Drogenrazzia in der Region: Ermittler finden selbst gebaute Böller
Neuenbürg/Pforzheim. Es wird ein bisschen deutlicher, was die Polizei bei der Hausdurchsuchung am Mittwochmorgen am Sportgelände in Arnbach gefunden hat: Staatsanwalt Johannes Jungmann als Sprecher der Ermittlungsbehörde spricht von mehreren Stücken selbstgebauter oder eigenmächtig veränderter Pyrotechnik. Es geht also eher um Böller. Zum Teil seien sie in einem Rohr aufbewahrt worden. Deshalb hatte die Staatsanwaltschaft zunächst auch von einer Rohrbombe gesprochen. Gefahr für die Allgemeinheit habe freilich nie bestanden.
Neuenbürg/Pforzheim. Es wird ein bisschen deutlicher, was die Polizei bei der Hausdurchsuchung am Mittwochmorgen am Sportgelände in Arnbach gefunden hat: Staatsanwalt Johannes Jungmann als Sprecher der Ermittlungsbehörde spricht von mehreren Stücken selbstgebauter oder eigenmächtig veränderter Pyrotechnik. Es geht also eher um Böller. Zum Teil seien sie in einem Rohr aufbewahrt worden. Deshalb hatte die Staatsanwaltschaft zunächst auch von einer Rohrbombe gesprochen. Gefahr für die Allgemeinheit habe freilich nie bestanden.
Klar ist: Die Sprengmittel waren ein Zufallsfund. Der Einsatz in Arnbach war Teil einer größeren Aktion im Zusammenhang mit dem Verdacht auf Drogenhandel. An insgesamt acht Gebäuden schlugen die Ermittler am Mittwoch zu. Alleine sechs dieser Einsatzorte lagen in Pforzheim, einer in Karlsruhe.
Von dem Arnbacher Einsatz hat offenbar niemand im Dorf am Mittwochmorgen etwas mitbekommen. Tags darauf sind die Durchsuchung und der Fund der Sprengmittel das Gesprächsthema in Arnbach – und darüber hinaus. Ein Anwohner des Wohngebiets unterhalb des Sportplatzes erzählt der PZ, während er gerade sein Auto putzt, dass er überrascht gewesen sei, als er davon gelesen habe. Geschickt bekommen habe er den PZ-Artikel von einem Verwandten, der selbst gerade weit weg im Urlaub sei. In Zeiten, in denen so gut wieder jeder übers Smartphone kommuniziert, verbreiten sich Vorfälle wie der am Mittwoch wie ein Lauffeuer. Der Mann hofft, dass bei der ganzen Sache nichts Schlimmes herauskomme.
ASV: „Hat nichts mit uns zu tun“
Ein Mitglied des Sportvereins ASV hatte die Polizeifahrzeuge zufällig entdeckt, als er den Rasen des Fußballplatzes kontrollieren wollte. Nach PZ-Informationen hat dieser Einsatz nichts mit dem Verein zu tun, der Besitzer des durchsuchten Gebäudes ist. Das betont auch der ASV-Vorstand. Ein Teil des Hauses beherbergt einen verpachteten Gastronomiebetrieb und eine Wohnung. Der Mieter ist den PZ-Informationen nach im Urlaub und hatte dem Verein gegenüber vollkommen überrascht auf den Einsatz reagiert.
Festnahmen hat es nicht gegeben, so die Staatsanwaltschaft. Auch Hinweise auf terroristische Umtriebe habe man bisher nicht. Wie gefährlich die Sprengmittel gewesen seien, sei noch Gegenstand der Ermittlungen.
Bereits am Mittwoch hatten die Ermittlungsbehörden betont, dass für die Bevölkerung zu keinem Zeitpunkt Gefahr bestanden habe. Das sei wichtig und beruhigend gewesen, sagen zwei Arnbacher. Der Mann und die Frau, die gerade vor ihrem Haus werkeln, wundern sich, dass sie überhaupt nichts vom Einsatzgeschehen mitbekommen haben. Keine Sirenen, nichts. Sonst höre man das immer, wenn beispielsweise ein Krankenwagen unterwegs sei.
Die Sprengmittel sind laut Staatsanwaltschaft und Polizei sicher abtransportiert worden. Die Hintergründe, warum die Pyrotechnik dort lagerte, gehören zu den Fragen, denen die Ermittler unter Federführung der Kripo des Polizeipräsidiums Pforzheim in Calw noch nachgehen.
Wie jetzt klar wird, war der Einsatz in Arnbach nicht der einzige mit Blick auf den Verdacht des Handels mit Betäubungsmitteln. Laut Staatsanwaltschaft hat es eine Durchsuchung in Karlsruhe und gleich sechs in Pforzheim gegeben. Im Rahmen der Gesamtmaßnahme seien Drogen in geringer Menge sowie mehrere Speichermedien sichergestellt worden, so Jungmann. Darüber an welchen der durchsuchten Liegenschaften das der Fall war, kann die Staatsanwaltschaft noch nichts sagen. Auch in diesem Zusammenhang laufen die Ermittlungen weiter. Dahinter stecken laut Jungmann mehrere Verfahren, die aber miteinander zusammenhängen würden.
