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Mühlacker -  10.03.2026
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Enorme Resonanz: Planung für vierte Mühlacker Vesperkirche läuft

Mühlacker. Die Vesperkirche im Mühlacker Seniorenzentrum und Mehrgenerationenhaus St. Franziskus ist längst zu einer Erfolgsgeschichte geworden. Zuletzt sind bei dem Hilfs- und Begegnungsprojekt Anfang Februar 2026 durchschnittlich 150 Essen pro Tag über den Tresen gegangen – für Menschen unterschiedlichster Couleur, unabhängig von Herkunft, Geldbeutel oder Lebensumständen. „Weil sich hier die Gesellschaftsschichten durchmischen, entsteht ein spezielles Flair eine besondere Stimmung“, sagt Beate Kärcher-Buck vom bewährten Organisationsteam der Vesperkirche um Barbara Straub, der Vorsitzenden der evangelischen Gesamtkirchengemeinde.

Auf ein Neues: Das bewährte Organisationsteam der Mühlacker Vesperkirche um Silke Stammler (von links), Beate Kärcher-Buck, Barbara Straub, Vorsitzende der evangelischen Gesamtkirchengemeinde, und Alexandra Rapp, Leiterin des Mehrgenerationenhauses, steckt schon mitten in den Planungen für die Vesperkirche im Februar 2027.
Auf ein Neues: Das bewährte Organisationsteam der Mühlacker Vesperkirche um Silke Stammler (von links), Beate Kärcher-Buck, Barbara Straub, Vorsitzende der evangelischen Gesamtkirchengemeinde, und Alexandra Rapp, Leiterin des Mehrgenerationenhauses, steckt schon mitten in den Planungen für die Vesperkirche im Februar 2027. Foto: Peter Hepfer

„Wir können in dieser einen Woche Vesperkirche den Menschen so viel geben – nicht nur etwas zu essen, sondern auch Geselligkeit, gegenseitigen Austausch und das Gefühl des Dazugehörens“, sagt Straub, die damit auch ein wichtiges Signal in Sachen Stadtgemeinschaft setzen möchte.

Vesperkirche ab 14. Februar

Wie Straub und ihre Mitstreiterinnen im Organisationsteam erläutern, steige der Bedarf an solchen Hilfsprojekten, die einerseits bedürftigen Menschen, Familien und Obdachlosen eine Anlaufstelle bieten – andererseits aber auch vereinsamten Senioren. „Deswegen wird es auch 2027 eine Vesperkirche geben“, kündigt Barbara Straub an und nennt das Datum 14. bis 21. Februar für die vierte Auflage. Das Essen wird auch weiterhin die Nieferner Firma Goll liefern. „Wir sind von vielen Leuten schon auf die Vesperkirche angesprochen worden. Auch das hat uns gezeigt, dass dieses Projekt in Mühlacker wichtig ist und etwas bewirkt“, sagt Straub.

Ein „ganz großer Schatz“ seien dabei nach wie vor die etwa 60 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die die Vesperkirche am Laufen halten. Dabei werden rund 15 Helfer pro Tag gebraucht. „Jeder hat seine Aufgabe und alle Rädchen greifen ineinander – es funktioniert prima“, weiß Straub, die an der Seite ihrer Mitorganisatorinnen gerade die Planungen für 2027 vorantreibt. Die PZ-Hilfsaktion „Menschen in Not“, die wieder 2000 Euro für das Budget beisteuert, der Wohlfahrtsausschuss der Stadt Mühlacker (1500 Euro) und die Wiernsheimer Scheuermannstiftung (1000 Euro) haben bereits ihre erneute finanzielle Unterstützung für die Vesperkirche zugesagt. Auch auf die Stadt Mühlacker hoffen die Organisatorinnen. Weitere Spender – große wie kleine – sind sehr willkommen. „Zumal wir dieses Mal einen Etat von rund 12.000 Euro anpeilen“, sagt Beate Kärcher-Buck angesichts der steigenden Nachfrage. Denn schon im Februar drohte der große Saal im Mehrgenerationenhaus mit seinen etwa 110 Plätzen an manchen Tagen aus allen Nähten zu platzen. „Unser jüngster Gast war zehn Wochen alt“, erzählt Kärcher-Buck. Einige der Vesperkirchen-Besucher kämen sogar von weit her. „Die längste Anreise hatte eine Frau aus dem pfälzischen Landau“, erinnert sich Silke Stammler vom Orga-Team. Aber auch aus Eisingen sei eine Dame mit Sohn und Enkeltochter per Fahrrad hergekommen.

Große Solidarität

Froh und dankbar sei man jedes Mal auch über Brot- und Kuchenspenden etwa von Mühlacker Bäckereien. Es gebe aber auch Gäste, die in ihrer Mittagspause kurz vorbeikämen und mit einer Spende ins Kässchen andere zum Essen einladen. Einige Mahlzeiten würden vom Fahrdienst einer Firma sogar kostenlos ausgefahren. Auch das mache die Vesperkirche aus. „Die Solidarität ist groß“, sagt Kärcher-Buck. „Die Besucher freuen sich, in der Gemeinschaft zu essen, und wir lernen stetig dazu“, ergänzt Alexandra Rapp, Leiterin des Mehrgenerationenhauses.

Die Organisatorinnen der Vesperkirche freuen sich nicht zuletzt darauf, dass die Achtklässler des Theodor-Heuss-Gymnasiums mit Kuchenbacken und Spielangeboten erneut am Start sind. Dasselbe gilt für den Wiernsheimer Friseur Saher Sheko, dessen kostenloses Haareschneiden im Februar der Renner war und gerne angenommen wurde. „Dieses Engagement geht einem ans Herz. Und es lohnt sich, weil man dann in glückliche Augen schaut“, hält das Orga-Team unisono fest. Dabei gibt es vielfältige Möglichkeiten, sich an der Vesperkirche zu beteiligen. Melden kann man sich beim Dekanat der evangelischen Gesamtkirchengemeinde in Mühlacker.