntnis, dass eben doch jeder jemand anderen braucht, um glücklich zu sein. Eine Weisheit, die sich praktischerweise so ähnlich auch in der Nummer „Everybody Needs Somebody To Love“ der Blues Brothers findet. Sie ist nicht die einzige, die die fünf Schauspieler am Freitagabend singend zum Besten geben. Begleitet werden sie bei ihren Gesangseinlagen von Raphael Beil (Gitarre) und Andreas Peschel (Klavier), die sich in einer Ecke der Praxis von Doktor Leid aufgestellt haben.

Das Publikum hat sichtlich seinen Spaß mit der spielfreudigen Truppe und spendet am Ende ausgiebig Beifall.

Autor: Nico Roller