Gemeinden der Region
03.03.2019
Artikel teilen: Facebook Twitter Whatsapp

Einziges öffentliches Pforzheimer Hallenbad wird angenommen

Pforzheim. Ein später Sonntagmorgen Anfang März, kurz vor dem Mittagessen: Etwa 15 Badegäste tummeln sich im einzigen Schwimmbecken, das die 127.000-Einwohnerstadt Pforzheim derzeit für öffentlichen Badebetrieb zu bieten hat. Einige ziehen Bahnen, andere lehnen sich am Beckenrand zurück und genießen das – wie die Anzeige an der Wand verrät – immerhin 29,1 Grad warme Wasser. Früher sei es hier eher kälter gewesen, sagt einer, und ein anderer merkt an, dass es auch im Nieferner Hallenbad kälter sei, weswegen dort der Andrang aus dem weitgehend schwimmbadlosen Pforzheim gar nicht so groß sei.

Für sehr viel mehr als diese 15 Schwimmer wäre in dem gerade mal vier Bahnen breiten 25-Meter-Becken auch kein Platz, will man sich nicht mit unterschiedlichen Schwimmgeschwindigkeiten und -techniken ins Gehege kommen. Dennoch ist ein sehr viel stärkerer Besucherzuspruch des Stadtteilbads Eutingen zu verzeichnen, seit das große innerstädtische Emma-Jaeger-Bad und das immerhin fünf Bahnen breite Huchenfelder Stadtteilbad zum Jahresende wegen Baufälligkeit schlossen. Exakt 1851 Badegäste registrierte die Einrichtung bis Ende Februar, seit sie am 5. Januar nach einer kurzen Weihnachtspause den Betrieb wieder aufnahm.

Im Vorjahreszeitraum, als es das „Emma“ und auch Huchenfeld noch gab, war es nicht einmal ein Drittel dieser Zahlen gewesen, und das Stadtteilbad Eutingen galt – bei auch deutlich selteneren Öffnungsstunden als jetzt – als eine Art Geheimtipp: Für nur wenig mehr als die Hälfte des Eintrittspreises, der im „Emma“ zu zahlen war, konnte man auch in Eutingen seine Bahnen ziehen, wenn man keinen Wert auf Zugaben wie Wasserrutsche und Sprudelbecken legte. Ruhiger ging es zu als im großen Innenstadtbad, sauber ist es und alles in einem guten Zustand, und familiär sowieso: Wer am Beckenrand eine Pause einlegt, dem kann es passieren, dass das Aufsichtspersonal vorbei kommt und fragt: „Soll ich Ihnen die Massage-Düse anmachen?“

„Emma“ hatte ein Mehrfaches

Trotz all dem und trotz der guten Erreichbarkeit dieses Stadtteilbads beispielsweise mit dem Fahrrad kamen im Januar und Februar des Vorjahrs gerade mal 564 zahlende Besucher. Nun wird es richtig ordentlich angenommen. Hochgerechnet auf zehn Monate Hallenbadbetrieb sind es natürlich dann immer noch nur noch knapp 10.000 Badegäste, während das „Emma“ aufs Jahr gesehen das Dreieinhalb- bis Vierfache bewältigte. Für die vier, fünf Jahre aber, die mindestens bis zur Eröffnung eines weiteren Pforzheimer Hallenbads vergehen werden, bietet das Eutinger Stadtteilbad den Schwimmern in der Stadt zumindest eine Perspektive – und hat auch eine: Wegen der kleinen Kosten des kleinen Bads war es schon immer eines mit geringem Zuschussbedarf. Angesichts der gestiegenen Besucherzahlen könnte der dieses Jahr niedrig wie nie sein.

Autor: Marek Klimanski