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Oberderdingen -  15.04.2026
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Emotionen und Eleganz auf großer Bühne: Moritz Treffinger überzeugt beim Weltcup-Finale der Dressurreiter

Fort Worth/Oberderdingen. Beim Weltcup-Finale der Dressurreiter hat Moritz Treffinger für Gänsehautmomente gesorgt. Im Viereck und darüber hinaus.

„Horsemanship“, „Einfach echt. Vorbild für Jung und Alt. Genau das braucht der Reitsport“ oder „Behalte dir deine authentische, emotionale, empathische Art bei“ – die Begeisterung seiner Fans spricht Bände. Rund 17.000 Follower hat der 22-Jährige mittlerweile auf Instagram, und es dürften schnell mehr werden.

In Fort Worth (Texas) zeigte Treffinger mit seinem 17-jährigen, goldbraunen Hengst Fiderdance eine beeindruckende Kür. Hochkonzentriert und mit feinem Gefühl präsentierte das Duo eine harmonische Vorstellung zu perfekt abgestimmter Musik von Phil Collins‘ „In the Air Tonight“ über Kylie Minogue bis hin zu den Fugees und Modjo.

Einhändiger Ritt auf der Schlusslinie

Spätestens auf der Schlusslinie wurde es emotional: Nach einer perfekt einhändig gerittenen Passage-Mittellinie, gefolgt vom Gruß, flossen die Tränen. Treffinger hatte alles in diesen Moment gelegt. Am Ende stand ein starker achter Platz mit 77,3 Prozent zu Buche. Der zweite deutsche Starter, Raphael Netz, belegte mit DSP Dieudonné (79,2 Prozent) Rang fünf. Den Sieg sicherte sich die Britin Becky Moody mit Jagerbomb (88,3 Prozent).

Auch im Grand Prix zuvor hatte Treffinger überzeugt: Mit 71,109 Prozent erreichte er Rang sechs. 

„Moritz hat eine fehlerfreie, sehr harmonische Runde mit Fiderdance zeigen können. Der Fuchs war schön in der Anlehnung. Eine wirklich gelungene Prüfung“, Bundestrainerin Monica Theodorescu 

Nach dem Ritt zeigte sich Treffinger, der jüngste Teilnehmer des Weltcup-Finales, überwältigt. Im Interview rang er mit der Stimme, kämpfte mit den Tränen und blieb dabei ganz bei sich. Er lobte Fiderdance, seine Pferde zu Hause auf dem Gestüt Bonhomme bei Potsdam und sein gesamtes Team. Dort arbeitet er seit fast drei Jahren als Chefbereiter. Authentischer lässt sich Dressursport kaum erleben.

Erst im März war Treffinger noch bei den Pforzheimer Dressurtagen am Start und stellte dort die Nachwuchsstute „Florida Keys“ vor. Beim Pforzheimer Reiterverein hatte er einst seine Reitabzeichen abgelegt, der Grundstein für seine Turnierkarriere.

Dass er beim Weltcup-Finale starten würde, hatte er im März gegenüber der PZ-news selbst als Saisonziel genannt. Nun hat er es erreicht – und wie. Seine Mutter Santina Treffinger spricht von „beeindruckenden acht Tagen“ in Fort Worth: „Alles war super organisiert. Die Kulisse war gigantisch, das Publikum grandios – das war eine einzige Party.“

Und die nächste Bühne wartet bereits: Moritz Treffinger wird beim Maimarkt-Turnier in Mannheim (1. bis 5. Mai) wieder in der Region zu sehen sein.