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Schömberg -  29.11.2023
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Ein Ruhewald mit Urnengräbern in Schömberg

Schömberg-Schwarzenberg. Ganz in weiß getaucht, hatte der Winter am Dienstag den neuen Ruhewald im Schömberger Teilort Schwarzenberg. Dort können ab Freitag, 1. Dezember, Verstorbene in Urnengräbern, die rund um zehn große Bäume angeordnet werden, beigesetzt werden. Insgesamt hat der Ruhewald eine Größe von 4500 Quadratmetern im Gemeindewald.

Bürgermeister Matthias Leyn (von links), der Schwarzenberger Ortsvorsteher Andreas Ehnis und die stellvertretende Schömberger Bauamtsleiterin Ulrike Weißert stellen den neuen Ruhewald in Schwarzenberg vor.
Bürgermeister Matthias Leyn (von links), der Schwarzenberger Ortsvorsteher Andreas Ehnis und die stellvertretende Schömberger Bauamtsleiterin Ulrike Weißert stellen den neuen Ruhewald in Schwarzenberg vor. Foto: Dast-Kunadt

Allerdings ist die Umsetzung in zwei Abschnitte unterteilt. Beide sind bereits vom Landratsamt Calw genehmigt, da sie im Bereich der Quellfassung „Guter Brunnen“ liegen und ein Bodengutachten erstellt werden musste. Abschnitt eins umfasst 1600 Quadratmeter. Abschnitt zwei folgt erst, wenn alle Plätze in Abschnitt eins belegt sind.

„Ziel der Konzeption war es, neue Grabformen anbieten zu können“

Ulrike Weißert, stellvertretende Schömberger Bauamtsleiterin 

Der Ruhewald in Schwarzenberg sei in dieser Form innerhalb der Gemeinde Schömberg einzigartig, erklärte Ulrike Weißert. Die Urnenplätze werden rund um die Bäume angeordnet, wodurch zehn bis zwölf Urnen pro Baum Platz finden. Zudem handelt es sich um Urnenwahlgräber, so dass Doppelbestattungen möglich sind und die Nutzungsrechte für maximal 30 Jahre verliehen werden, erläuterte Bürgermeister Matthias Leyn.

Die Kosten für einen Belegungsplatz liegen bei 4170 Euro plus 55 Euro für das Schild, das auf einen größeren Pflasterstein vor dem jeweiligen Urnenplatz aufgebracht wird und nur über die Gemeinde bezogen werden kann. Anonyme Gräber werde es nicht geben. „Preislich orientieren wir uns an den Gebühren für Wahlurnengräber auf dem Schwarzenberger Friedhof“, so Andreas Ehnis, Ortsvorsteher in Schwarzenberg. Auch sei es nicht möglich, Urnenplätze zu Lebzeiten zu reservieren, so Leyn, der bereits einige Anfragen in dieser Richtung erhalten hat.

Friedhofskonzeption bald abgeschlossen

Bereits im Jahr 2021 war eine Konzeption für alle Friedhöfe der fünf Schömberger Teilorte erstellt und in den vergangenen zwei Jahren Stück für Stück umgesetzt worden. Mit Eröffnung des Ruhewalds ist die Friedhofskonzeption für die Gesamtgemeinde nun beinahe abgeschlossen. In Langenbrand gibt es nun unter anderem eine Urnenwand, Urnenstehlen und ein Postament. In Oberlengenhardt wurden Rasengräber angelegt und ein Baum für Baumbestattungen gepflanzt.

In Bieselsberg entstehen ebenfalls Urnengräber in Stehlen und für Baumbestattungen. Derzeit befinden sich dort die Wegearbeiten in den letzten Zügen. Auch der Schwarzenberger Friedhof selbst bietet künftig die Möglichkeit für Baumbestattungen an. Hier wurden zwei Bäume gepflanzt. „Diese beiden Bäume gehören aber nicht zum Ruhewald“, betonte Weißert. Der neue Ruhewald sei räumlich vom Friedhof durch die bestehende Hecke und ein Tor deutlich abgegrenzt. „Das Konzept ist ein anderes“, pflichtet Ehnis bei.

Autor: Yvonne Dast-Kunadt