Gemeinden der Region
Pforzheim -  10.05.2026
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Erdbeer- und Spargelfest für „Menschen in Not“: Aktion auf dem Pforzheimer Wochenmarkt kommt gut an

Pforzheim. Rührige Marktleute und Ehrenamtliche machen Besucher auf dem Turnplatz zu Genießern.

Die Deutsch-Rumänische Gesellschaft ist seit vielen Jahren treue Unterstützerin der Marktfeste: Herbert Eiwen, KassandraVeress, Camelia Vielsack, Elena Cuculeanu, Laurentio Cuculeanu, Klara Eiwen und Gabriel Jivanov (von links). Thomas Sommer
Die Deutsch-Rumänische Gesellschaft ist seit vielen Jahren treue Unterstützerin der Marktfeste: Herbert Eiwen, KassandraVeress, Camelia Vielsack, Elena Cuculeanu, Laurentio Cuculeanu, Klara Eiwen und Gabriel Jivanov (von links). Thomas Sommer Foto: Thomas Sommer

„Von meiner Tochter bekomme ich ja morgen zum Muttertag nichts, da gönne ich mir heute selbst etwas“, stellt eine Marktbesucherin auf dem Wochenmarkt am Samstag ganz nüchtern fest und bestellt bei Stadträtin Sunita Vimal am Sektstand gleich mal ein Gläschen der prickelnden Brause. „Das ist auch gut für den Kreislauf“, scherzt Vimal, die neben vielen anderen motivierten Helfern beim Erdbeer- und Spargelfest für das PZ-Hilfswerk „Menschen in Not“ am Tresen steht.

Die Deutsch-Rumänische Gesellschaft (DRG) ist wie seit vielen Jahren ebenfalls dabei.

„Im Frühjahr machen wir die Aktion mit gefüllten Krautwickeln und zu Weihnachten drei Aktionen für ‚Menschen in Not‘. Wir sehen uns nicht als Minderheit, sondern als Gesellschaft, die gerne den Gemeinschaftssinn und die Gemeinschaft allgemein unterstützen möchte, unabhängig von der Nationalität“, erklärt Herbert Eiwen.

Als besondere rumänische Spezialität sind Mici im Angebot, die auf dem Grill brutzeln. Mici heißt übersetzt „die Kleinen“ und sind das rumänische Pendant zu Cevapcici. „Diese sind saftiger, und es ist mehr Knoblauch drin, so wie es halt für ein rumänisches Gericht gehört“, erläutert Eiwen den kleinen, aber feinen Unterschied. Den Vertretern der DRG ist es grundsätzlich wichtig, den Wochenmarkt zu unterstützen. Viele regionale Produkte seien deutlich besser als das, was in den Discountern angeboten werde. Ein Trend zu „Slow-Food“ und bewusstem Genießen sei absolut wünschenswert.

Zum Genießen bieten sich an diesem Samstagvormittag einige Optionen, etwa die Spargelsuppe, die in einem großen Topf auf die Liebhaber des Stangengemüses wartet. Dazu eine Scheibe frisch gebackenen, knusprigen Brotes – und ab geht die Reise zu den kulinarischen Ufern an Pforzheims samstäglichem Genuss-Hotspot.

Der Angelsportverein ist ebenfalls wieder am Start, um geräucherte Forellen, die „weggehen wie warme Semmeln“, an den Mann oder die Frau zu bringen. „Wir können doch nicht unseren eigenen Fisch unseren Kunden wegessen“, stellt Hans-Joachim Hägele mit einem Augenzwinkern fest, der mit seinem Bruder Ralf eine Currywurst verspeist. Die Marktfrauen bieten zum Nachtisch oder einfach als süßen Energieschub für den Einkauf leckeren Kuchen an, natürlich darf die Erdbeere als Belag nicht fehlen.

Die vielen Spezialitäten zu einem Menü zu kombinieren, liegt da nahe, so wie es Ursula und Manfred Neumann tun, die an den Bierbänken bei strahlendem Sonnenschein ihr Mittagessen, bestehend aus den rumänischen Mici und einem Glas Sekt, einnehmen.

Ein paar Meter weiter ist das Deutsche Rote Kreuz mit einem Rettungswagen als Anschauungsobjekt anzutreffen. „Die Feuerwehr ist sonst natürlich immer der Renner bei den Kindern, aber wir wollen auch mal einen Wagen zeigen und erklären, was wir machen“, sagt Chantal Stein vom Ortsverein Pforzheim, die mit ihren Kollegen zu allen Fragen rund um den Rettungswagen informieren kann. Patienten gibt es heute zum Glück keine, auf der Behandlungsliege ist Platz für ein Körbchen Erdbeeren.

Viele neue Gesichter

„Wenn ihr da seid, die Sonne lacht, der Marktplatz füllt sich, da freue ich mich. Und wenn ich so nach rechts und links schaue, muss ich sagen, bin ich sehr glücklich. Wir sehen ganz viele neue Gesichter, ganz viele junge Familien. Das freut uns natürlich sehr“, betont Mathias Dietz, Chef von „Gentlemans Blend“ und stellvertretender Vorsitzender des Beschickervereins, in seiner Begrüßungsrede.

„Es ist ganz großartig, wie wir hier unterstützt werden, wie ,Menschen in Not‘ unterstützt wird. Ich kann nur sagen, jeder Cent, den sie uns hier spenden, kommt eins zu eins den Hilfsbedürftigen zugute“, sagt Thomas Satinsky, Geschäftsführender Verleger und Vorsitzender der PZ-Hilfsinitiative.

„Wir freuen uns sehr über das treue Engagement der Marktbeschicker und all jener, die hier vertreten sind, und bedanken uns für den großen ehrenamtlichen Einsatz“, ergänzt die Co-Vorsitzende Susanne Knöller.