Entwarnung nach Einsatz an Singener Bergschule: Vorfall erinnert an frühere Einsätze
Remchingen. Polizei rückt nach Alarm mit Großaufgebot nach Singen aus. Eine konkrete Gefahr besteht nicht.
Einige Eltern stehen mit gezückten Handys vor der Absperrung, blicken angespannt auf das Schulgelände. Immer wieder fahren Polizeifahrzeuge vor, Einsatzkräfte sichern den Bereich. Doch mit der Zeit wird klar: Die Lage beruhigt sich. An der Bergschule im Remchinger Ortsteil Singen ist es am Dienstag zu einem größeren Polizeieinsatz gekommen. Nach Angaben der Polizei ging kurz nach 13 Uhr ein Alarm ein. Daraufhin rückten zahlreiche Streifenteams des Polizeipräsidiums Pforzheim an und durchsuchten mehrere Gebäude. Vorsorglich wurde der Bereich rund um die Berg- und Schillerstraße abgesperrt.
Während der ersten Maßnahmen verblieben rund 100 Kinder, Jugendliche sowie Lehr- und Erziehungskräfte in den Gebäuden der Schule und eines benachbarten Kindergartens. Sie wurden von geschulten Kräften betreut. Nach aktuellem Stand wurde niemand verletzt. Gegen 14.45 Uhr konnte die Polizei Entwarnung geben: „Eine Gefahrenlage war nicht feststellbar.“ Auch nach Angaben eines Polizeisprechers bestand zu keinem Zeitpunkt eine konkrete Gefahr für unbeteiligte Dritte. Nach und nach wurden die Kinder ihren Eltern übergeben, gegen 15.30 Uhr hatten die meisten das Gelände verlassen. Am späten Nachmittag waren keine Einsatzkräfte mehr vor Ort. Ersten Erkenntnissen zufolge wurde der Alarm gegen 13.10 Uhr ausgelöst – nach aktuellem Stand jedoch nicht vorsätzlich. Die Ermittlungen zu den Hintergründen dauern an, ein abschließendes Ergebnis ist laut Polizei am selben Tag nicht zu erwarten. Vor Ort blieb die Situation trotz der angespannten Lage ruhig. Wartende Eltern wurden informiert und beruhigt, in unmittelbarer Nähe standen Rettungswagen bereit, auch die Notfallseelsorge war im Einsatz. Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art an der Bergschule: Bereits in der Vergangenheit kam es zu Alarmierungen. Zuletzt rückte die Polizei 2021 nach einem Amok-Fehlalarm mit einem Großaufgebot an.
Mehrere Vorfälle in der Region
Der Einsatz in Singen reiht sich in mehrere größere Polizeieinsätze an Schulen in der Region in den vergangenen Monaten ein. Ende Februar war es an der Pestalozzischule im Brettener Stadtteil Diedelsheim zu einem besonders gravierenden Vorfall gekommen: Ein 13-Jähriger soll dort einen Mitschüler mit einem Messer verletzt haben und war anschließend geflüchtet. Die Polizei nahm ihn wenige Stunden später fest. Das Opfer wurde nur leicht verletzt, die Ermittlungen übernahm das Landeskriminalamt. Anfang Dezember hatte ein Drohanruf an der Schule am Stromberg in Illingen einen Einsatz ausgelöst. Die Schule wurde evakuiert, rund 360 Kinder betreut. Auch hier fanden Einsatzkräfte keine Hinweise auf eine konkrete Gefahr. Bereits Ende November 2025 waren die Mörike-Realschule in Mühlacker und die Johann-Christoph-Blumhardt-Schule in Lomersheim nach Drohanrufen geräumt worden. Rund 1500 Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte waren betroffen. Trotz intensiver Durchsuchungen blieb auch in diesen Fällen ohne Befund.
Und auch das ist nicht der erste Großeinsatz an einer Schule in der Region gewesen:
