Einschränkungen für Autofahrer: Diese Sanierungen im Enzkreis und im Kreis Calw stehen an
Enzkreis/Kreis Calw. Zahlreiche Bauprojekte stehen in den kommenden Jahren im Enzkreis und im Kreis Calw an – von Maulbronn bis Bad Wildbad. Autofahrer müssen sich auf Sperrungen, Umleitungen und teils lange Bauzeiten einstellen.
Die PZ-Region steht vor Jahren voller Baustellen: Das Land investieret massiv in die Sanierung von Straßen und Brücken – doch für Autofahrer bedeutet das vor allem Einschränkungen. Allein in diesem Jahr fließen landesweit rund 500 Millionen Euro in den Erhalt der Infrastruktur. Im Regierungsbezirk Karlsruhe sind es rund 55 Millionen Euro für insgesamt 39 Maßnahmen in den Kreisen Enz, Calw und Freudenstadt. Der Schwerpunkt liegt klar auf der Sanierung – viele Straßen und Bauwerke sind in die Jahre gekommen, der Druck durch Verkehr und schwere Lastwagen steigt.
B35-Brücke bei Maulbronn: Besonders deutlich wird das am Beispiel der B35 bei Maulbronn. Die Brücke ist bereits seit Dezember für Lastwagen über 7,5 Tonnen gesperrt. Der Schwerverkehr wird seither weiträumig umgeleitet – eine Belastung für Anwohner und Pendler. Nun soll schnell gehandelt werden: Zunächst steht der Ersatzneubau der Brücke über die L1131 und Bahnstrecke im Fokus, weitere Ausbau- und Radwegmaßnahmen sollen folgen. Geplant ist, 2026 eine Behelfsbrücke zu errichten, ab 2027 dann den Neubau zu starten. Die Fertigstellung könnte im Spätsommer 2028 sein. Die Baulänge liegt bei 60 Metern, die Kosten für das Jahr 2026 belaufen sich auf 400.000 Euro.
Sanierungen von Ortsdurchfahrten: Auch in den Kommunen selbst stehen größere Eingriffe an. In Engelsbrand wird die Ortsdurchfahrt der L338 ab dem 7. April vollständig saniert. Neben der Fahrbahn werden Kanäle, Wasserleitungen, Bushaltestellen und der Rathausplatz erneuert. Die Arbeiten sollen bis Ende 2029 dauern. Die Gesamtkosten liegen bei rund 8,3 Millionen Euro.
Eine Großbaustelle, die bereits seit August 2025 läuft, ist die Sanierung der Ortsdurchfahrt in Bauschlott, wo die B294 durchläuft. Über zwei Jahre hinweg werden Fahrbahn, Wasserleitungen und Kanäle erneuert, zudem wird Glasfaser verlegt. Die Maßnahme kostet rund sechs Millionen Euro und bringt abschnittsweise Vollsperrungen mit sich.
Historische Brücke wird zur Dauerbaustelle: Eine besondere Herausforderung steht im benachbarten Kreis Calw an: Die Guldenbrücke bei Bad Wildbad, eine Bogenbrücke aus dem Jahr 1886, muss grundlegend saniert werden. Die Standsicherheit ist eingeschränkt, ein Neubau kommt aus Denkmalschutzgründen nicht infrage. Die Sanierung und Ertüchtigung der Brücke soll im zweiten Quartal starten und bis Ende 2027 andauern. Für die Arbeiten wird die Brücke zwischen Wildbad und Enzklösterle über ein Jahr voll gesperrt. Um den Verkehr dennoch aufrechtzuerhalten, soll eine Behelfsbrücke gebaut werden. Zunächst war eine Umleitung von bis zu 30 Kilometern geplant gewesen.
Viele weitere Baustellen in der Region: Daneben laufen zahlreiche kleinere Maßnahmen im gesamten Enzkreis: So wird die Brücke über den Glattbach bei Illingen (B10) ab dem zweiten Quartal 2026 instandgesetzt, ebenso die Enzbrücke bei Höfen (L340) im selben Zeitraum. Das Bauwerk in Illingen ist zwar gerade einmal vier Meter lang, dennoch kostet die Maßnahme 100.000 Euro. Fahrbahndecken werden unter anderem zwischen Wilferdingen und Bilfingen (L570, 2026) sowie in Wiernsheim (L1134, zweite Jahreshälfte 2026) erneuert. In Neuenbürg (L338) dauern Sanierungsarbeiten in der Ortsdurchfahrt noch bis Ende 2026, in Straubenhardt (L339) sogar bis 2027. Weitere Maßnahmen betreffen Eisingen (L621, bis 2027) sowie Sternenfels (L1103/L1134, bis 2028). Auch der Radverkehr wird ausgebaut: Neue Wege entstehen bei Mönsheim (bis Mitte 2026) und Wurmberg (bis 2027), bestehende Verbindungen werden etwa zwischen Neuhausen und Schellbronn im Jahr 2026 saniert. Auch die Sanierung einer Stützwand auf der B294 bei Höfen soll im zweiten Quartal starten und bis Ende des Jahres fertiggestellt werden.
Lob und Kritik: Die Grünen-Landtagsabgeordnete Stefanie Seemann bewertet das Programm positiv. Die Landesregierung setze konsequent auf den Erhalt der bestehenden Infrastruktur. Gerade die Sanierung von Ortsdurchfahrten verbessere die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer und erhöhe die Lebensqualität in den Gemeinden.
Deutlich kritischer äußert sich dagegen FDP-Abgeordneter Erik Schweickert. Zwar sei es richtig, marode Brücken wie bei Maulbronn anzugehen, doch insgesamt bleibe die Umsetzung vieler Projekte weit hinter den Ankündigungen zurück. Nach seinen Angaben werde ein erheblicher Teil der im Maßnahmenplan enthaltenen Vorhaben selbst bis 2035 nicht realisiert. Der Plan drohe damit zu einem „Schaufensterprojekt“ zu verkommen, während es weiterhin an Planungskapazitäten und finanziellen Mitteln fehle.
